Pleiten für FCK und Hansa – Irre Schlussphase in Wiesbaden

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Erneute Niederlage für den 1. FC Kaiserslautern: Beim Halleschen FC unterlag der Zweitliga-Absteiger am Samstag mit 0:2. Während Unterhaching nach einem 2:1-Sieg gegen Hansa Rostock von der Tabellenspitze grüßt, verspielte Braunschweig in Wiesbaden in einer irren Schlussphase den ersten Sieg (3:3). Meppen holte gegen Aalen erstmals in dieser Spielzeit alle drei Punkte (1:0), Zwickau besiegte Köln mit 1:0 und das Spiel zwischen Großaspach und Osnabrück endete torlos.

Halle 2:0 Kaiserslautern: FCK verliert erneut

Während die Roten Teufel schwer in die Partie fanden, gab Halle von Beginn an Gas und bekam nach zwölf Minuten einen Elfmeter zugesprochen, nachdem Marvin Ajani von Florian Dick zu Fall gebracht worden war. Bentley Baxter Bahn schnappte sich die Kugel und verwandelte sie unten links zum 1:0 der Hausherren. Die Führung gab dem HFC sichtlich Selbstvertrauen, immer wieder initiierte die Ziegner-Elf gefährliche Angriffe. Und der FCK? Von dem war im Spiel nach vorne überhaupt nichts zu sehen. Erst in der 23. Minute erzeugten die Gäste Torgefahr, Thiele kam an eine Flanke aber nicht mehr heran. Drei Minuten später setzte Spalvis einen Dick-Freistoß über den Kasten. Kaiserslautern fand nun besser ins Spiel, hatte aber Glück, dass Fetsch in Minute 31 und 33 zweimal knapp vorbeizog. Auch wenige Augenblicke später stand der HFC-Stürmer wieder im Fokus, als er einen Lupfer freistehend genau in die Arme von Sievers spielte – was für eine Möglichkeit. Fast hätte sich die fahrlässige Chancenverwertung gerächt, doch eine Hemlein-Flanke flog nach 39 Minuten ohne Abnehmer durch den Strafraum. Zur Pause blieb es daher bei der knappen Führung der Hausherren.

Nach dem Seitenwechsel trat der FCK dominanter auf, wenngleich er weiterhin nur selten für Gefahr sorgen konnte. So hatte Halle das Spiel weiterhin im Griff und nach 59 Minuten die Chance auf das 2:0 – nach einem Eckball streifte Bahns Schuss den Pfosten (59.). Kaiserslautern rannte unterdessen an, fand gegen gut stehende Hallenser jedoch kein Durchkommen. Und fünf Minuten vor dem Ende war die Partie durch einen Treffer von Sebastian Mai zugunsten der Saalestädter entschieden. Während Halle den zweiten Sieg in Folge feierte, kassierte Kaiserslautern die zweite Niederlage hintereinander und rutscht auf Platz 15 ab.

