VfL: Jahreshauptversammlung wirft ihre Schatten voraus

Die diesjährige Jahreshauptversammlung des VfL Osnabrück bietet ebenso viel Diskussionsstoff wie in den vergangenen Jahren. Etwa 1300 der insgesamt rund 3000 Mitglieder des Traditionsklubs sind am Sonntag stimmberechtigt, wenn die Zustimmung zur einer sogenannten ,,harten Patronatserklärung" geht. Zudem stehen die weiterhin angespannte finanzielle Situation, sechs Anträge auf Satzungsänderungen und die Wahl des Ehrenrates sowie eines Aufsichtsratsmitglieds auf der Agenda. Nach der Ausgliederung im letzten Jahr wartet nun also wieder ein volles Programm, was einige Brisanz verspricht. 

Patronatserklärung gefordert

Im Mittelpunkt der Versammlung steht sicherlich die Patronatserklärung, die den Fans der Lila-Weißen einige Fragen aufgeworfen hat. Da der Verein seine Immobilien an die neu gegründete VfL Stadion KG übertragen hat, welche auch die Kredite des VfL besitzt, fordert das finanzierende Bankhaus zur Sicherung eine „harte Patronatserklärung“  vom Verein. Dabei verpflichtet sich die Muttergesellschaft zur Ausstattung der Tochtergesellschaft mit ausreichend finanziellen Mitteln. Außerdem wird die zum Ende der Spielzeit zu erwartende Liquiditätslücke, die laut der,,Neue(n) Osnabrücker Zeitung" etwa 500.000 Euro betragen wird, für Gesprächsstoff sorgen. Durch das frühe Ausscheiden im NFV-Pokal, wonach der DFB-Pokal nur noch über eine entsprechende Platzierung in der dritten Liga zu erreichen ist, bleiben dem Klub in der nächsten Saison wichtige Zusatzeinnahmen aus. Die Besserung der wirtschaftlichen Lage ist momentan nicht in Sicht. Vorgezogene Sponsorengelder, hohe Forderungen nach Abfindungen ehemaliger Mitarbeiter und das sportliche Mittelmaß lassen die Osnabrücker Sorgen nicht abklingen.

1,8 Millionen Euro Verlust in der Saison 2012/2013

Auch das Verhältnis zwischen Geschäftsführer Jürgen Wehlend und dem Präsidium gilt als belastet, wie die ,,NOZ" in ihrer Samstagsausgabe berichtet. Seit einiger Zeit seien Gerüchte über einen frühen Abschied zu vernehmen. In der Saison 2012/2013 schrieb der VfL rote Zahlen in Höhe von insgesamt 1,8 Millionen Euro – eine nicht nur für die Mitglieder erschreckende Summe. Zu möglichen Geldgebern, die nach der erfolgreich vollzogenen Ausgliederung der Profifußballabteilung in eine Kapitalgesellschaft einsteigen könnten, äußerte sich der Präsident Dr. Christian Kröger damals wie folgt: ,,Wir überlegen eine Bewertung des VfL vorzunehmen. Daran möchten wir die Beträge der möglichen Investoren abschätzen.“ Ob dieses Vorhaben schon erledigt ist, wird nur eine von vielen Fragen der Anhänger sein, die weiterhin über die Zukunft ihres VfL bangen.

FOTO: Flohre Fotografie

   
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