MSV-Ultras stecken hinter Anti-Sexismus-Aktion bei RWE
Was zunächst wie eine ernsthafte Initiative gegen Sexismus im Fußball wirkte, entpuppt sich nun als gezielte Irreführung: Die viel beachtete Aktion des vermeintlichen Fanbündnisses "RWE für Toleranz" vor dem Heimspiel von Rot-Weiss Essen gegen Energie Cottbus stammt nicht von RWE-Fans, sondern von der Duisburger Ultra-Gruppierung "Proud Generation".
MSV-Fans bekennen sich per Banner
Eigentlich hatte das Bündnis dazu aufgerufen, dass Frauen in den ersten 19 Minuten und sieben Sekunden bewusst in die vorderen Reihen der Westtribüne gehen sollten, um ein Zeichen gegen Sexismus zu setzen. Die Resonanz blieb allerdings gering: Kaum Fans beteiligten sich, Banner oder Plakate gab es nicht.
Nun ist klar, warum: Die Gruppe "RWE für Toleranz" existiert in der Essener Fanlandschaft gar nicht. Am Samstag machten die Duisburger Ultras beim Heimspiel gegen Alemannia Aachen die wahre Urheberschaft öffentlich. Auf mehreren Bannern bekannten sie sich zur Aktion und verspotteten sowohl Essener Fans als auch Medien, die den Aufruf verbreitet hatten.
Website geändert
Auf einem Banner stand unter anderem: "Auf Flyern verhasste Szenen kopieren. Im Block dann Angst zu blamieren? Frau Görke und die ‘stolze Generation’ grüßen die Westtribüne Essen und auch alle Knechte in der Redaktion." Der Name "Melanie Görke" war zuvor als Ansprechpartnerin der angeblichen Initiative genutzt worden.
Unterdessen wurde auch die Website von "RWE für Toleranz" verändert: Das ursprüngliche Statement wurde geschwärzt, stattdessen sind nun das Logo und der Schriftzug von "Proud Generation" zu sehen. Damit ist klar: Die Aktion war keine Kampagne gegen Sexismus, sondern ein gezielter Streich der Duisburger Ultras – und ein Schlag ins Kontor für Medien und Fans, die den Aufruf zunächst für bare Münze genommen hatten.