Unterhaching 2:1 Rostock: Haching übernimmt Spitze

Im Hachinger Sportpark waren keine zwei Minuten gespielt, als Hain nach einem Freistoß die Führung um Zentimeter verpasste. Nur zwei Zeigerumdrehungen später setzte auch Hansa einen ersten Nadelstich, Soukou scheiterte mit einem Distanzschuss jedoch an Königshofer. Auch die nächste Chance gehörte der Kogge, dieses Mal zog Soukou knapp vorbei (14.). Kurz danach brachte der Hansa-Stürmer den Ball dann im Tor unter, stand dabei aber im Abseits, sodass der Treffer nicht zählte. Hansa gab in dieser Phase den Ton an, hatte jedoch Glück, dass Keeper Gelios erst einen Schuss von Hain und dann einen Versuch Porath abwehren konnte (27.). Plötzlich war Haching voll da, kam über einen Bigalke-Freistoß zu einer weiteren Top-Chance (30.) und ging durch Stephan Hain nach 30 Minuten schließlich in Führung – eine scharf getretene Ecke bekamen die Gäste nicht geklärt. Der Gegentreffer setzte Rostock sichtlich zu, Hain verpasste nach 35 Minuten das 2:0. Weitere Chancen kamen im ersten Durchgang nicht hinzu, Haching nahm die knappe Führung mit in die Pause.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff forderte Hansa einen Elfmeter, nachdem Scherff von Endres gelegt worden war, doch Schiedsrichter Johann Pfeifer ließ weiterlaufen – strittig (48.). Die Kogge reagierte wütend und hatte nach 56 Minuten die Riesenchance: Nach einer Rankovic-Vorlage schloss der zur Pause eingewechselte Königs direkt ab und zwang Königshofer zu einer Glanzparade. Auch in Minute 65 stand der Hachinger Keeper wieder im Fokus, dieses Mal musste er gegen Breier retten. Der Ausgleich lag in dieser Phase in der Luft, doch mitten in der Rostocker Drangphase erhöhte Luca Marseiler nach Vorarbeit von Hain auf 2:0 (72.). Hansa warf danach alles nach vorne, war aber im Pech: Nach einem Handspiel von Kiomourtzoglou hätte es Elfmeter geben müssen, doch Pfeifer ahndete das Vergehen unter wüsten Protesten der Rostocker nicht (78.). Geschlagen gab sich die Kogge aber noch nicht, vier Minuten vor dem Ende verkürzte Del-Angelo Williams nach Vorarbeit von Königs auf 1:2. Die Gäste drängten nun mit aller Macht auf den Ausgleich und hatten in der Nachspielzeit nochmal zwei Riesenchancen: Erst zog Rieble den Ball über die Querlatte (90.+1), dann scheiterte Breier mit einem Dropkick aus fast 30 Metern am herausragend reagierenden Königshofer (90.+3). Damit war die Rostocker Niederlage besiegelt. Unterhaching grüßt derweil – zumindest vorerst – von der Tabellenspitze.

Wiesbaden 3:3 Braunschweig: Verrückte Schlussphase in der Brita-Arena

Die Partie begann hektisch, bereits nach nicht einmal zwei Minuten setzte Schäffler eine Flanke von Schwardorf nur hauchdünn über den Querbalken. Auch Braunschweig versteckte sich nicht und kam in Person von Thorsen nach sieben Minuten zur ersten Chance – knapp vorbei. Drei Zeigerumdrehungen später setzte Andrist einen Eckball nur um Zentimeter neben das Tor, wenig später musste Kolke gegen Hofmann parieren (17.) und in Minute 20 vergab Andrist. Die Zuschauer sahen ein überaus lebhaftes Spiel, das erst nach knapp 25 Minuten etwas abflachte. Chancen wurden nun seltener, doch in Minute 32 ging Eintracht Braunschweig in Führung. Nach Vorlage von Ivan Franjic war es Philip Hofmann, der zum 1:0 für den BTSV einnetzte. Wiesbaden reagierte mit wütenden Angriffen, nach 37 Minuten scheiterte Kuhn aus spitzem Winkel an Engelhardt im BTSV-Tor. Anschließend verteidigte Braunschweig die Führung geschickt und nahm diese auch mit in die Pause.

Aus dieser kamen die Gäste anschließend optimal zurück und erhöhten nach 48 Minuten durch einen direkt verwandelten Freistoß von Onur Bulut auf 2:0. Der Plan von SVWW-Trainer Rüdiger Rehm war schnell wieder über den Haufen geworfen, Braunschweig ließ nun geschickt den Ball laufen. Entschieden war die Partie noch nicht, denn in Minute 63 kam Wiesbaden wie aus dem Nichts zum Anschlusstreffer. Nach einer Flanke von Schwardorf bekam Braunschweig den Ball nicht geklärt, Engelhardt und Valsvik behinderten sich gegenseitig, sodass Manuel Schäffler aus elf Metern in den leeren Kasten einschieben konnte. Die Hausherren hatten nun Blut geleckt, doch nach 75 Minuten stellte Malte Amundsen den Zwei-Tore-Vorsprung nach einem Missverständnis zwischen Markus Kolke und Moritz Kuhn wieder her. Die Vorentscheidung? Nein! Drei Minuten vor dem Ende verkürzte Andrist per Flachschuss auf 2:3, ehe sich die Ereignisse in der Nachspielzeit überschlugen: Erst sah Malte Amundsen nach einem Foulspiel im Mittelfeld Gelb-Rot, dann erzielte Daniel Kyereh in der vierten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich – irre! Innerhalb von drei Minuten verspielte Braunschweig damit den ersten Sieg der Saison, während Wiesbaden die dritte Pleite in Folge abwendete.

