Nach Insolvenz: CFC will gegen Meppen nichts herschenken

Im ersten Spiel nach Beantragung der Insolvenz will der Chemnitzer FC am Samstag gegen Meppen eine gute Partie abliefern. Doch das Team ist nach den Schlagzeilen der letzten Tage verunsichert – die Stimmung ist bedrückt. Aufgeben kommt für Trainer David Bergner aber nicht infrage.  

Insolvenz verunsichert die Mannschaft

"Die Stimmung ist anders", sagt Cheftrainer David Bergner gegenüber der Freien Presse, "natürlich verunsichert die Situation die Jungs. Die Gespräche in der Kabine kreisen um das Thema. Aber auf dem Platz sind alle weiter konzentriert bei der Sache." Deshalb hofft der 44-Jährige, dass sich seine Mannschaft in den letzten Saisonspielen nicht hängen lässt. "Eine Garantie gibt es nicht. Aber mein Eindruck ist, dass hier alle weiter zu 100 Prozent bei der Sache sind. Und – egal, was nun mit dem CFC passiert – jeder persönlich muss sich zeigen und empfehlen." Stürmer Florian Hansch ergänzt: "Wir sind es unseren Fans einfach schuldig, weiter mit vollem Engagement zur Sache zu gehen. Sie haben uns das ganze Jahr über unterstützt und verdient, dass wir etwas zurückgeben."

Reinhardt: Absolute Tiefpunkt der Vereinshistorie

Mittelfeldspieler Julius Reinhardt ist in Karl-Marx-Stadt geboren, wurde in der CFC-Jugend ausgebildet und spielt seit 2016 wieder für die Himmelblauen. "Für die Fans ist die Situation doch mindestens genauso schwer wie für uns Spieler. Das ist der absolute Tiefpunkt der Vereinshistorie", erzählt der 30-Jährige, der seine Stimmungslage als "bedrückt" und "traurig" beschreibt. Überrascht habe ihn die Insolvenz aber nicht: "Wir waren doch vor einem Jahr schon fast an der gleichen Stelle. Ohne den Sieg im Sachsenpokal und die Bayern als Glückslos für den DFB-Pokal wäre die Insolvenz wahrscheinlich schon damals auf der Tagesordnung gewesen." Ob sportlicher Erfolg die Insolvenz verhindert hätte? Reinhardt verneint: "Sportlicher Erfolg hätte bestimmt zu einer besseren Stimmung beigetragen. Und vielleicht hätten ein paar mehr Punkte die Entscheidung, die Insolvenz zu beantragen, erschwert. Aber wohl kaum verhindert", ist sich der Mittelfeldakteur sicher.

Noch fünf Spiele hat Chemnitz bis zum Saisonende zu absolvieren. Am Samstag erwarten die Sachsen zuhause den SV Meppen. Für Bergner ist Aufgeben keine Option: "Bei neun Punkten Abzug haben wir drei Rückstand auf Bremen. Die wollen wir aufholen und 18. werden. Wer weiß, wofür das vielleicht am Ende noch langt", gibt der Trainer in der "Freien Presse" die Marschrichtung vor.

 

 

 

   
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