Nächster Rückschlag für Wiesbaden – Muss Fröhling gehen?

Deutlicher Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt für den SV Wehen Wiesbaden. Gegen die Sportfreunde Lotte setzte es vor heimischem Publikum eine deutliche 0:3-Schlappe. Vor allem die Art und Weise, wie die Niederlage zu Stande kam, enttäuschte. Damit ist der SVWW seit mittlerweile elf Spielen sieglos. Die Zukunft von Trainer Torsten Fröhling ist ungewiss.

Gegentor zum ungünstigen Zeitpunkt

Im Vergleich zum Auswärtsspiel gegen Aalen (1:1) musste der SVWW mit Sascha Mockenhaupt (Handbruch) und Kevin Pezzoni (Fieber) zwei weitere Spieler ersetzen, womit die Zahl der Ausfälle auf insgesamt zehn Akteure anstieg. Neu in der Startelf waren dafür David Blacha und Daniel Wein. Den etwas besseren Start in die Begegnung erwischten die Sportfreunde Lotte über einige Standardsituationen, die aber nicht wirklich gefährlich waren. Die erste nennenswerte Offensivaktion hatten aber die Gastgeber. Die Schüsse von David Blacha und Robert Andrich aus aussichtsreicher Position wurden aber im letzten Moment geblockt. Auf der Gegenseite hatte Saliou Sané die erste Möglichkeit für Lotte. Den Kopfball konnte er aber nicht genau platzieren. Als es schien, dass der SVWW die Spielkontrolle übernimmt, schlugen die Sportfreunde zu. Ein einfacher Doppelpass reichte aus, um die Viererkette auszuspielen und ausgerechnet Jaroslaw Lindner, der bis zum Sommer noch bei den Hessen spielte, schob ins lange Eck zur Führung ein. Das Tor spielte den Gästen sichtbar in die Karten, konnten sie sich doch so noch weiter zurückziehen und auf Konter lauern. Die Gastgeber waren zwar bemüht, spielerisch zu Chancen zu kommen, spätestens am gegnerischen Strafraum war aber Schluss. Lotte dagegen kam über Konter zu weiteren guten Möglichkeiten. Außenverteidiger Nico Neidhart und Mittelfeldspieler Andre Dej zielten bei ihren Versuchen aber knapp am Tor vorbei. Somit blieb es beim 0:1 zur Pause.

Wiederholt ausgekontert

Der SVWW kam mit Schwung aus der Kabine und holte direkt nach Wiederbeginn eine Ecke heraus. Die wurde allerdings im zweiten Versuch geklärt und zum Konter für Lotte. Bereits an der Mittellinie waren die Sportfreunde Überzahl und hatten so letztlich keine Probleme durch Lindner auf 0:2 zu erhöhen. Doppelt bitter für die Hessen: Der nachgeeilte Dominik Nothnagel verletzte sich bei seinem Rettungsversuch und musste verletzt raus. Für ihn kam Stürmer Kerem Bulut. "Wenn man sich Tore einfängt, wo wir selber Schuld haben. Und vor allem wenn man sich etwas vornimmt, aus der Halbzeit kommt und zum wiederholten Mal nach eigenem Standard ausgekontert wird – dann bricht einen das natürlich“, resümierte SVWW-Trainer Torsten Fröhling auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Dennoch ergaben sich für die Hessen durch einen Kopfball von Steven Ruprecht und Kerem Bulut allein vor Torhüter Benedikt Fernandez gute Chancen zum Anschlusstreffer, die aber vergeben wurden. Ansonsten suchte man klare Tormöglichkeiten beim Gastgeber vergeblich. "Wir waren im Abschluss zu verspielt. Wir haben auch vor dem Tor noch versucht klein-klein anstatt geradlinig zu spielen.“ Schnörkellos agierten weiterhin nur die Gäste aus Lotte. Ein Distanzschuss von Lindner klatschte an die Latte, bevor Dej zehn Minuten vor dem Ende nach einem Konter zur endgültigen Entscheidung abschloss. "Ich kann mich eigentlich nur entschuldigen für unsere Leistung. […] Das müssen wir jetzt analysieren und da muss sich eine ganze Menge ändern – vor allem im Mentalitätsbereich.“

Muss Fröhling gehen?

Doch ob Torsten Fröhling künftig noch auf der Bank sitzen wird, ist offen. Einem Bericht des "Wiesbadener Kuriers" zufolge, soll der 50-Jährige unmittelbar vor dem Aus stehen. "Nach dem Stand der Dinge steht dann Sportdirektor Hock bereit, wieder mal als Interimstrainer zu fungieren", schreibt das Blatt. Fröhling steht seit März 2016 an der Seitenlinie und führte die Hessen in der letzten Saison – wenn auch etwas glücklich – zum Klassenerhalt. In der laufenden Spielzeit sollte er den SVWW weiter voranbringen, doch die Fakten sind ernüchternd: Mit nur 21 Punkten aus 21 Spielen stehen die Hessen deutlich schlechter dar, als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison. Eine Trennung von Torsten Fröhling zu diesem Zeitpunkt dürfte jedoch teuer werden, ist sein Vertrag doch erst kurz vor der Winterpause bis 2019 verlängert worden. Bereits zu diesem Zeitpunkt warteten die Hessen allerdings seit sieben Spielen auf einen Sieg. Damals betonte Präsident Markus Hankammer noch: "Das schwächste Glied in der Kette ist normalerweise der Trainer. Aber bei uns gab es keine Sekunde, in der wir daran gedacht haben, Torsten Fröhling zu entlassen." Mittlerweile dürften die Verantwortlichen sicherlich darüber nachgedacht haben.

   
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