Meppen 1:0 Aalen: Erster Sieg für den SVM

Nach der bitteren Last-Minute-Niederlage gegen Uerdingen am vergangenen Mittwoch war der SVM um Wiedergutmachung bemüht und erarbeitete sich nach sieben Minuten die erste Chance: Tankulić zog aus 20 Metern aber vorbei. Kurz danach hatte Meppen dann die dicke Möglichkeit auf das 1:0: Nachdem Kleinsorge im Strafraum zu Boden gegangen war, gab es Elfmeter für die Hausherren, den Tankulic jedoch an den Pfosten setzte. Anschließend wurde die Partie etwas ruppiger, ehe sich Jeron Gies im Meppener Tor nach 30 Minuten gleich zweimal gegen Luca Schnellbacher auszeichnen konnte. Vor der Pause erhöhten die Emsländer nochmal den Druck und hatten über Puttkammer, der per Kopf nur knapp vorbeizielte, eine dicke Chance (43.). Auf der anderen Seite ließ Schnellbacher freistehend die Aalener Führung liegen, sodass es torlos in die Kabinen ging.

Nach Wiederanpfiff setzte Leugers mit einem Distanzschuss ein erstes Warnzeichen (48.), kurz danach wurde Wegner erst im letzten Moment geblockt (51.). Meppen drängte nun auf die Führung, nach 55 Minuten setzte Amin einen Eckball nur um Zentimeter vorbei. Danach war die Drangphase der Hausherren erstmal wieder beendet, sodass die Zuschauer in der Folge eine zähe Partie sahen. Erst in der Schlussphase erhöhte Meppen wieder den Druck, näherte sich über Wagner an (76.) und ging in der 83. Minute in Führung: Thilo Leugers fasste sich aus 20 Metern ein Herz und schweißte den Ball zum 1:0 in die Maschen. Danach rettete Gies gegen Funk die Führung (86.), ehe Undav in der 90. Minute das 2:0 verpasste. Doch das war den Hausherren letztlich egal, denn es blieb beim 1:0 und dem ersten Sieg der neuen Saison.

Großaspach 0:0 Osnabrück: Keine Tore auf dem Dorf

Vor 2.500 Zuschauern in der mechatronik-Arena fanden die Gäste besser in das Spiel, Farrona-Pulido zog nach acht Minuten nur knapp über das Gehäuse. Während der SG Sonnenhof die Ideen fehlten, kam Osnabrück der Führung immer näher: Erst scheiterte Taffertshofer mit einem Distanzschuss an Broll (27.), dann fand auch Dercho im Aspacher Keeper seinen Meister (30.). Danach flachte die Partie ab und Großaspach ging ohne echte Torchance in die Pause.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs wechselte SG-Trainer Sascha Hildmann doppelt und sah nun ein bessere Hausherren. Die nächste Möglichkeit auf einen Treffer verbuchte nach 52 Minuten aber der VfL: Nachdem sich Broll beim Herauslaufen verschätzt hatte, war Heider frei durch, setzte das Leder jedoch auf den Kasten – das hätte das 1:0 sein müssen. Anschließend entwickelte sich eine offene Partie, in der sich keiner der beiden Mannschaften einen echten Vorteil erarbeiten konnte. So blieb es am Ende beim torlosen Remis. In der Tabelle bleibt Osnabrück Zweiter und Großaspach Elfter.

