VfL: Sportliche Ernüchterung, nicht nur auf dem Platz

Der VfL Osnabrück bewegt sich nach einem überraschend guten Saisonstart derzeit Richtung Mittelmaß der dritten Liga. Aus den letzten sechs Begegnungen konnten die Lila-Weißen lediglich fünf von 18 möglichen Punkten einfahren. Die sportliche Ernüchterung überträgt sich anscheinend auch auf die Tribünen, denn die Zuschauerzahlen bei Heimspielen des VfL gehen, wenn man sich die Werte genau anschaut, seit Anfang der Saison langsam aber sicher zurück. Zuletzt kamen gegen Wehen und Elversberg gerade einmal 7000 Fans an die traditionsreiche ,,Bremer Brücke".

Fehlende Effizienz im Angriff

Oftmals kommen die Mannen von Trainer Maik Walpurgis nur schwer in die Partie hinein. Die nötige Präsenz auf allen Positionen scheint erst nach einer gewissen Zeit hergestellt zu sein. Zudem fällt auf, dass Walpurgis in letzter Zeit häufig auf Rotation setzt, was neben Verletzungen erahnen lässt, dass er mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden ist. In puncto Chancenverwertung besteht ebenfalls Verbesserungsbedarf, denn in den vergangenen Spielen wurden einige wenige aussichtsreiche Gelegenheiten ausgelassen. Besonders diese Effizienz ist es, die ein Top-Team ausmacht und  den VfLim Moment von der Spitzengruppe fern hält. Auch bei der Verwandlung und Verhinderung von Elfmetern ist noch reichlich Luft nach oben. Zwei Strafstöße wurden bisher verschossen, vier Elfmeter wurden selbst verursacht. Doch fürchten sollten sich die Osnabrücker vor ihrem Sonntagsspiel gegen den MSV Duisburg an dieser Stelle nicht, denn die Zebras erhielten bisher weder einen Elftmeter für noch gegen sich.

Zuschauerzahlen gehen nach unten

Ein Blick auf die Zuschauerzahlen zeigt, dass auch hier nicht ausgeschöpftes Potential vorhanden ist. Kamen im Vorjahr zum selben Zeitpunkt noch durchschnittlich 10.857 Fans an die Bremer Brücke, so sind es derzeit über 1000 Zuschauer pro Partie weniger. Einerseits findet sich das Team im Gegensatz zum Vorjahr nicht direkt in der Spitzengruppe der Liga wieder und belegt Rang acht. Nach dem 15. Spieltag der Saison 2012/2013 sah das Bild ein wenig anders aus und man durfte sich in VfL-Kreisen über einen überraschenden ersten Platz freuen. Dass ein besserer Tabellenplatz dementsprechend auch mehr Fans ins Stadion lockt, dürfte jedem einleuchten. Doch auch die im Vergleich teuren und nicht gestaffelten Eintrittspreise (30 Euro / Sitzplatz) können als Ursache herangezogen werden. Nun bleibt abzuwarten, ob man an den richtigen Stellen ansetzen und einen zielführenden Plan zur Stärkung der Fanbasis und zum Gewinn potentieller Zuschauern aufstellen kann, damit sich die schrittweise Entwicklung nicht weiter fortsetzt. Des Weiteren wird man am Sonntag sehen, wie die Mannschaft auf dem Platz mit dem ersten richtigen Saisontief umgeht, ob das Trainerteam die richtigen Schlüsse aus den vergangenen Wochen zieht und die Akteure um Torwart Heuer Fernandez dementsprechend vorbereitet sind.

FOTO: Flohre Fotografie

   
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