Ostbayern-Derby: Polizei stark gefordert, Einsatz bewährt

Das Ostbayern-Derby zwischen dem SSV Jahn Regensburg und dem SV Wacker Burghausen (0:1) hat die Einheiten der Polizei am Samstag sehr gefordert, insgesamt habe sich aber das Einsatzkonzept bewährt – so das Fazit der Bayerischen Polizei in ihrer Bilanz zum Spiel. Einige Festnahmen und Anzeigen sowie zwei kurze brisante Situationen nach der Partie sind dabei hervorzuheben, im Gesamten jedoch verlief das Derby und das Drumherum relativ friedlich.

Regensburger Fan-Marsch verläuft stimmungsvoll und friedlich

Die Jahn-Anhänger versammelten sich um 10.30 Uhr am Domplatz in der Innenstadt, um im Derby-Marsch gemeinsam zum Stadion zu ziehen. Gut 200 Fans folgten bei herrlichem Wetter dem Aufruf der Fanszene. In Polizeibegleitung machten sie sich stimmungsvoll und farbenfroh gegen 11.30 Uhr auf den Weg und gelangten durch die Stadt über Rathaus und Prüfeninger Straße zum Stadion, der Marsch verlief dabei komplett reibungslos und friedlich.

Wacker-Sonderzug: Festnahmen wegen Pyro, Nazi-Symbolen und Vermummung

Die Fans von Wacker Burghausen, die einen Sonderzug bereitgestellt bekamen und deshalb gut 500 Mann mit zum Derby nahmen, kamen um 12.18 Uhr am Hauptbahnhof in Regensburg an. Bei der Einfahrt in den Bahnhof flogen Bengalische Fackeln aus dem Zug, im weiteren Verlauf konnten bei weiteren Personen auch pyrotechnische Gegenstände sichergestellt werden. Über den üblichen Fußweg gelangten sie anschließend ebenfalls in Polizeibegleitung zum Jahnstadion. Dabei wurden laut Polizeibericht insgesamt vier Burghausener Fans festgenommen (und werden eine Anzeige erhalten): Ein 17-jähriger zündetet auf dem Weg einen Bengalo, ein 26-jähriger entblößte seinen Oberarm mit einer Hakenkreuz-Tätowierung. Zwei weitere Personen, ein Mann und eine Frau, wurden wegen Vermummung angezeigt.

Burghausen Fans während des Spiels mit farbigem Rauch und Bengalischen Fackeln

Während dem Spiel zündeten Anhänger der Wacker-Fans nach dem 0:1 in der 47. Minute eine Bengalische Fackel und Rauch (die Fackel wurde in Richtung Spielfeld geworfen), später kamen weitere pyrotechnische Elemente und farbiger Rauch zum Einsatz. Eine Person konnte identifiziert werden, sie wird mit einer Anzeige und Stadionverbot rechnen müssen.

Zweimaliges Aufeinandertreffen der Fangruppierungen

Das polizeiliche Konzept war es ein Aufeinandertreffen der sich rivalisierenden Fangruppierungen zu verhindern, das gelang auch bis auf zwei Situationen nach Schlusspfiff weitestgehend. Die Burghausen-Fans, die sich am Ausgang des Gästeblocks ansammelten, provozierten die Jahn-Anhänger, die sich ebenfalls über einen ca. 10-mal 10 Meter-Pufferblock auf ein paar nette Wortwechsel mit Wacker-Anhängern einließen. Bald darauf flogen Gegenstände wie Flaschen, Schuhe und ein Fußball, schließlich gelang es ihnen den Pufferblock von beiden Seiten einzunehmen und es kam zu einer Auseinandersetzung. Anwesende Ordnungskräfte und Polizisten konnten die Fanlager aber wieder trennen. Das zweite Aufeinandertreffen fand außerhalb des Stadions am Gästeeingang statt. Ca. 50 Menschen, die laut Polizei-Bericht zum Jahn gehörten, liefen auf die 500 Burghausener zu. Mit Pfefferspray und Schlagstock schaffte es die Polizei, diese Situation zu beruhigen.

Positives Fazit der Polizei

Insgesamt aber hat sich das Konzept der Bayerischen Polizei bewährt und das Derby verlief (mit diesen beiden Ausnahmen und Einzelfällen) ohne großartige Störungen. Negativ anzusehen ist allerdings, dass es auf beiden Seiten nationalsozialistisch-denkende Personen aufgehalten haben. Diese Personen wollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, das Fußballspiel mit 6600 Zuschauern als “passenden” Ort für Gewalttaten und Schlägereien zu nutzen. Zumindest die auf Seiten der Jahn-Fans wurden noch nie im Jahnstadion gesehen, weshalb sie mit den Fans am Turm nicht in Verbindung zu bringen sind.

Fotos: Regensburg1889.de

 

 

   
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