Zwickau 1:0 Köln: Perfekter Saisonstart für den FSV

Nach einer ereignisarmen Anfangsphase mit vielen Ungenauigkeiten auf beiden Seiten hatte Moritz Hartmann nach 27 Minuten das 1:0 für Fortuna Köln auf dem Fuß: Barylla konnte den Ball aber kurz vor der Linie klären. Die Gäste blieben anschließend am Drücker, konnte sich aber nicht mehr in Szene setzen, sodass nach 45 Minuten ein torloses Unentschieden auf der Anzeigetafel stand.

Auch nach dem Seitenwechsel lief bei beiden Teams im Spiel nach vorne nicht viel zusammen, erst nach 58 Minuten ging wieder ein Raunen durch das Stadion, als Bernard Kyere-Mensah eine Hereingabe nur um Zentimeter verpasste. Danach wachte Zwickau auf: Erst setzte Königs einen Schuss aus 15 Metern an den Pfosten (64.), dann wurde Königs von Uaferro gehalten, sodass es Elfmeter gab. Kapitän Toni Wachsmuth nahm sich der Sache an und verwandelte sicher zum 1:0 (66.). Die Fortuna wirkte in der Folge verunsichert, Hartmann verpasste nach 73 Minuten den Ausgleich aber nur knapp. Kurz danach ließ Königs das 2:0 liegen (79.), ehe Brinkies eine gefährliche Flanke der Gäste abfangen konnte (83.). Danach spielte Zwickau die Partie ohne Probleme herunter und grüßt mit starken acht Punkten aus den ersten vier Spielen von Tabellenplatz drei. Köln ist derweil auf Platz 18 abgerutscht.

   
  • Michael Roxermann

    Verdiente Niederlage der selbsternannten Aufsteiger aus Rostock😂

    • Sascha

      Du kommst auch nur aus deinem Loch gekrochen, wenn Hansa oder Jena verlieren! Mach einfach das beste und gehe dich verbuddeln und komm nie wieder zum Vorschein!

    • stPauli

      da nützt RB das ganze Geld nicht

    • jürgen schumacher

      DIE HOHEN TEMPERATUREN HABEN BEI ROXI VIEL SCHADEN ANGERICHTET.NEHMT IHN NICHT SO ERNST.

  • Doppelherz

    @lol….na feiert ihr noch???

    • Philipp Schramm

      @lol…. Wie war das doch gleich? "Abstiegskandidat" spielt gegen "Wiederaufstiegskandidat"?
      Diese 3. Liga zeigt einmal mehr, das hier mit jeder Mannschaft zu rechnen ist. Jede Mannschaft kann jede Mannschaft bezwingen.

  • Tobi

    Diese dritte Liga ist dieses Jahr einfach nur geil, die vermeintlichen Favoriten sind nach 4 Spieltagen genauso gut oder weniger gut dabei wie alle anderen und offensichtlich kann hier wirklich jeder jeden schlagen. Tolles Spiel unseres HFC mit verdientem Sieg, das habt ihr mal wieder richtig gut gemacht.

    • Thomas Horstmann

      Wirklich absolut verdient. Lautern auch ohne körperliche Präsenz. Einfaches Ausspielen geht in der 3. Liga einfach nicht. Das muss Frontzeck seinen Kicken langsam auch vermitteln.

    • Philipp Schramm

      Ja, der HFC tritt in dieser Sasion ganz anders auf, als noch in der vergangenen Saison. Die letzten Spiele (auch wenn es gegen Köln noch eine Niederlage gab), waren alle samt richtig gute Spiele vom HFC.
      Aber auch in dem Spiel gegen den FCK hat es wieder gezeigt, das der HFC unbedingt an der Chancenverwertung arbeiten muss und vor allem Tore schießen üben. Es darf nicht sein, das man aus 3 Metern das Tor nicht trifft.

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