"Kackliga"-Kritik: Rost nimmt Nazarov in die Pflicht

Bei Erzgebirge Aue will der Knoten nicht platzen. Der Zweitliga-Absteiger ist durch das 1:1 gegen den VfL Osnabrück weiterhin sieglos. Kapitän Dmitrij Nazarov zeigte sich im Anschluss genervt vom Spielstil in der 3. Liga, was Trainer Timo Rost zum Anlass nahm, um den 32-Jährigen in die Pflicht zu nehmen.

"Ist ein ganz schönes Gehacke"

Auslöser war Nazarovs genervte Kritik im "MagentaSport"-Interview besonders an der Spielweise in der 3. Liga. "Wir hatten uns mehr vorgenommen und wollten ein Zeichen setzen, aber in dieser Kackliga wird kaum Fußball gespielt“, beschrieb der 32-Jährige sichtlich angefressen nicht zuletzt auch seine persönlichen Schwierigkeiten "nach zehn Jahren in der zweiten Liga" mit der Umstellungen auf die Drittliga-Gangart: "Viele lange Bälle, viele zweite Bälle – tja, das ist ein ganz schönes Gehacke." Auf die Aussagen seines Kapitäns angesprochen, nahm Rost den Routinier auf der Pressekonferenz nach Spielschluss mit klaren Worten in die Pflicht. "Dann muss er das als Führungsspieler im Mittelfeld in die Hand nehmen und schauen, dass eben nicht mehr so viele hohe Bälle gespielt werden."

Doch außer im Spiel nach vorne forderte Rost mit Blick auf Osnabrücks Ausgleich nach der Führung der Hausherren durch Marvin Stefaniak (16.) auch im Defensivverhalten mehr Eigenverantwortung. "Es ist ärgerlich, dass wir beim 1:1 im eigenen Stadion so ausgekontert werden. Das ist eine Frage der Absicherung und Restverteidigung, aber auch besonders der Kommunikation untereinander“, schrieb der 43-Jährige seinen Stammspielern nach dem dritten Fehlversuch für den ersten Pflichtspielsieg der neuen Saison ins Stammbuch: "Die Führungsspieler müssen die Restverteidigung so stellen, dass wir nicht in Konter laufen. Wenn wir besser kommunizieren, passiert auch nichts."

Rost sieht "deutliche Fortschritte"

Bei allen unterschiedlichen Ansichten einte Rost und Nazarov vor den Begegnungen am Mittwoch bei Waldhof Mannheim und Sonntag gegen den SV Wehen Wiesbaden die Hoffnung auf eine Leistungssteigerung. "Wir haben eine komplett neue Mannschaft und müssen uns erst noch aneinander gewöhnen, aber wir werden von Spiel zu Spiel besser", meinte Nazarov. Auch Rost lobte eine positive Entwicklung: "Ich habe deutliche Fortschritte gesehen."

In Mannheim soll nach Rosts Vorstellungen im Idealfall auch Sam Schreck nach seiner endgültigen Verpflichtung vom niederländischen Ehrendivisionär FC Groningen zum nächsten Qualitätsschub beitragen. "Wir wollen jetzt so schnell wie möglich die sportmedizinische Untersuchung durchbekommen. Wir wollten ja noch einen dynamischen Achter und hoffen deswegen auch, dass er schnellstmöglich wieder für uns spielen kann." Ob Stefaniak am Mittwochabend auflaufen kann, ist ungewiss. Nach Vereinsangaben erlitt er eine starke Prellung im Brustbereich.

   

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