Osnabrück belohnt sich spät – Wiesbaden klettert auf Platz 3

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Tabellenführer Osnabrück verzweifelte lange an Jena-Keeper Jo Coppens, ehe die Lila-Weißen die Partie mit 3:1 verdient für sich entschieden. Die Würzburger Kickers konnten sich in einem offenen Schlagabtausch knapp mit 2:1 gegen 1860 München durchsetzen. Der 1. FC Kaiserslautern agierte über weite Strecken harmlos bei den Sportfreunden Lotte, ehe ein Platzverweis die Partie zu Gunsten der Gäste kippte, die mit 2:0 siegten. Wehen Wiesbaden schob sich mit einem 2:0-Sieg über Preußen Münster vorerst auf Rang drei. Zudem spielten: Aalen-Zwickau (1:1) und Unterhaching-Großaspach (0:0).

Osnabrück 3:1 Jena: VfL dreht Spiel

Tabellenführer gegen Vorletzter – die Vorzeichen der Partie waren eindeutig. Doch der FCC überraschte in der Anfangsphase und ausgerechnet Osnabrücks sonst souveräner Keeper Nils Körber ließ eine Freistoß-Hereingabe nach vorne prallen: Justin Schau legte den Ball für Philipp Tietz bereit, der Außenseiter führte (6.). Die Führung der Gäste währte allerdings nicht lange, denn nach einer mustergültigen Flanke von Maurice Trapp stand in der Mitte Benjamin Girth genau in der Lücke zwischen den Innenverteidigern und köpfte unhaltbar ein (12.). Beinahe hätten die Gäste aber wieder zurückgeschlagen, aus sechs Metern schoss René Eckardt freistehend nur knapp am Pfosten vorbei (21.). Auf der anderen Seite erhielt Anas Ouahim die Chance, der eigentlich kleine Mittelfeldspieler köpfte aus elf Metern nur hauchdünn daneben (30.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff rettete dann die Latte für Carl Zeiss, bei einem Schuss kam Marcos Alvarez zu sehr in Rückenlage und vergab die Möglichkeit (45.).

Die zweite Hälfte begann, wie die erste endete: Mit einem Lattentreffer (47.) – dieses Mal war aber Jena-Keeper Jo Coppens noch mit der Hand dazwischen. In der Folge konnte sich der FCC kaum noch aus der Umklammerung des Tabellenführers befreien und Keeper Coppens avancierte immer mehr zum "Man of the Match" für die Gäste: Einen Flachschuss von Etienne Amenyido aus acht Metern parierte der belgische Torwart erneut (63.). In einer Phase, in der die Jenaer Abwehr wieder sicherer zu stehen schien, schlug der VfL Osnabrück zu: Nach einem Einwurf von Luca Pfeiffer wurde der Ball im Strafraum verlängert, Alvarez reagierte am Schnellsten und schob den Ball an Coppens vorbei (79.). Der Bann war gebrochen, der Torschütze des zweiten Osnabrücker Treffers bediente seinen Vorbereiteter – 3:1 für Osnabrück (87.). In der Tabelle liegt der VfL nun vorerst sieben Punkte vor dem KSC, Jena wartet seit zehn Spielen auf einen Sieg und bleibt mit fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer Vorletzter.

Würzburg 2:1 TSV 1860: Derby-Sieg für die Kickers

In der Anfangsphase des bayrischen Derbys tasteten sich beide Mannschaften ab. Die Würzburger Kickers versuchten die Münchener Löwen daraufhin um ihren Strafraum herum einzukreisen, was 1860 nur mit Nadelstichen beantwortete – Sebastian Schuppan klärte in letzter Sekunde von Stürmer Sascha Mölders (15.). Dann aber schlug der FWK eiskalt zu, eine Hereingabe von Patrick Göbel erreichte Orhan Ademi und der Würzburger blieb vor 1860-Keeper Marco Hiller cool (21.). Die Würzburger blieben dran und Caniggia Elva bat Herbert Paul zum Tanz – der Münchener Verteidiger geriet nach mehreren Haken ins Straucheln, der herauseilende Hiller konnte den zweiten Einschlag nicht verhindern (27.). Genauso schlecht ließ Prince-Osei Owusu im Gegenzug Schuppan aussehen, den Torschuss nahm Stefan Lex auf und verkürzte auf 1:2 aus Münchener Sicht (31.). Der Anschlusstreffer verlieh 1860 den nötigen Mut, um sich in die Partie zurückzubeißen – bis zum Pausenpfiff geschah allerdings nichts weiteres.

