Heidenheim verliert im Elfmeterschießen gegen 1860 München

In einer unglaublich intensiven und spannenden Partie, konnten sich der TSV 1860 München mit 4:5 n.E. (1:1; 1:1, 0:0) gegen den 1. FC Heidenheim durchsetzen. Moritz Stoppelkamp brachte die Gäste kurz nach der Halbzeit in Führung. Es dauerte bis zur Nachspielzeit ehe die Heidenheimer durch Göhlert den verdienten Ausgleich erzielen konnten. Im Elfmeterschießen wurde Gábor Király mit zwei parierten Strafstößen zum Helden des Abends. 10.000 Zuschauer fanden, bei sommerlichen Temperaturen, den Weg ins Stadion. Dieses wurden für ihr kommen auch belohnt, denn was sie zu sehen bekamen war ein klassischer Pokalfight, bei dem der Underdog an der Sensation schnupperte.

Wenige Großchancen in Hälfte eins

Schon nach wenigen Minuten hatten die Gäste die Möglichkeit zur frühen Führung. Ein langer Ball sorgte für ein Missverständnis zwischen Feistle und Sattelmaier. Lauth spritzt dazwischen, konnte aber im letzten Moment noch von Sattelmaier behindert werden. Außer ein paar Fernschüssen in den kommenden 25 Minuten, gab es keine nennenswerten Gelegenheiten. Über eine halbe Stunde war gespielt, als es im Strafraum der Sechziger erstmals gefährlich wurde. Einen strammen Freistoß von Heise konnte Király erst im Nachfassen parieren (31.). Insgesamt hatten die Löwen mehr vom Spiel und kurz vor der Halbzeit auch die 100%ige Chance auf den Führungstreffer. Lauth wurde auf die Reise geschickt, er lief frei auf Sattelmaier zu, welcher sehr lange stehen blieb. Lauth zögerte einen Moment zu lange und so konnte Sattelmaier den Ball zur Ecke abwehren (41.).

Heidenheim kämpft aufopferungsvoll

Mit einem Paukenschlag begann der zweite Spielabschnitt. Die Heidenheimer haben einen Freistoß nahe der Eckfahne. Der Ball gelangt zu Sökler, der den Ball direkt versucht im Tor unterzubringen. Der Ball wird geblockt und landet vor den Füßen von Wood. Die Gäste hatten nun eine drei gegen eins Überzahl. Feistle konnte den Pass von Wood zu Stoppelkamp nicht unterbinden und dieser ließ sich nicht zweimal bitten und versenkte die Kugel zum 0:1 (51.). In der Folgezeit drängten die Münchner auf den zweiten Treffer, doch klare Chancen ergaben sich nicht mehr. Vorangepeitscht vom fanatischen Publikum nahmen nun die Heidenheimer das Heft in die Hand und wechselten offensiv. Schnatterer vergab freistehend mit einem Volley über das Tor (65.). Mitten in die Drangphase der Heidenheimer kam dann Adlungs Schuss. Dieser fasste sich ein Herz, doch sein strammer Schuss landete nur am Innenpfosten, Sattelmaier hätte keine Chance gehabt (77.). Es begann schon die Nachspielzeit ehe sich die Hausherren für ihr Bemühen belohnten. Eine Schnatterer-Ecke konnte Göhlert zum viel Umjubelten 1:1 einschieben (90. +1). Auf den Rängen brachen alle in Freude aus. Die Sensation schien wieder greifbar und die Fans brüllten das Team regelrecht durch die Verlängerung.

„Schlabber“-Király wird zum Helden

Dort waren zwar die Gäste wieder tonangebend, doch klare Chancen konnte sich kein Team mehr herausspielen. Man merkte den 22 Akteuren an, dass die intensiven 90 Minuten sehr viel Kraft gekostet haben. Im Elfmeterschießen wurden die ersten sechs Elfmeter durch Krebs, Lauth, Schnatterer, Stark, Mayer und Adlung verwandelt. Dann trat Niederlechner an. Sein guter Versuch wurde von Király, der trotz der heißen Temperaturen wieder in einem langen Torwartdress und seiner „Schlabberhose“ auflief, glänzend pariert. Der stark aufspielende Stoppelkamp eröffnete mit seinem ersten Treffer den Torreigen und beendete ihn zugleich. Auch bei seinem Elfmeter war Sattelmaier machtlos. Der letzte Elfmeter sollte Heise gehören. Bisher ahnte Király immer die Ecke, Heise probierte es hart und halbhoch in die Mitte. Doch auch hier wehrte Király den Ball mit seiner Fußspitze ab und wurde an diesem Abend zum Pokalhelden.

Stimmen der Trainer

FCH-Cheftrainer Frank Schmidt: "Glückwunsch an die Löwen zum Weiterkommen im DFB-Pokal. Es ist sehr bitter und eigentlich ein Spiegelbild zu vor zwei Jahren gegen Borussia Mönchengladbach. Wenn man sieht, wie wir 120 Minuten gearbeitet haben und im Spiel drin waren, dann muss man 'Hut ab' vor meiner Mannschaft sagen. Einem sehr starken Zweitligisten haben wir es heute sehr schwer gemacht. Wir waren schon auf Augenhöhe, wenn gleich der Gegner die klaren Chancen hatte. Rouven Sattelmaier hat uns vor der Halbzeit das Remis gesichert. Im zweiten Durchgang haben wir eine Art Anfängerfehler gemacht und die Löwen haben das 1:0 erzielt. Alles was danach gekommen ist, war unglaublich. Wenn man solch einen Glauben besitzt, um das Spiel noch zu drehen, dann hat man es auch verdient kurz vor Schluss den Ausgleich zu machen. In der Verlängerung hat uns ein wenig die Kraft gefehlt, um gefährlich vorne reinzukommen. Elfmeterschießen haben wir natürlich auch trainiert, aber vielleicht hat nach 120 Minuten der Tick Überzeugung gefehlt, um die Gunst der Stunde zu nutzen im Elfmeterschießen weiter zu kommen. Wir sind zwar enttäuscht, dass wir ausgeschieden sind, aber wir können definitiv auf der Leistung aufbauen."

1860-Coach Alexander Schmidt: "Ich habe prophezeit, dass es in Heidenheim einen heißen Tanz geben wird. Sie haben eine gute Mannschaft und uns alles abverlangt. Es war für uns nicht positiv, dass wir den Sack nicht zu gemacht haben, beziehungsweise ein bisschen Pech gehabt haben. Der Ausgleich kam in einer Phase, als ich notgedrungen Dominik Stahl auswechseln musste. Uns ging damit ein Kopfballspieler abhanden und wir waren kurzzeitig unsortiert. Heidenheim hat alles auf eine Karte gesetzt. Kurz vor Schluss den Ausgleich zu bekommen, war dann psychologisch schwierig für uns. Die Mannschaft hat das aber weggesteckt, weiter Gas gegeben und auf Sieg gespielt. Im Endeffekt können wir uns bei Gabor bedanken, dass er so gut gehalten hat."

 

FOTO: regensburg1889.de

   

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