Patrick Göbel im Interview: "Platz 4 wäre ein absoluter Bonus"

Im Interview mit liga3-online spricht Patrick Göbel vom FSV Zwickau über die bisher starke Rückrunde, die nicht beantragte Zweitliga-Lizenz, eine immer noch mögliche Qualifikation für den DFB-Pokal und seinen Bruder Christoph, der aktuell mit einem Kreuzbandriss lange ausfällt.

[box type="info" size="large"]"Winterpause kam zu einem richtigen Zeitpunkt"[/box]

liga3-online.de: Vier Spieltage vor Saisonende rangieren Sie mit dem FSV Zwickau auf Platz sieben. Der Rückstand auf Aufstiegsplatz zwei beträgt gerade einmal drei Zähler. Nach der Hinserie war das nicht abzusehen, oder Herr Göbel?

Patrick Göbel: Überhaupt nicht. Wir hatten bis zur Winterpause extrem wenige Punkte gesammelt und dachten, dass wir bis zum Ende um den Klassenverbleib kämpfen müssen. Umso schöner ist es, dass es dieses Jahr so gut läuft und wir nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben.

In der Rückrundentabelle ist der FSV mit 35 Punkten immer noch mit Abstand die beste Mannschaft. Wie erklären Sie sich den Formanstieg im neuen Jahr?

Die Winterpause kam zu einem richtigen Zeitpunkt. Wir konnten abschalten, die vielen Negativerlebnisse aus der Hinserie vergessen und neu angreifen. Entscheidend war dann der gute Start in die Rückserie. Auch durch zum Teil glückliche Siege, wie gegen die U23 des SV Werder Bremen am 22. Spieltag, bei dem wir durch ein Eigentor des Bremer Torhüters in der Nachspielzeit gewonnen haben, sind wir sicherer und gefestigter geworden.

Mit fünf Toren und zehn Vorlagen gehören Sie zu den absoluten Leistungsträgern in Zwickau. Sie waren an mehr als einem Drittel der 43 Saisontore direkt beteiligt. Beim jüngsten 2:1-Erfolg gegen den SC Fortuna Köln bereiteten Sie das 2:0 von Torjäger Ronny König vor. Sind Sie zufrieden mit Ihrer bisherigen Saisonleistung?

Meine Statistiken in dieser Saison sind auf jeden Fall ordentlich. Zufriedenheit ist aber das falsche Wort. Wenn ich zufrieden wäre, würde ich nicht weiter an mir arbeiten. Ich ruhe mich aber keinesfalls aus und will mich stetig verbessern.

Aufgrund der starken Rückserie wäre der Aufstieg sportlich immer noch drin. Allerdings wurde vom Verein keine Lizenz für die 2. Bundesliga beantragt. Wie sehr ärgert Sie das?

Ganz ehrlich? Darüber haben wir uns bisher noch keine Gedanken gemacht. Wir waren noch zu keinem Zeitpunkt auf einem Aufstiegsplatz und haben in den letzten Wochen und Monaten ausschließlich Punkte gegen den Abstieg geholt. Aber klar: Falls wir am Saisonende auf Platz zwei oder drei ständen, wäre das schon bitter. Dass der Verein so gehandelt hat, ist aber vollkommen verständlich. Als die Lizenz beantragt werden musste, waren wir Tabellenvorletzter. Wohl niemand hätte damit gerechnet, dass wir einen solchen Lauf starten und noch ernsthaft oben angreifen können.

Es geht trotzdem noch um einiges. Mit einer Platzierung unter den ersten vier Mannschaften würde sich Zwickau für den DFB-Pokal qualifizieren. Ist das jetzt das klare Ziel?

Ein klares Ziel ist das sicher nicht. Wir wissen aber, dass wir in dieser Liga jeden Gegner besiegen können und wollen jedes Spiel gewinnen. Was dann am Ende dabei herausspringt, werden wir sehen. Der vierte Platz wäre nach unserer bisher grandiosen Rückrunde ein absoluter Bonus.

[box type="info" size="large"]"Christoph hat einige schwere Wochen hinter sich"[/box]

Im Sachsenpokal hat Zwickau die Chance auf die DFB-Pokalqualifikation verspielt. Im Halbfinale gab es ein 1:2 nach Verlängerung gegen den Chemnitzer FC. Warum hat es nicht für den Finaleinzug gereicht?

Die Niederlage war sehr bitter, beide Gegentore resultierten aus Standards. Das darf uns so nicht passieren. In der darauf folgenden Partie gegen Fortuna Köln haben wir aber eine starke Reaktion gezeigt. Es ist klasse zu sehen, wie jeder einzelne Spieler bis zum Saisonende alles gibt und trotz des bereits sicheren Klassenverbleibs die Saison nicht bloß austrudeln lässt.

Am Sonntag geht es mit der Partie beim SC Preußen Münster weiter. Im Hinspiel gab es ein 0:1. Wie schätzen Sie den SCP ein?

Münster ist eine heimstarke Mannschaft, die gegen uns den Klassenverbleib unter Dach und Fach bringen möchte. Es erwartet uns eine schwere Aufgabe. Allerdings wissen wir um unsere Stärke und wollen auch diesmal wieder dreifach punkten.

Sie sind nicht der einzige Göbel, der für Zwickau spielt. Ihr älterer Bruder Christoph fällt aktuell aber mit einem Kreuzbandriss lange aus. Hat Sie die Verletzung sehr getroffen?

Klar – vor allem, wenn man zum Zeitpunkt der Verletzung mit auf dem Platz steht. Christoph hat einige schwere Wochen hinter sich. Ich habe häufig mit ihm gesprochen und ihm Mut gemacht. Mittlerweile hat er das Schlimmste bereits hinter sich, bald beginnt die Reha. Ich bin fest davon überzeugt, dass mein Bruder in der kommenden Saison wieder topfit für Zwickau spielen wird.

Als Sie 2014 von Rot-Weiß Erfurt zum FSV Zwickau wechselten, war Ihr Bruder bereits für den FSV am Ball. War er auch ein Grund für Ihren Wechsel?

Auf jeden Fall. Christoph wusste bereits, wie es beim FSV abläuft und hat mir einiges erzählt. Danach hatte ich schnell Kontakt zu Trainer Torsten Ziegner. Die Gespräche liefen gut. Das Ziel, in die 3. Liga aufzusteigen, war damals schon präsent. Auch deshalb habe ich mich für den Schritt nach Zwickau entschieden. Ich wollte mehr Spielpraxis bekommen und mittelfristig wieder zurück in die 3. Liga. Da ich beide Ziele erreichen konnte, habe ich wohl alles richtig gemacht. (lacht)

   
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