Nach Abstieg: Tomas Oral verlässt den FC Ingolstadt

Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga muss sich der FC Ingolstadt einen neuen Trainer suchen. Tomas Oral steht für den Neuanfang in der 3. Liga nicht zur Verfügung.

FCI muss sich neu aufstellen

"Für mich ist das hier beendet. Der Verein braucht neue Leute", sagt der 46-Jährige im "Donaukurier". Oral hatte den FCI Anfang April als Trainer Nummer vier der abgelaufenen Saison von Jens Keller übernommen und die Schanzer mit fünf Siegen aus den letzten sieben Saisonspielen in die Relegation geführt – dort scheiterte Ingolstadt aufgrund der Auswärtstor-Regel an Wehen Wiesbaden (2:1; 2:3). Unmittelbar nach dem Spiel am Dienstagabend wünschte Oral dem FCI bei seinen Entscheidungen "ein glückliches Händchen." Der Vertrag des 46-Jährigen läuft am 30. Juni aus.

Da auch Sportdirektor Thomas Linke aufhört, müssen sich die Schanzer sportlich komplett neu aufstellen. "Für uns ist aktuell die Position des sportlich Verantwortlichen die wichtigste", betont Präsident Peter Jackwerth im Interview mit der Zeitung. "Wir müssen einem den Hut aufsetzen, der die Entscheidungen fällt." Die Position soll "zeitnah" entscheiden werden, so der 61-Jährige. "Wir maßen uns nicht an und holen zuerst einen Trainer vor dem Sportlichen Leiter."

Linke soll dem FCI derweil in anderer Funktion erhalten bleiben: "Er wird uns weiter beraten. Wir haben auch offen darüber gesprochen, dass Thomas gut in den Aufsichtsrat passen würde. Dazu müssen wir uns aber erst neu organisieren", so Jackwerth. Für den Fall des Klassenerhalts war Dietmar Beiersdorfer als Sportdirektor im Gespräch. Nun dürfte der 53-Jährige aber kein Thema mehr sein.

Kittel und Lezcano nicht zu halten

Wie der Kader für die kommende Saison aussehen wird, ist noch ungewiss – zumal der Etat um 30 Prozent gekürzt werden soll. Allein bei den TV-Einnahmen brechen dem Klubs 15,5 Millionen Euro weg. Viele Spiele werden den FCI verlassen, Almog Cohen, Christian Träsch, Sonny Kittel und Dario Lezcano haben ohnehin keinen Vertrag für die 3. Liga und dürften zu teuer sein. "Die Illusion habe ich nicht, dass ich einen Sonny Kittel oder Darío Lezcano mit deutlich reduziertem Gehalt halten kann", weiß auch Jackwerth.

Andere Akteure wiederum könnten von einer Austiegsklausel Gebrauch machen. "Wir haben uns bereits mit Spielern unterhalten, die Ausstiegsklauseln haben, und ihnen angeboten, dass wir gerne mit ihnen weitermachen wollen", berichtet der FCI-Boss. Zudem sollen Spieler, die keinen Vertrag besitzen, ein Angebot erhalten. "Nur ob man diese halten kann, ist fraglich. Und bezüglich neuer Spieler hat Florian Zehe als Leiter der Scoutingabteilung bereits viel vorbereitet." Ein Thema soll Matthias Maak vom österreichischen Bundesligisten Wacker Innsbruck sein – das berichtet die "Kronen Zeitung".

Eine Prognose für die bereits in 50 Tagen startende Saison wagt Jackwerth indes noch nicht: "Ein Ziel zum jetzigen Zeitpunkt festzulegen, wäre unsinnig. Wir haben noch keine Mannschaft, kein Trainerteam und keine sportliche Leitung." Es sei utopisch zu denken, "dass wir da gleich wieder aufsteigen und das nur ein Betriebsunfall war. Diese Zeiten sind vorbei." Letztmalig spielte Ingolstadt in der Saison 2009/10 drittklassig – und stieg über die Relegation direkt wieder auf.

   
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