Münster beweist, dass sie nicht in den Abstiegskampf gehören

So einfach kann Fußball manchmal sein: Dank einer vor allem in der ersten Halbzeit hochdisziplinierten Abwehrleistung und zweier Standardsituationen gelingt dem SC Preußen Münster die Überraschung des Spieltags. Mit 2:0 schlagen die Adlerträger den 1. FC Heidenheim und fügen dem Spitzenreiter somit die erste Niederlage nach zuvor 16 Spielen ohne Niederlage zu. Nach dem zweiten Dreier in Folge steht der SCP dagegen so gut wie schon lange nicht mehr da, sieben Zähler beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang. Es gab nicht viel, das vor dem Duell am Samstag auf einen verdienten Sieg des SC Preußen Münster hindeutete. Doch nach 90 Minuten sah alles ganz anders aus: Von den vollkommen unterschiedlichen Kräfteverhältnissen war nichts zu sehen. Die in der bisherigen Spielzeit alles überragende Elf aus Heidenheim zeigte eine ganz schwache Leistung und konnte sich während der gesamten Partie nicht eine Großchance herausspielen.

Preußen zeigen beste Saisonleistung

Hauptverantwortlich dafür war aber auch die teilweise wieder an die Vorsaison erinnernde Defensive Münsters. Sowohl von dem verletzungsbedingten Ausfall Julian Riedels als auch der ganz frühen Auswechslung Marcus Piosseks, bei dem Verdacht auf eine Außenbandschädigung besteht, ließen sich die Adlerträger nicht unterkriegen. Die erfahrenen Innenverteidiger Dominik Schmidt und Marco Pischorn sowie die beiden Sechser Jens Truckenbrod und Stefan Kühne (kam für Piossek) machten eines ihrer besten Saisonspiele. Es mangelte in der ersten Hälfte zu keiner Sekunde an mangelndem Willen, Kampfgeist und Laufbereitschaft. Dabei blieb aber auch endlich mal die Kreativität nicht auf der Strecke.

Immer wieder fand die Offensive um Benjamin Siegert, Dennis Grote, Rogier Krohne und Soufian Benyamina Lücken in Heidenheims Abwehr. Brandgefährlich wurde es in der ersten Halbzeit aber dennoch vor allem nur bei Standards. So ist es keine allzu große Überraschung, dass beide Treffer durch Dominik Schmidt nach Eckbällen von Dennis Grote fielen. Glücklicher und unverdienter wurde der Sieg dadurch aber keinesfalls. Ganz im Gegenteil: Bei konsequenterer Chancenverwertung hätten Benyamina in Hälfte eins und Krohne und Kühne kurz vor Ende der Partie das Ergebnis sogar noch deutlich höher gestalten können.

Loose: „Großes Kompliment an meine Mannschaft“

„Meine Mannschaft hat den Gegner zu jeder Zeit durch eine kämpferisch und läuferisch starke Vorstellung unter Druck gesetzt und permanent gestört“, so der kurz nach Abpfiff selber fast schon positiv erschrockene Preußen-Coach Ralf Loose auf der Pressekonferenz. Zum ersten Mal nach einer gefühlten halben Ewigkeit bewies der SC Preußen mal wieder, dass er eigentlich nicht in den Abstiegskampf gehört. Aus diesem haben sich die Adlerträger nun aber auch fürs Erste verabschiedet, wenngleich auch jedem an der Hammer Straße durchaus bewusst ist, dass die Situation in dieser engen 3. Liga bereits nach einer Woche wieder ganz anders ausschauen kann.

FOTO: Sven Wundrig

 

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