„Ohne Willers wärn wir gar nicht hier“ – Leipzig feiert Aufstieg

Das Novum ist perfekt. RB Leipzig gelingt als erstem Verein im deutschen Fußball der Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga. Mit dem 5:1-Heimsieg gegen den bereits abgestiegenen 1. FC Saarbrücken sammelten die Roten Bullen die noch fehlenden drei Punkte, um den Aufstieg ins Unterhaus unter Dach und Fach zu bringen. Die Rasenballsportler benötigten keine 15 Minuten, da waren die letzten Zweifel aus der Welt geräumt. Nachdem Korte für die Saarländer die erste Chance des Spiels hatte, kamen die Hausherren ins Rollen – und zwar gewaltig. Dominik Kaiser (7.) und zweimal Daniel Frahn (9./14.) sorgten innerhalb von sieben Minuten für eine komfortable 3:0-Führung. In der Anfangsviertelstunde spielten die Messestädter mit dem Absteiger Katz und Maus. Ab Sommer trennen die beiden Vereine zwei Ligen. Vergangenen Samstag hatte es zeitweise den Anschein als wäre das aktuell schon der Fall. Nachdem Kaiser nach einer guten halben Stunde auf 4:0 erhöhte, musste man für den FCS das Schlimmste befürchten. Dass es kein Debakel für die Saarbrücker wurde, lag vor allem an den Gastgebern, die in der zweiten Halbzeit gedanklich schon bei der Aufstiegsfeier waren. Kaiser erzielte mit seinem dritten Treffer des Tages das 5:0, kurze Zeit später „verkürzte“ Reisinger auf 1:5. Den Saarbrücker Ehrentreffer nahmen die meisten der 42.713 Zuschauer nur schulterzuckend zur Kenntnis. Die Konzentration galt längst der Laolawelle und dem Countdown zum Aufstieg.

 „Ich genieße es“

Der Schlusspfiff von Schiedsrichter Kempter um 15:19 Uhr war gleichzeitig der Startschuss für eine rauschende Aufstiegsparty. Der sonst so gesprächige Alexander Zorniger zeigte sich nach dem Abpfiff ungewohnt schmallippig. „Ich genieße es“. Viel mehr konnte und wollte der gebürtige Schwabe nicht sagen. Auch seine Spieler waren nicht für taktische Analysen zu haben und beließen es bei emotionalen Aussagen. Für Tim Sebastian ist der Aufstieg „ein Wahnsinnsgefühl“, Kapitän Daniel Frahn „lebt seinen Traum“. Nach den Feierlichkeiten in der Red Bull Arena, präsentierte sich die Mannschaft ihren Fans auf einer extra aufgebauten Bühne vor dem Stadion. Neben den üblichen Evergreens avancierte der Schlachtruf „Ohne Willers wärn wir gar nicht hier“ zum Schlager. Mit diesen Worten „huldigte“ die Mannschaft dem damaligen Kapitän der Sportfreunde Lotte, der in der letztjährigen Aufstiegsrelegation in der Verlängerung ein Eigentor erzielte, den Roten Bullen damit den Weg in die 3. Liga ebnete und im Anschluss nach Leipzig wechselte.                                 

Fängt RB Leipzig Heidenheim noch ab?

Durch die Niederlage des 1. FC Heidenheim beim VfL Osnabrück, könnten die Rasenballsportler den FCH am kommenden Spieltag noch vom Thron stoßen und als Meister in die 2.Liga aufsteigen. Ob die Leipziger dazu allerdings psychisch und physisch in der Lage sind, darf bezweifelt werden. Die Mannschaft fliegt heute zur verlängerten Aufstiegsfeier nach Mallorca. Zorniger erzählte augenzwinkernd, dass er seinen Spielern „Trainingspläne in die Koffer packt“.  Vermutlich ist Leipzigs Übungsleiter froh, wenn er gegen die Stuttgarter Kickers elf nüchterne Akteure aufstellen kann.

Der Aufstieg in Fotos:

 

FOTOS: GEPA Pictures

 

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