VfL distanziert sich von Anfeindungen gegen Ex-Trainer Wollitz

Einst wurde Claus-Dieter Wollitz von den Fans des VfL Osnabrück frenetisch gefeiert, heute muss sich der 48-Jährige, der derzeit den ambitionierten Viertligisten Viktoria Köln trainiert, Anfeindungen gefallen lassen. Nachdem es zuletzt bereits schriftliche Drohungen an Wollitz gegeben haben soll, eskalierte die Situation am vergangenen Samstag, als der Trainer mit den Kölnern beim Auswärtsspiel in Lotte die obligatorische Pressekonferenz nach der Partie abhalten wollte. Anwesende VfL-Fans, die in einem Nebenraum das Spiel ihrer Mannschaft in Rostock im TV verfolgten, pfiffen Wollitz aus und beschimpften ihn in Sprechchören an "Zigeuner“ und "Dumme Sau". Der 48-Jährige versuchte die Lage mit den Worten "Ich habe absolutes Verständnis für die Reaktion von Leuten, die nur eine Meinung kennen. Was hier passiert, ist respektlos gegenüber den Sportfreunden Lotte“ zu entspannen, musste dann jedoch flüchten.

"Das ist respektlos, stillos und beschämend"

In einer Stellungnahme distanzierte sich der VfL Osnabrück in Form von Geschäftsführer Jürgen Wehlend am Montag von den anwesenden VfL-Fans: "So ein Verhalten ist inakzeptabel, vollkommen unangemessen und schädigt das Image des VfL Osnabrück. Bei Claus-Dieter Wollitz möchten wir uns dafür entschuldigen, wie ihm in Lotte durch Osnabrücker Fans begegnet wurde. Das ist respektlos, stillos und beschämend." Bei den Störenfrieden handele es sich laut Wehlend um einige Wenige, denen "es offensichtlich nicht um den Sport Fußball geht, sondern nur darum, negative Stimmung zu verbreiten und ihrer eigenen Meinung möglichst öffentlichkeitswirksam Luft zu verschaffen. Von diesen Personen distanzieren wir uns  als VfL Osnabrück in aller Deutlichkeit!“

Einigung mit Fall Wollitz steht offenbar bevor

Hintergrund für die Wut gegen Wollitz ist die Tatsache, dass der Trainer eine Abfindung einklagen will. Nach seiner fristlosen Kündigung im vergangenen Mai habe er nach eigenen Angaben das Recht auf eine Zahlung, da sein Kontrakt vorzeitig aufgelöst wurde. "Ich habe zweimal einem Vergleichsvorschlag zugestimmt, die Gegenseite nicht. Nun steht zumindest eine außergerichtliche Einigung bevor", so Wollitz gegenüber dem Kölner "Express". Wollitz war zwischen 1989 und 1993 Spieler und zwischen 2004 und 2009 sowie 2012 und 2013 Trainer des VfL Osnabrück. Unter ihm stiegen die Niedersachsen 2007 in die 2. Bundesliga auf und hielten sich dort bis Sommer 2009.

FOTO: Flohre Fotografie

   
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