"Müssen realistisch bleiben": Hiller schaut (noch) nicht nach oben

18 Punkte, keine Niederlage und 13:4 Tore: Der TSV 1860 München ist bislang das erfolgreichste Team in diesem Jahr – und hat sich in der Tabelle bis auf Rang 12 vorgearbeitet. Die letzten vier Partien konnte 1860 allesamt gewinnen, nach oben schauen wollen die Löwen aber (noch) nicht. 

Platz 5 in Sichtweite

Gerade mal zwei Zähler lag 1860 zur Winterpause vor den Abstiegsplätzen, acht Partien später ist der Vorsprung auf 14 Punkte angewachsen. Mit dem Abstieg dürften die Löwen vor den letzten elf Spieltagen damit nichts mehr zu tun haben, vielmehr gehen die Blicke nach oben. Schließlich ist Platz 5, der derzeit zur Teilnahme am DFB-Pokal berechtigt, nur noch fünf Zähler entfernt. Torhüter Marco Hiller tritt aber auf die Bremse: "Wir dürfen jetzt nicht rechnen oder auf die Tabelle schauen", sagt er in einem Interview mit der "Abendzeitung".

"Die Fans können gerne davon träumen, oder die Zeitungen darüber schreiben, aber wir müssen realistisch bleiben, denn wir haben mit unserer Punkteausbeute noch nichts erreicht, nicht einmal den Klassenerhalt." Gänzlich verschließen davor, dass es am Ende zu Platz 5 reichen könnte, will sich der 27-Jährige zwar nicht: "Natürlich ist in dieser Dritten Liga vieles möglich, das hat man auch in den letzten Jahren gesehen", gleichwohl betont er: "Wir müssen erst unsere Hausaufgaben machen, und dann sehen wir, was möglich ist."

"Geht einfach alles viel lockerer von der Hand"

Warum es derzeit so gut läuft, erklärt Hiller so: "Jeder einzelne Spieler hat den Spaß wieder gefunden, das muss man so klar sagen. Man muss auch lobend erwähnen, dass wir einen großen Kader haben und trotzdem jeder mitzieht: keiner lässt sich hängen, keiner verbreitet schlechte Stimmung. Das ist wirklich top. Ganz abgesehen von den mannschaftstaktischen Dingen, die derzeit auch sehr gut klappen." 1860 befinde sich "richtig im Flow", was sich auch auf jeden einzelnen Spieler übertrage. "Es geht einfach alles viel lockerer von der Hand, auch wenn es gleichzeitig harte Arbeit ist. Wir haben ein ganz anderes Selbstverständnis, das wir vorher nicht hatten. Aber wir dürfen nicht nachlassen und weniger machen, sonst läuft es schnell wieder anders."

Auch Hiller selbst hat an der Erfolgsserie großen Anteil, blieb er in diesem Jahr doch schon dreimal zu Null und musste nur viermal hinter sich greifen. Allein im Februar wehrte Hiller 93,3 Prozent aller Bälle ab, die auf sein Tor flogen – Spitzenwert in der 3. Liga. Im Heimspiel gegen Ulm soll die Erfolgsserie am Samstag weitergehen. Mit einem Sieg könnte 1860 den Rückstand auf Platz 5 weiter verkürzen, selbst der Relegationsrang wäre dann "nur" noch sieben Punkte entfernt.

   
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