Nach Boxhieb: Keine Ermittlungen gegen Schweinfurts Böhnlein
Mit der Faust hatte Schweinfurts Kristian Böhnlein seinem Gegenspieler Lucas Wolf bei der Partie am Sonntagnachmittag in die Rippen geschlagen. Eine nachträgliche Sperre hat der 35-Jährige aber nicht zu befürchten.
Schiri hatte Vorgang "grundsätzlich wahrgenommen"
26 Minuten waren gespielt, als es zu dem Boxhieb kam. Zuvor hatte Wolf den Ball im Mittelkreis erobert, durch den Schlag ging er dann zu Boden. Eine Tätlichkeit, die Schiedsrichter Niclas Rose nicht ahndete. Entsprechend hätte der DFB-Kontrollausschuss nachträglich ermitteln können. Doch dazu wird es nicht kommen. Auf Anfrage von liga3-online.de teilte der Verband mit: "Der DFB-Kontrollausschuss wird aufgrund einer Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters, der den Zweikampf grundsätzlich wahrgenommen hat, kein Verfahren gegen Spieler Böhnlein einleiten." Das wäre nur möglich gewesen, wenn Rose den Vorgang nicht gesehen hätte.
Es stellt sich jedoch die Frage, wie der Unparteiische die Situation "grundsätzlich wahrgenommen" haben soll, stand er doch hinter beiden Protagonisten. Gab es womöglich einen Hinweis des Vierten Offiziellen, der eine gute Sicht gehabt haben dürfte? Doch warum wurde der Boxhieb dann nicht geahndet? Für liga3-online.de-Experte Babak Rafati ist die Sache klar: "Wolf führt den Ball am Fuß. Dabei kommt Böhnlein in den Zweikampf und guckt gar nicht zum Ball, sondern schlägt Wolf nur mit der Faust in die Rippen. Das ist eine Tätlichkeit, bei der es zwingend die rote Karte geben muss. Eine Fehlentscheidung, die Szene ungeahndet zu lassen." Glück für Böhnlein, dem so eine Sperre von mehreren Partien erspart bleibt.
"Er hatte keine andere Intention"
Auch Wolf sprach bei "MagentaSport" von einer "klaren roten Karte". Er sei unmittelbar nach der Aktion auf den Unparteiischen zugegangen und habe ihm gesagt, "dass er mir nur in die Seite reinboxt. Er hatte keine andere Intention". Obwohl die Viktoria bei einem Platzverweis gegen Böhnlein anschließend über 65 Minuten in Überzahl gewesen und den Rückstand womöglich noch aufgeholt hätte, wollte der 24-Jährige die Niederlage nicht daran festmachen: "Klar kann das ein Spiel verändern. Aber das war nicht der Knackpunkt."