Nächster Rückschlag für den BTSV – Präsident ausgepfiffen

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Sekunden trennten Eintracht Braunschweig am Samstagnachmittag vom so dringend benötigten Befreiungsschlag. Doch anstatt sich Luft im Abstiegskampf zu verschaffen, mussten die Löwen beim späten 2:2 gegen Lotte den nächsten Rückschlag hinnehmen. Nach Spielende stellte sich Präsident Sebastian Ebel den aufgebrachten Fans. Ob Trainer Henrik Pedersen im Amt bleibt, dürfte sich am Sonntagabend entscheiden.

"Haben eine Top-Leistung gesehen"

Es lief bereits die dritte Minute der Nachspielzeit, als den Sportfreunden Lotte nochmal ein Freistoß zugesprochen wurde. Maximilian Oesterhelweg brachte diesen von der Mittellinie auf den linken Pfosten, wo Matthias Rahn und Adam Straith gleichzeitig hochstiegen und das Leder mit vereinten Kräften im Tor unterbrachten – 2:2!

Während die Gäste den späten Ausgleich wie einen Sieg feierten, ging Eintracht Braunschweig als gefühlter Verlierer vom Platz. Und das, obwohl nach den Toren von Jonas Thorsen (5.) und Philipp Hofmann (23. / Elfmeter) schon vieles für den zweiten Braunschweiger Saisonsieg sprach, zumal Lotte in der ersten Halbzeit überhaupt nicht ins Spiel fand und erst in der 68. Minute wie aus dem Nichts zum Anschluss kam. Dass Hofmann in der zweiten Minute der Nachspielzeit die Entscheidung zum 3:1 kläglich liegen ließen, passte ins Bild eines abermals enttäuschenden Nachmittags.

Präsident Sebastian Ebel nahm die Mannschaft am Telekom"-Mikrofon aber in Schutz: "Das war einfach Pech. Wir haben eine Top-Leistung gesehen." Daher, so Ebel weiter, könne man der Mannschaft auch keinen Vorwurf machen. Auch Torhüter Lukas Kruse befand: "Wir können auf die Leistung aufbauen, weil wir alles in allem ein gutes Spiel gemacht haben."

Ebel spricht zu den Fans

Bei den Fans ist die Geduld unterdessen längst aufgebraucht. So ließen die Ultras ihren Block in den ersten 15 Minuten aus Protest leer und machten mit einem Spruchband deutlich: "Reißt Euch den Arsch auf oder verpisst Euch." Als Ebel nach Spielende den Weg zu den aufgebrachten Anhängern suchte, schallten ihm lautstarke Pfiffe und "Wir haben die Schnauze voll"-Rufe entgegen – zudem flogen Bierbecher.

"Die Spieler haben heute alles gegeben. Ich glaube, dass wir die Ergebnisse auch wieder haben werden", sagte der Vereinsboss über die Stadionmikrofone und betonte: "So viel Pech, wie wir in den letzten Wochen hatten, kann man nicht haben". Ebel kündigte an: "Wir werden uns zusammensetzen und beraten, was wir besser machen müssen." Laut der "Braunschweiger Zeitung" ist für Sonntagabend (19 Uhr) kurzfristig eine Aufsichtsratssitzung angesetzt worden. "Wir haben Alternativen und einen Plan B. Die Frage ist nur, wann ist der richtige Zeitpunkt", so Ebel weiter. Welche Alternativen gemeint sind, bleibt vorerst offen.

Trainer Henrik Pedersen scheint im Amt zu bleiben – zumindest vorerst: "Wenn es nach mir geht schon", entgegnete der Präsident bei "Telekom Sport" auf die Frage, ob der 40-Jährige auch nach der Länderspielpause noch auf der Bank sitzen wird.

Kruse bricht Lanze für Pedersen

Pedersen selbst zeigte sich auf der Pressekonferenz "enttäuscht über das Ergebnis", war aber trotzdem "stolz auf meine Jungs". Der Eintracht-Coach sah eine "starke und mutige erste Halbzeit" und betonte: "Wir waren gut mit Ball und haben dann die Tore gemacht." Auch nach dem 1:2 "sind wir wieder ins Spiel gekommen", lobte Pedersen. "Leider haben wir das dritte Tor nicht gemacht – 60 Sekunden später landet der Ball dann bei uns im Tor." Ein bitteres Unentschieden: "Wir alle sind enttäuscht."

Während der 40-Jährige bei den Fans längst angezählt ist, brach Kruse, der Marcel Engelhardt als Stammkeeper ablöste, eine Lanze für den 40-Jährigen: "Ich habe selten einen Trainer erlebt, der so viel Fach- und Sozialkompetenz hat." Doch letztlich zählen nur die Ergebnisse – und die blieben zuletzt aus. Mit nur acht Punkten aus elf Spielen belegt der Zweitliga-Absteiger den letzten Tabellenplatz, hat bereits vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer und stellt mit 23 Gegentoren die Schießbude der 3. Liga. Kann Henrik Pedersen nach der Länderspielpause die Wende herbeiführen? Darauf müssen die Verantwortlichen am Sonntagabend eine Antwort finden.

   
  • The Insider

    Die haben in Brauschweig die dritte Liga total unterschätzt,anders ist das nicht zu erklären.

    • Wolfgang Antensteiner

      quatsch unterschätzt, die zusammensetzung ( Spielerqualität ) reicht nicht für die 3 Liga. Die fast komplette Mannschaft zu wechseln war ein großer Fehler. 6 oder 7 Stammspieler hätten sie als Kern halten müssen.

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