Schmidt: "Weiß nicht, ob ich nochmal für Münster auflaufe“

Für Preußen Münster ist die aktuelle Saison weder Fisch noch Fleisch. Lange spielte die Mannschaft um die Aufstiegsplätze mit, doch irgendwann kam der Einbruch. Aktuell trennen den Tabellenfünften acht Punkte von Relegationsrang drei. Nach der jüngsten 1:2-Derbyniederlage in Bielefeld scheint die Frustrationstoleranz der Fans überstrapaziert. Es kam zu wüsten Beschimpfungen der eigenen Spieler. Münster-Kapitän Dominik Schmidt beobachtete das Derby gegen den Lokalrivalen aus dem Fanblock, saß dort eine Gelbsperre ab. Während des Spiels schien noch alles in Ordnung, auch wenn das Endergebnis aus Münsteraner Sicht letztlich ernüchternd war.

Zurück in Münster kam es dann zur Konfrontation mit den eigenen Fans. Schmidt war gemeinsam mit Teamkollege Aaron Berzel abends noch über die Stadtkirmes gegangen, um etwas zu essen. Wie die "Westfälischen Nachrichten" schreiben, trafen sie dort auf eine Gruppe von Ultras. "Wir sind dann hin und wollten mal abseits vom Platz ins Gespräch kommen, sind dann aber sofort von einigen aus der Gruppe wüst beleidigt und beschimpft worden,“ erzählt Schmidt der Zeitung. Die Auseinandersetzung war so hitzig, dass die beiden Spieler schlussendlich unter Geleitschutz einiger anderer Ultras den Schlossplatz verlassen mussten.

“Überlege, ob ich mein Amt als Kapitän niederlege”

Für Schmidt ist diese Art von Pöbelei eine Unzumutbarkeit, zumal er seit Wochen mit Schmerzen am Syndesmoseband spiele: "Ich weiß nicht, ob ich mir das noch antun muss.” Jetzt überlegt er, sein Amt als Kapitän bei Preußen niederzulegen. Vielleicht spiele er auch gar nicht mehr in dieser Saison oder gar für Münster, gibt Schmidt in den "WN" weiter zu bedenken: "Als Kapitän stehe ich für die Mannschaft und vor der Mannschaft. Und wir sind immer noch 5. und nicht 18. Das, was hier in Münster passiert, gibt es woanders nicht.”

Auch auf dem Platz kommt es immer wieder zu Pfiffen von den eigenen Anhängern. Nach den anstrengenden Wochen könne Schmidt den Frust der Fans zwar verstehen, die Becherwürfe und Beleidigungen vor und nach dem Spiel allerdings nicht. Durch seine Aussagen geht der Abwehrrecke offensichtlich auf Distanz zu den eigenen Fans. Dass er als Kapitän auch ein Stückweit Ventil für den angestauten Frust ist, ist ihm dabei durchaus bewusst, „aber irgendwann geht das auch zu weit.” Ob Schmidt in dieser Spielzeit tatsächlich noch einmal auflaufen wird, ist anhand dieser Aussagen eher fraglich: „Ich frage mich, ob ich dafür weiter meine Gesundheit riskieren muss.“

 

   
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