Nach Wiesbadens Pokal-Coup: Rehm gibt den Partycrasher

Von wegen Jubelfeiern: Nüchtern lauschte Rüdiger Rehm nach dem 1:0-Coup des SV Wehen Wiesbaden in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Bundesliga-Relegationsteilnehmer 1. FC Heidenheim den Lobeshymnen seines gegnerischen Trainer-Kollegen Frank Schmidt auf die Hessen. Doch dann gab der Coach postwendend den Partycrasher und verlangte von seinem Team bereits wieder vollen Fokus auf den Liga-Auftakt am Samstag gegen Aufsteiger SC Verl.

Matchwinner Tietz "wird wieder in den Arsch getreten“

"Wenn wir auch nur annähernd glauben, dass wir nach diesem Sieg gegen Verl auch mit ein paar Prozent weniger auskommen, sind wir auf dem falschen Weg“, warnte Rehm auf der Pressekonferenz vor Überheblichkeit: "Wir müssen gegen Verl beweisen, dass wir das wieder abrufen können.“

Mit einem Augenzwinkern zwar, aber nicht minder ernsthaft mahnte der SVWW-Coach seinen Siegtorschützen Philip Tietz (61.) zu weiterhin konzentrierter Arbeit: "Er soll sich nicht zu sehr feiern lassen und durch Wiesbaden laufen, denn er hat nach seiner Verletzung in der vorigen Saison immer noch einen langen Weg vor sich, und ab Montag wird ihm wieder in den Arsch getreten“, dämpfte Rehm allzu überschwängliche Bewertungen der Leistung seines Matchwinners.

Letztlich wollte Rehm nach Erstrunden-Pleiten in den beiden vergangenen Jahren aber doch nicht ausschließlich auf die Euphoriebremse treten. "Nach den schweren Wochen waren wir Heidenheim auch mentalitätsmäßig überlegen und haben das Tor dadurch erzwungen und haben gezeigt, dass wir wieder eine Mannschaft mit Potenzial haben, die sich auch noch entwickeln kann“, lobte der 41-Jährige den Auftritt des Zweitliga-Absteigers gegen den letztjährigen Ligarivalen.

Hoffnung auf weitere Kaderverstärkung

Seine offenkundig latente Sorge um die Konzentration seiner Spieler auf den Liga-Start drang allerdings durch die Verbindung des Komplimentes mit einer abermaligen Forderung nach 100-prozentiger Konzentration erneut durch: "Grundvoraussetzung dafür ist aber, dass wir auch gegen Verl wieder genau die gleiche Mentalität auf den Platz bringen. Am ersten Spieltag gibt es nichts, was man weglässt.“

Womöglich eine Zugabe für seinen Kader erhofft sich Rehm spätestens durch die DFB-Prämie für den Einzug in die zweite Runde in sechsstelliger Höhe: "In der Breite brauchen wir das eine oder andere noch – und mit Geld wird alles etwas leichter.“

   
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