"Oh, wie ist das schön": MSV-Fans verhöhnen Team nach Debakel

Was für eine Klatsche! Beim 0:6 gegen den TSV 1860 München kassierte der MSV Duisburg am Sonntag die höchste Heim-Niederlage in seiner Drittliga-Historie. Während Trainer Hagen Schmidt nach Schlusspfiff mächtig wütend war, reagierten die Fans mit Hohn und Spott.

"Von vorne bis hinten eine Nichtleistung"

Diese Niederlage war offenbar ein Wirkungstreffer. Unmittelbar nach Schlusspfiff ließ Duisburgs Trainer Hagen Schmidt seinem Frust freien Lauf und bearbeitete vor Ärger erstmal das Außenmikrofon. Gerade hatte sein Team 0:6 gegen den TSV 1860 München verloren und damit die Chance verpasst, den Klassenerhalt vorzeitig perfekt zu machen. "Hoffentlich ist er gut versichert", kommentierte "Magenta"-Reporter Christian Straßburger die Aktion.

Auch auf der anschließenden Pressekonferenz war der Ärger nicht verflogen. Schmidt nahm mit Blick auf die Leistung kein Blatt vor den Mund. "Ich habe keine Lust, mich bei irgendwem zu entschuldigen. Denn für das, was hier passiert ist, gibt es keine Entschuldigung." Der MSV habe "von vorne bis hinten eine Nichtleistung" abgeliefert. Das einzig Positive sei gewesen, dass sich seine Mannschaft einige Chancen erspielt hätte – jedoch ohne Erfolg: "Selbst krasse Möglichkeiten haben wir kläglich vergeben. Das hat heute zu dem Ganzen gepasst."

Fans reagieren mit Sarkasmus

Um mehr Schwung in die Offensive zu bringen, hatte Schmidt von Dreier- auf Viererkette umgestellt. Zunächst schien die Umstellung zu fruchten. Duisburg legte los wie die Feuerwehr. Aber München zeigte sich um Längen effektiver. Erst verwandelte Merveille Biankadi eine Vorlage von Stefan Lex (9.), ehe Marcel Bär (20. / Elfmeter) und wieder Lex (22. Minute) für die frühe Vorentscheidung sorgten.

"Die ersten 30 Minuten gehen auf meine Kappe. Wir hatten eine Idee, die nicht funktioniert hat", zeigte sich Schmidt selbstkritisch, wobei er anfügte: "So einfach will ich es den Spielern auch nicht machen. Die Umstellung von Dreier- auf Viererkette sollte für einen Fußballer keine derart große Schwierigkeit darstellen. Wenn das für jemanden ein Problem ist, spielt er in der falschen Liga." Nach der Pause machten Yannick Deichmann (50.), Fabian Greilinger (66.) und Marcel Bär (70.) die historische MSV-Pleite perfekt. Und die Fans? Die reagierten mit Hohn und Spott, skandierten nach Schlusspfiff: "Oh wie ist das schön." Zudem gab es ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert der Anhänger, die in der Schlussphase das Stadion bereits zahlreich verlassen hatten.

Stoppelkamp hat Verständnis für den Fan-Unmut

Kapitän Moritz Stoppelkamp, der erstmals nach seiner Verletzung wieder in der Startelf stand, fühlte anschließend am "Magenta"-Mikrofon mit den Zuschauern: "Es ist verständlich, dass die Leute enttäuscht sind, die bei schönem Wetter nun so eine Vorstellung von uns sehen." Trotz der Niederlage stehen die Chancen auf den Klassenerhalt aber weiter gut. Denn sollten die Zebras auch nur einen einzigen Zähler aus den letzten drei Spielen holen, müsste Viktoria Berlin beide Heimspiele (gegen FC Saarbrücken und Meppen) gewinnen. Zudem müsste dann auch der SC Verl noch mindestens zwei Siege einfahren.

Daher wollte Stoppelkamp nach Abpfiff auch nicht schwarzmalen: "Wir dürfen jetzt nicht zweifeln. Wir hatten in dieser Saison schon oft solche Spiele, und wir haben uns da immer wieder rausgekämpft und das werden wir auch diesmal tun. Wir hätten heute den Sack zumachen und diese nicht so gute Saison noch versöhnlich abschließen können. Das haben wir jetzt auf nächste Woche verschoben." Vor der kommenden Begegnung beim SV Waldhof Mannheim (2. Mai) steht aber noch ein wichtiges Pokalspiel an. Der MSV fährt am Mittwoch (18.30 Uhr) zum Niederrhein-Pokal-Halbfinale beim Regionalligisten SV Straelen. Ob dann die Wiedergutmachung gelingt? Andernfalls dürfte es nochmal richtig ungemütlich rund um den MSV werden.

 
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