MSV trennt sich von Hagen Schmidt – Torsten Ziegner übernimmt

Zwei Spieltage vor Saisonende hat der MSV Duisburg am Mittwoch doch die Reißleine gezogen und sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Hagen Schmidt getrennt. Damit reagieren die Zebras auf die schwachen Ergebnisse der letzten Wochen. Neuer Trainer ist Torsten Ziegner, der bereits am Samstag an der Seitenlinie stehen wird und einen Vertrag bis 2024 unterschrieben hat.

"Mussten handeln"

20 Niederlagen, 70 Gegentore und immer noch nicht gerettet: Der MSV Duisburg spielt eine mehr als enttäuschende Saison. Vor allem die letzten drei Pflichtspiele hatten es in sich: Erst die historische 0:6-Klatsche gegen 1860, dann das blamable Landespokal-Aus bei Viertligist SV Straelen und am Montag das 1:3 in Mannheim. Zwar haben die Zebras noch zwei Matchbälle auf den Klassenerhalt, doch dass Hagen Schmidt diesen erreichen wird, davon waren die Verantwortlichen nicht mehr überzeugt – und stellten den 52-Jährigen nun frei.

"Angesichts der zuletzt ausgebliebenen Ergebnisse und der negativen Tendenz in den Auftritten mussten und wollten wir in der aktuellen Situation, aber auch mit Blick auf die neue Spielzeit handeln", erklärt Sport-Geschäftsführer Ralf Heskamp, bedankt sich aber beim geschassten Coach: "Hagen Schmidt hat im vergangenen Herbst in einer eh schon sehr schwierigen Situation mit viel Akribie und Power Verantwortung für den MSV übernommen. Dass wir gemeinsam mit ihm nicht den Erfolg und die Konstanz gefunden haben, die wir uns alle erhofft haben, ist bitter für uns alle."

Unmittelbar nach dem Spiel in Mannheim hatte sich Schmidt gelassen gezeigt, was seine Zukunft angeht: "Über so etwas mache ich mir keinen Kopf. Es geht nicht um mich, sondern den Verein. Wenn ich das Problem bin, müssen das andere entscheiden, dann ist das so. Das ist mir jetzt eigentlich relativ egal. So ist das Geschäft." Und wie schnell das Geschäft ist, zeigte sich einmal mehr am Mittwoch: Noch am Vormittag hatte der MSV für den morgigen Tag zu der obligatorischen Spieltags-Pressekonferenz mit Schmidt geladen, einige Stunden später war er Geschichte.

Ziegner übernimmt

Schmidt hatte den Trainerposten bei den Zebras im vergangenen Oktober von Pavel Dotchev übernommen, aus den 28 Spielen seitdem aber nur zwölf Siege geholt – gleich 14 Spiele gingen verloren. Großer Schwachpunkt war die Abwehr: Ganze fünfmal setzte es vier oder mehr Gegentore, in den Partien gegen Osnabrück und 1860 müsste Torhüter Leo Weinkauf sogar jeweils sechs Mal hinter sich greifen. Insgesamt kassierten die Zebras unter Schmidt 52 Gegentreffer, also fast zwei pro Spiel. Dennoch fehlen den Zebras "nur" noch drei Punkte zum sicheren Ligaverbleib.

Dass diese eingefahren wird, dafür soll nun Torsten Ziegner sorgen. Der 44-Jährige übernimmt mit sofortiger Wirkung, erhält einen für alle Ligen gültigen Vertrag bis 2024 und steht bereits am Samstag im Heimspiel gegen Freiburg II erstmals an der Linie. "Mit Torsten Ziegner haben wir einen Coach gewinnen können, der seine Teams sofort mitzunehmen versteht und schnell ein Feuer entfacht", begrüßt Heskamp den neuen Coach. "Er hat gerade in seiner Zeit beim FSV Zwickau und beim Halleschen FC auch unter Beweis gestellt, dass er eine Mannschaft längerfristig entwickeln und fördern kann."

Zuletzt stand Ziegner zu Saisonbeginn bei den Würzburger Kickers an der Linie, musste aber nur nach 15 Spielen (vier Siege, vier Unentschieden) wieder gehen. Zuvor trainierte er den Halleschen FC (2018-2020) und führte den FSV Zwickau, wo er von 2012 bis 2018 tätig war, in die 3. Liga. Der MSV ist nun seine vierte Trainerstation im Profibereich. "Natürlich spüre ich große Vorfreude auf diese Herausforderung. Aber ich will jetzt gar nicht über die große Historie und die Strahlkraft des MSV reden, dafür ist jetzt keine Zeit", so der 44-Jährige. In den nächsten zehn Tagen gehe es allein um ein einziges Ziel: "Wir alle müssen gemeinsam alles für den Klassenerhalt geben: die Mannschaft, wir Trainer." Sein Appell an die Fans: "Lasst Samstag für 90 Minuten die Vergangenheit beiseite und gebt wieder alles für euren und jetzt auch meinen Verein. Wenn wir dieses Ziel geschafft haben, dann ist für mich Zeit, über die Zukunft zu sprechen." Bereits am Donnerstag wird er erstmals das Training leiten, zuvor soll er im Rahmen einer Medienrunde offiziell vorgestellt werden.

   
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