Patrick Auracher: "Egoismen müssen hintenangestellt werden"

Patrick Auracher spielt seit der D-Jugend für die Stuttgarter Kickers, stieg mit der A- Jugend in die Junioren-Bundesliga auf und schaffte über die zweite Mannschaft schließlich den Sprung in den Profikader. Dort ist der 23-Jährige mittlerweile ein fester Bestandteil und absolvierte bisher 36 Drittliga-Spiele. Bei den Fans ist der in Stuttgart geborene Verteidiger aufgrund seiner Vereinstreue sehr beliebt und hat sich in der Dritten Liga mittlerweile einen Namen gemacht. Im Interview mit liga3-online.de spricht der Linksverteidiger über die bisherige Saison, die Vorbereitung auf die restliche Spielzeit und über seine Vereinstreue.

 

Hallo Herr Auracher, schön dass Sie sich Zeit genommen haben für ein Interview mit liga3-online.de

Patrick Auracher: Sehr gerne.

Die Kickers waren eine Woche im Trainingslager im türkischen Side, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten. Wie fällt Ihr Fazit aus und was waren die Schwerpunkte der täglichen Trainingsarbeit?

Mein Fazit fällt sehr positiv aus. Wir haben sehr viel in den Bereichen Athletik und Taktik gearbeitet. Die Rahmenbedingungen waren optimal.

Die bisherigen Testspiele wurden gegen unterklassige Teams allesamt gewonnen. Inwiefern geben diese Aufschluss über die aktuelle Form der Mannschaft?

Für das Selbstvertrauen waren diese Testspiele sehr gut, aber man sollte die Ergebnisse nicht überbewerten. Die Form scheint zu stimmen, aber die müssen wir am Samstag in Kiel auf den Platz bringen.

Sie persönlich haben schon eine abwechslungsreiche Hinrunde hinter sich. Unter Ex-Trainer Massimo Morales aussortiert, unter Horst Steffen zwischenzeitlich gesetzt. Im letzten Drittligaspiel in Erfurt saßen Sie dann erstmals wieder 90 Minuten auf der Bank. Wie sehen Sie ihre Chancen auf einen Stammplatz in der Rückrunde?

Zum Thema Morales möchte ich mich nicht mehr äußern, außer dass ich wohl das Gegenteil bewiesen habe. Unter Horst Steffen habe ich von Anfang an eine realistische Chance bekommen und habe sein Vertrauen auf einer für mich ungewohnten Position zurückgezahlt. Nach einem schwächeren Spiel in Leipzig habe ich die Entscheidung akzeptiert, nicht zu spielen. Danach haben wir gewonnen und nur das zählt. Egoismen müssen hintenangestellt werden. Wenn die Leistung stimmt, hat jeder Spieler gute Chancen auf einen Stammplatz.

Sechs Heimsiege in Folge und der erste Auswärtssieg in Erfurt ließen die Kickers auf dem 15. Tabellenplatz überwintern. Der Trend zeigt nach oben, was ist in dieser Saison für die Kickers noch drin?

Man sieht, dass in der 3. Liga offensichtlich jeder jeden schlagen kann. Für uns geht es nur darum, den Klassenerhalt zu schaffen und darauf sollten wir uns konzentrieren und nicht anfangen, zu träumen.

Zum Rückrundenstart geht es nach Kiel. Wie schätzen Sie den kommenden Gegner ein?

Ich gehe davon aus, dass wir auf einen sehr guten Gegner treffen werden. Sie werden versuchen, uns von der ersten Minute an unter Druck zu setzen und die Zuschauer auf ihre Seite zu ziehen. Aber wir sind gut vorbreitet und fahren nicht nach Kiel, um dort die Punkte abzuliefern. Wir wollen unseren Aufwärtstrend fortsetzen und etwas Zählbares mit nach Stuttgart nehmen.

Sie spielen schon seit 2004 bei den Kickers, solange wie kein anderer in der Mannschaft. Was zeichnet Ihrer Meinung nach den Verein aus?

Der Zusammenhalt im Verein ist sehr groß, ob in guten oder schlechten Zeiten. Die Fans stehen hinter dem Verein und der Mannschaft, unabhängig von der Tabellenposition. Der SVK ist ein Verein zum Anfassen und ein echter Traditionsverein, der dazu noch sehr familiär ist. Ich fühle mich bei den Blauen sehr wohl.

Mit dem SVK haben Sie schon viel erlebt. Was war bisher Ihr schönstes Erlebnis?

Das schönste Erlebnis war der Aufstieg in die 3. Liga. Dort war natürlich der letzte Spieltag in Darmstadt das absolute Highlight, als wir den Klassenerhalt geschafft haben. Das war Gänsehaut pur.

Ihr Vertrag läuft Ende der Saison aus, gab es schon Gespräche über eine mögliche Verlängerung?

Bisher noch nicht, aber wenn ich weiterhin meine Leistung bringe, hoffe ich, dass die ersten Gespräche zeitnah stattfinden werden. Natürlich sind die Kickers mein erster Ansprechpartner.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

FOTO: Sebastian Ahrens / rostock-fotos.de 

   

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