Paderborn-Pleite: Rotation geht schief, Abwehr zu offen

Nur vier Tage nach dem Einzug in das Achtelfinale des DFB-Pokals musste sich der SC Paderborn am Samstag mit 1:3 bei Carl Zeiss Jena geschlagen geben und damit die zweite Saisonniederlage hinnehmen. Die Gründe für die Pleite sind schnell ausgemacht.

"Jena hat uns den Schneid abgekauft"

Keine Frage: Der klare Sieg für den Aufsteiger war "absolut verdient – gerade aufgrund der ersten Halbzeit", wie SCP-Trainer Steffen Baumgart auf der Pressekonferenz nach Spielende zugeben musste. Denn in den ersten 45 Minuten war Jena dem SCP in vielen Belangen überlegen und hätte durchaus mehr als zwei Treffer erzielen können. Vor allem die defensiven Außenbahnen des Tabellenführers waren viel zu offen, insbesondere Rechtsverteidiger Lukas Boeder kam kaum in die Zweikämpfe und ließ sich immer wieder überlaufen. Auch das Stellungsspiel des 20-Jährigen war ausbaufähig.

Jena erkannte diese Schwachstelle sofort, fuhr einen Angriff nach dem anderen über die rechte Paderborner Abwehrseite und hätte zur Pause auch mit 3:0 oder 4:0 führen können. "Das haben wir so in dieser Saison noch nicht erlebt", sagte Baumgart und fügte an: "Jena hat uns den Schneid abgekauft". Es passte ins Bild, dass das 0:1 durch ein kurioses Eigentor von Christian Strohdiek fiel: Der Kapitän brachte den Ball per Flugkopfball im Tor unter.

Offensiv lange harmlos

Und dass von der besten Offensive der 3. Liga in den ersten 30 Minuten nichts zu sehen war, lag an den Außenbahnen. Dort rotierte Baumgart im Vergleich zum Pokalspiel gegen den VfL Bochum und vertraute mit Matthias Stingl und Jamilu Collins überraschend zwei Drittliga-Rookies, die jedoch überfordert waren, keine Akzente setzen konnten und großen Anteil am 0:2 hatten. Bezeichnend: Schon nach 35 Minuten korrigierte Baumgart seine Aufstellung und brachte mit Christopher Antwi-Adjej den Stammspieler für diese Position. Danach lief das Angriffsspiel der Ostwestfalen deutlich flüssiger, wenngleich das Pendel zu diesem Zeitpunkt bereits in Richtung Niederlage ausgeschlagen war.

In der Pause machte Baumgart seine Spieler nochmal wach, warf die Rotation endgültig über Bord und brachte Zolinski für Stingl. Der SCP war in der Folge deutlich besser im Spiel, kam nach 63 Minuten auch zum Anschluss, kassierte aber im direkten Gegenzug das 1:3. Danach rannte Paderborn zwar weiter an, präsentierte sich aber längst nicht so zielstrebig wie in der bisherigen Saison und ging als verdienter Verlierer vom Platz. Der verletzungsbedingte Ausfall von Top-Torjäger Dennis Srbeny machte sich mehrmals bemerkbar.

Niederlage ist kein Beinbruch

Insgesamt war es ein gebrauchter Tag für den SCP, der sich vor allem in der ersten Halbzeit ungewohnt viele Fehler leistete und das Spiel zu diesem Zeitpunkt bereits aus der Hand gab. "Mit so einem Auftritt können wir in der 3. Liga nicht bestehen", fand Baumgart klare Worte und betonte: "Wir sind eben keine Übermannschaft."

Der SCP-Coach kündigte an, Schlussfolgerungen aus dem Spiel ziehen zu wollen. Ein Beinbruch ist die 1:3-Niederlage indes aber nicht, zumal der SC Paderborn weiterhin von der Tabellenspitze grüßt und sich nach wie vor in einer guten Ausgangslage befindet. Spiele wie gegen Jena gehören dazu – selbst in einer Saison, in der dem SCP bisher fast alles gelang.

 

   
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