Das änderte sich auch zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht groß, wenngleich die Münchener den Schlagabtausch inzwischen offener gestalteten. Das bot auch den Würzburgern Räume, Keeper Hiller hielt sein Team aber mit einer Glanzparade gegen Dominic Baumann im Spiel (56.) – allerdings musste in derselben Szene Simon Lorenz den trudelnden Ball auf der Torlinie retten. Allmählich schien den Gästen die Luft auszugehen, ab der 70. Spielminute flachte das Spielgeschehen deutlich ab. Würzburgs stabile Spielweise nahm Oberhand, sodass die Münchener mit fortlaufender Spieldauer zu keiner Idee mehr gegen abgezockte Hausherren kam. So ging Würzburg als Sieger vom Platz und belegt nun Tabellenrang sechs, während 1860 auf Platz sieben abrutscht.

Lotte 0:2 Kaiserslautern: In Überzahl dreht Lautern auf

In einer tempoarmen Partie erwischten die Sportfreunde Lotte den besseren Start und erspielten sich kleinere Chancen gegen tief stehende Lautrer. Die große Chance kam dann in der 20. Minute, als Schiedsrichter Wolfgang Haslberger in einer unübersichtlichen Situation nach einem Eckball auf Elfmeter nach einem Handspiel von Mads Albaek entschied. Lottes Toni Jovic trat an, schoss den Ball aber wuchtig an die Querlatte (22.). Auch auf der anderen Seite zitterte das Aluminium, nachdem Carlo Sickinger mit einem Freistoß bereits SFL-Keeper Steve Kroll geschlagen hatte – auch die Lotter wurden von der Latte gerettet (32.). Bis zur Halbzeitpause waren beide Mannschaften um Fehlervermeidung bemüht.

Wie schon im ersten Abschnitt starteten die Sportfreunde auch nach dem Seitenwechsel besser in die Partie. Im Fokus stand zunächst auch Angreifer Maximilian Oesterhelweg, der aber im eigenen Sechzehner für Lautrer Prosteste sorgte – der 28-Jährige bekam bei einem Abschluss den Ball an die Hand, drehte sich aber weg (53.). Doch wie schon in den ersten 45 Minuten flachte der engagierte Auftritt der Hausherren schnell ab, die Partie verkam zu einem Mittelfeldgeplänkel zwischen beiden Mannschaften. Daraus resultierte im Endeffekt auch die gelb-rote Karte für Lottes Abwehrmann Matthias Rahn, der nach einem überharten Einsteigen gegen Florian Pick die zweite Verwarnung sah (76.). In Überzahl kippte die Partie doch noch zu Gunsten der harmlosen Lautrer, die sich kurz vor Schluss mit dem Siegtreffer belohnten: Timmy Thiele köpfte eine scharfe Hereingabe über Kroll hinweg ins lange Eck (86.). In Unterzahl warfen die Lotter alles nach vorne und wurden mit dem zweiten Treffer durch Florian Pick bestraft (90.) – danach war die Partie direkt vorbei. Lautern verbessert sich durch den Sieg auf Platz sechs, Lotte bleibt nach der zweiten Niederlage in Folge auf Rang 13.

Wiesbaden 2:0 Münster: SVWW schnappt sich Platz 3

Als Tabellenvierter hatte Wiesbaden die Spitzengruppe im Auge, ein Sieg gegen Münster ließe die Hessen höchstwahrscheinlich träumen. Einen Traumstart erwischte bereits Moritz Kuhn, der einen fälligen Freistoß um die Mauer der Preußen herum in den linken Winkel schlenzte, SCP-Keeper Maximilian Schulze Niehues hatte überhaupt keine Chance – 1:0 (5.). Das frühe Tor spielte Wiesbaden in die Karten, Münster präsentierte sich wenig gefährlich in der Folgezeit. Dennoch hätte Lucas Cueto einen Elfmeter bekommen können, stattdessen wurde auf Schwalbe und gelbe Karte für den Angreifer entschieden (11.). Insgesamt entstand danach ein zäher Spielfluss, an dessen Verlauf aber auch die Gastgeber nichts änderten. Wiesbaden genügte die Kontrolle über das Spiel, von Münster kam bis zur Halbzeit kaum Gegenwehr.

