Neidhart: "Jeder merkt, wie wichtig er für das Team ist"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Meppens Trainer Christian Neidhart über die Siegesserie mit seiner Mannschaft, die vielen Verletzten, das Traumtor von SVM-Spieler Thilo Leugers in Rostock und das kommende Duell gegen den SV Wehen Wiesbaden.

"Mannschaft gebührt Respekt"

liga3-online.de: Der SV Meppen holte zuletzt vier Siege in Folge, unter anderem schlug man Aufstiegsaspirant KFC Uerdingen in einem spektakulären Spiel 3:2. Wie ist der Höhenflug Ihrer Mannschaft zu erklären, Herr Neidhart?

Christian Neidhart: Wir haben endlich wieder das nötige Matchglück, was uns zuvor oft gefehlt hatte. Auch vor unserer Siegesserie waren wir meist sehr präsent, die Ergebnisse haben nur leider nicht gestimmt. Beispielsweise bei Spitzenreiter VfL Osnabrück waren wir klar besser, mussten uns aber 0:1 geschlagen geben. Gegen Uerdingen haben wir stark gespielt, aber zunächst absolut unverdient 0:2 zurückgelegen. Dass wir diese Partie dann noch gedreht haben, hat uns einen Schub gegeben. Jetzt haben wir einen Lauf und viele Selbstverständlichkeiten sind wieder da.

Die Siegesserie ist auch deshalb beeindruckend, weil Ihnen viele Spieler verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stehen. Machen diese Personalsorgen das Team sogar noch stärker?

Gut möglich. Jeder merkt, wie wichtig er für das Team ist. Die Ausfälle von Spielern wie Luka Tankulic und Marcel Gebers, die zum Stammpersonal gehören könnten, sind sicher nicht einfach zu kompensieren. Wir konnten durch die vielen Verletzungen in dieser Saison nur selten mit der gleichen Elf wie in der Vorwoche spielen. Daher gebührt der Mannschaft noch mehr Respekt für ihre jüngsten Leistungen. Geholfen hat uns aber auch, dass wir in der Winterpause mit René Guder und Marcus Piossek zwei hochkarätige Neuzugänge verpflichten konnten, die keine lange Eingewöhnungszeit brauchten.

Es wirkt so, als ob beim SV Meppen derzeit wirklich alles funktioniert. Beim jüngsten 2:0-Erfolg in Rostock erzielte Thilo Leugers ein absolutes Traumtor aus der Distanz. Er sagte danach, dass es das schönste Tor war, das er jemals geschossen habe. Wie haben Sie den Treffer erlebt?

Wie Sie schon richtig gesagt haben: Es war ein absolutes Traumtor. Das war von Thilo schon bei der Ballannahme mit der Brust technisch fein gemacht. Danach trifft er den Ball natürlich überragend und man wusste schon bei der Flugbahn und der Geschwindigkeit des Balles, dass das ein Tor wird. Dass auch die Mittelfeldspieler torgefährlich sind und treffen, ist denke ich auch eine Qualität von uns. Wenn Nick Proschwitz mal nicht erfolgreich ist, übernehmen das halt andere.

Wie zufrieden waren Sie insgesamt mit der jüngsten Leistung in Rostock?

Mit der ersten Halbzeit war ich überhaupt nicht einverstanden. Wir haben vieles aus den Spielen zuvor vermissen lassen, kamen nicht so wirklich in die Partie rein. Vor allem das Spiel gegen den Ball war verbesserungswürdig. In der zweiten Hälfte haben wir es dann aber deutlich besser gemacht. Wir standen gut, kamen zu vielen Konterchancen und waren am Ende sogar näher dran am 3:0, als Rostock am 1:2. Insgesamt geht der Sieg daher definitiv in Ordnung.

 

"Auf keinen Fall ausruhen"

Durch den Positivlauf ist der SVM auf Platz zehn vorgerückt, die Abstiegsränge sind bereits acht Zähler entfernt. Wie bewerten Sie die Tabellensituation nach 25 von 38 Spieltagen?

Sie ist immer noch angespannt. Es geht weiterhin sehr eng zu, mit zwei Niederlagen in Folge könnten wir schnell wieder unten reinrutschen. Deshalb dürfen wir uns auf keinen Fall ausruhen, sondern müssen weiter hart arbeiten. Man darf nicht außer Acht lassen, dass wir zwischenzeitlich fünf Zähler Rückstand auf die Nichtabstiegsränge hatten. Trotz der aktuellen Siegesserie bleiben wir bescheiden. Für uns geht es nur um den Klassenverbleib.

Das Programm in den nächsten Wochen hat es in sich. Mit dem SV Wehen Wiesbaden, der SpVgg Unterhaching und den Würzburger Kickers geht es gegen drei Teams, die im Rennen um den Aufstieg ein Wörtchen mitreden wollen. Wie gehen Sie diese Spiele an?

Wir wollen gegen Wehen Wiesbaden erst einmal zuhause nachlegen und unsere Heimstärke erneut unter Beweis stellen. Gewinnen wir nicht, verliert der hart erkämpfte Auswärtssieg in Rostock deutlich an Wert. Bei der 0:3-Hinspielniederlage in Wiesbaden haben wir wie ein Absteiger gespielt. Wir haben noch etwas gutzumachen. Außerdem sind wir besonders heiß, weil SVWW-Spieler Niklas Schmidt am letzten Spieltag im liga3-online.deExpertentipp bei unserer Partie 4:0 für Rostock getippt hat. Das hat uns schon im Ostseestadion zusätzlich motiviert. Auch gegen Wiesbaden möchten wir unsere Stärken zeigen.

Worauf wird es ankommen, um den fünften Dreier in Folge einzufahren?

Der Gegner ist sehr spielstark und kommt mit enorm viel Tempo nach vorn. Offensiv sorgen unter anderem Spieler wie Manuel Schäffler, Daniel-Kofi Kyereh und Winterneuzugang Agyemang Diawusie für Qualität. Wiesbaden steht nicht umsonst so weit oben und hat das Potenzial, in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Wir dürfen dem SVWW nicht viele Räume geben und müssen genauso konzentriert auftreten, wie zuletzt in der zweiten Halbzeit in Rostock. Vielleicht hilft uns der positive Trend ja auch, um das notwendige Quäntchen Glück auf unserer Seite zu haben.

   
  • Friedrich Herschel

    Der Auswärtssieg in Rostock war nicht hart erkämpft, sondern viel Glück. Das die Rostocker das Tor nicht treffen, dass der SR fragwürdige Freistöße und Verwarnungen gibt, und dass ein Meppener den Ball so trifft, dass der es auch in 100 Versuchen nicht wiederholen könnte.

    • Wuddz

      ….so ist Fussball….

      • Friedrich Herschel

        Mag sein. Ich habe aber eine gewisse Aussage des Trainers kritisiert.

    • Möppy

      Könnt ihr Rostocker nicht mal mit dem Rumgeheule aufhören? Herrje… Die erste Hälfte des Spiels ging klar an euch — genauso klar ging aber auch die zweite Hälfte an uns. Daher geht der Sieg am Ende aufgrund unserer Effizienz auch in Ordnung. Euer Unvermögen ist nicht gleichbedeutend mit Glück unsererseits.

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