Pokal: Schafft der FCS beim Sasic-Heimdebüt die Überraschung?

In der 3. Liga lief es für den 1. FC Saarbrücker bisher enttäuscht, im DFB-Pokal wuchs man in der ersten Runde jedoch über sich hinaus und schaltete Bundesligist Werder Bremen in der Verlängerung aus. In der zweiten Runde trifft der FCS morgen auf den Zweitligisten SC Paderborn (19 Uhr). Seit der 1. FC Saarbrücken im August gegen Werder Bremen in die zweite Hauptrunde des DFB-Pokals einzog, hat sich beim FCS Einiges getan. Da sich die Leistung gegen den Bundesligisten nicht im Ansatz auf die Ligaspiele übertragen ließ, musste Trainer Jürgen Luginger gehen. Um die inzwischen erreichten Abstiegsplätze zu verlassen, wurde mit Milan Šašić ein anerkannter Nachfolger verpflichtet. Mit dem MSV Duisburg erreichte dieser einst sogar das DFB-Pokalfinale. Mit den Saarbrückern steht er nun in der zweiten Runde vor einer anspruchsvollen Aufgabe.

Eine lange Verletztenliste

Dabei gilt es nicht nur, Gegner Paderborn auszuschalten, sondern angesichts des Verletztenstandes auch, die vakanten Positionen zu besetzen. So fallen etwa zwei Torschützen der ersten Pokalrunde aus. Innenverteidiger Nils Fischer erlitt am vergangenen Wochenende eine Innenbanddehnung und Stürmer Marcel Ziemer ist nach einem Muskelbündelriss noch nicht fit. Ebenso fällt Kevin Maek wegen eines Kreuzbandrisses aus. Die Verletztenliste wird mit Marc Lerandy, Andreas Glockner, Jaron Schäfer und Markus Hayer noch fortgesetzt. Angesichts dieser Umstände sowie der höheren Ligazugehörigkeit der Ostwestfalen sind für Trainer Šašić die Rollen klar verteilt: „Paderborn ist der Favorit.“ Dennoch glaubt er an seine Mannschaft. Nicht nur aufgrund seiner zurückliegenden Erfahrung mit dem MSV Duisburg, sondern vor allem wegen des bisherigen Eindrucks von seinen Spielern ist Šašić zuversichtlich: „Ich erlebe hier seit dem ersten Training eine Mannschaft, die einen klaren Blick hat und weiß, was sie will. Wir glauben an unsere Chance. Es wird nicht einfach, aber mit einer kompakten Mannschaftsleistung auch nicht unmöglich.“

Eine solche Leistung zeigte der FCS bereits gegen Bremen. Auch wenn seither einige Veränderungen eingetreten sind, so steckt das Potential, das die Blau-Schwarzen in der ersten Runde unter Beweis gestellt haben, weiterhin in der Mannschaft. Zudem scheint der SC Paderborn sportlich gesehen in näherer Reichweite als es Werder Bremen war. Nachdem die Mannschaft der Saarbrücker den großen Erfolg in der ersten Runde nicht als Grundstein für eine erfolgreiche Saison und mannschaftlichen Zusammenhalt nutzen konnte, bekommt sie nun eine zweite Chance. Beim Duell gegen Paderborn werden gleich mehrere Ex-Saarbrücker für den Gegner auflaufen: Johannes Wurtz spielte in der Jugend sowie auch in der 3. Liga für den FCS. Manuel Zeitz war von 2008 bis 2011 in Saarbrücken aktiv, Mahir Saglik spielte in der Saison 2006/2007 für die Landeshauptstädter. Darüber hinaus durchlief Reservespieler Fabian Scheffer fast die komplette Jugend beim 1. FC Saarbrücken.

Paderborn als Favorit – jedoch auch mit Schwächen 

Der Zweitligist geht derweil als klarer Favorit in die Partie gegen den Tabellenvorletzten der 3. Liga – ein Sieg ist Pflicht. Spannend wird zu beobachten sein, wie die Ostwestfalen das Spiel gestalten werden. Auswärts tat sich das Team von Trainer André Breitenreiter, der vor der Saison vom Regionalligisten TSV Havelse nach Paderborn kam, bisher sehr schwer. Am vergangenen Wochenende kam man dank eines späten Ausgleichs noch zum 2:2 gegen Dynamo Dresden. Allerdings lag der SCP bereits mit 1:0 in Führung und kassierte innerhalb von wenigen Minuten zwei Gegentore. Vor allem in der Schlussphase waren die Paderborner in dieser Saison bisher sehr anfällig. Im Pokal gegen Duisburg kassierte man genau wie Köln und Bielefeld in der Liga Tore in der Nachspielzeit, die bereits vier Punkte kosteten. Drei weitere Punkte ließ man vor einigen Wochen gegen den VfL Bochum liegen, als der SC bereits mit 2:0 zur Pause führte, aber dennoch mit 2:4 verlor. Es wurde mehrfach offensichtlich, dass die junge Mannschaft mit Rückenschläge nicht gut umgehen kann und das Spiel dann vollkommen aus der Hand gibt. Gegen Dresden legte man dieses Verhaltensmuster jedoch erstmalig ab und kam nach einem Rückstand dennoch zum Punktgewinn.

"Wir wollen hochkonzentriert auftreten"

Der SCP wird somit darauf bedacht sein, schnell mit 1:0 in Führung zu gehen, um den Druck von den eigenen Schultern abzulegen. Dementsprechend mutig will der SCP auftreten: "Saarbrücken wird ähnlich wie beim Sieg über Werder Bremen mit Mann und Maus versuchen, das Wunder zu schaffen. Wir wollen hochkonzentriert auftreten. Alle Spieler im Kader müssen hundertprozentig einsatzfähig sein", so Cheftrainer André Breitenreiter. Gelingt den Saarländern jedoch das erste Tor, könnten sich die Ostwestfalen gegen tiefstehende Hausherren äußerst schwer tun. Nicht mit nach Saarbrücken fahren Christian Strohdiek (Schultereckgelenksprengung ) und Rick ten Voorde (Fußverletzung). Dafür wird Alban Meha erstmalig wieder im Kader stehen. Ob der Standardspezialist direkt in der Startaufstellung steht, bleibt offen.

 Mögliche Aufstellungen:

1. FC Saarbrücken: Ochs – Stegerer, Knipping, Pellowski, Falkenberg – Kruse, Eggert, Korte, Deville, Göcer – Rathgeber

SC Paderborn: Kruse – Hartherz, Ziegler, Hünemeier, Wemmer – Vrancic, Krösche, Demme – Wurtz, Saglik, Kachunga/Meha

 

Mitarbeit: Julian Koch

 

FOTO: Dieter Schmoll

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mögliche Aufstellung 1. FC Saarbrücken:

 

Ochs, Stegerer, Knipping, Pellowski, Falkenberg, Kruse, Eggert, Korte, Deville, Göcer, Rathgeber

   
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