Mit einer ganz anderen Körpersprache kamen die Preußen aus der Kabine und setzten Wiesbaden sofort unter Druck. Das bot den Hausherren zwar offene Räume, die Wehen jedoch nicht nutzen konnte: Ein Schuss von Maximilian Dittgen klatschte an den linken Pfosten (54.). Kurz nachdem Rufat Dadashov den Wiesbadener Keeper das erste Mal ernsthaft mit einem Abschluss forderte (66.), klingelte es im Kasten der Münsteraner: Jules Schwadorf lupfte den Ball sensationell über Schulze Niehues hinweg, der eingewechselte Florian Hansch klaute seinem Kollegen das Tor noch kurz vor der Linie (67.). Der Treffer nahm zum Ende der Englischen Woche die Brisanz aus der Partie, beide Mannschaften schienen sich fortan auf das Ergebnis zu einigen. So blieb es beim Heimsieg für den SVWW, der sich zumindest bis Montag Rang drei sichert. Münster rutscht derweil immer weiter ab und ist nach der dritten Niederlage in Folge nur noch Zwölfter.

Aalen 1:1 Zwickau: Kein Risiko im Tabellenkeller

Nach dem 3:0-Erfolg in Karlsruhe starteten die Aalener auch zuhause gegen Zwickau mutig in die Partie – die erste Chance gehörte aber den Gästen: Eine Flanke von Anthony Barylla landete auf dem Kopf von Mike Könnecke, der freistehend aus sieben Metern daneben zielte (10.). Kurz danach stand wieder Könnecke im Fokus, dieses Mal als Vorbereiter für Nils Miatke – dessen Hereingabe von der Grundlinie zu Ronny König konnte VfR-Keeper Daniel Bernhardt nicht halten (14.). König hätte sogar noch erhöhen können, zielte aus zehn Metern allerdings nach reichlicher Überlegung vorbei (21.). Doch Aalen hatte eine Antwort parat: Nach einem Eckball stieg Petar Sliskovic in der Mitte am Höchsten, der abgefälschte Kopfball landete im Netz (30.). Die Zwickauer zeigten sich von dem Treffer geschockt, die Partie entwickelte sich daraufhin äußerst zerfahren.

Erst im zweiten Abschnitt wurden die Gäste wieder wacher, Könneckes Abschluss traf lediglich die Latte des Aalener Gehäuses (55.). Auch Aalen war um den zweiten Treffer bemüht, Sliskovic zögerte bei seinem Abschluss nach 60 Minuten allerdings zulange, um eine gefährliche Chance zu schaffen. Lange Zeit danach neutralisierten sich beide Mannschaften, keiner wollte das Risiko im Kellerduell wagen. Nach mehreren Halbchancen auf beiden Seiten endete die Partie letztendlich leistungsgerecht mit einem 1:1-Unentschieden.

Unterhaching 0:0 Großaspach: Hausherren verpassen den Lucky Punch

In Unterhaching spielte anfangs nur eine Mannschaft – nämlich die Hausherren. Im Zentrum des Geschehens war immer wieder Sascha Bigalke zu finden, der seine Kollegen entweder in Szene setzte (6., 7.) oder selbst per Freistoß den Abschluss suchte (10.). Erstmals traten die Gäste aus Großaspach nach rund 15 Minuten durch zwei Standard-Situationen in Erscheinung, die Zlatko Janjic jeweils gefährlich vor den Kasten zog. Plötzlich jedoch spielten nur noch die Gäste und schnürten Unterhaching mit weiteren Janjic-Standards (23.) ein. Erst gegen Ende der ersten Hälfte konnten die Gastgeber ihren Faden wiederfinden, besonders die Kombinationssicherheit von Stephan Hain (43.) brachte den Hachingern neuen Mut.

Das zeigte sich besonders anfangs der zweiten Hälfte, in der wieder nur die SpVgg spielte: Doppelpass zwischen Bigalke und Hain, an dessen Ende der eingewechselte Orestis Kiomourtzoglou mit einem geblockten Schuss scheiterte (52.). Großaspach konzentrierte sich auf die Abwehrreihe, wurde – wenn überhaupt – nur noch durch Standards gefährlich. Einen erwischte Kai Brünker aus kurzer Distanz, doch Hachings Keeper Lukas Königshofer blieb aus kurzer Distanz Sieger gegen den Angreifer (74.). Aber gefährliche Standards beherrschten auch die Hausherren, Stefan Schimmer drosch einen Freistoß aus zwanzig Metern an das linke Lattenkreuz (81.). Danach war nur noch Unterhaching aktiv, den Lucky-Punch konnte die Elf von Trainer Claus Schromm jedoch nicht mehr erzwingen.

   

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