MSV Duisburg sucht Abwehrchef: Holger Badstuber im Gespräch

Ein Innenverteidiger noch, dann sind die Personalplanungen beim MSV Duisburg abgeschlossen. Und die Zebras suchen keinen Ergänzungsspieler, sondern den Chef für die Abwehrzentrale. Ein Kandidat ist Holger Badstuber, wie die "WAZ" berichtet.

Meister und Champions-League-Sieger

Mit gleich fünf Spielern für die Innenverteidigung verfügt der Kader des MSV Duisburg nominell über eine ausreichende Anzahl von Alternativen, doch noch fehlt der Anführer. In der letzten Saison hatte Dominik Schmidt diese Rolle inne, allerdings konnte der 34-Jährige nicht immer überzeugen und ist derzeit zudem verletzt. Entsprechend soll ein neuer Chef her. Mit Holger Badstuber haben die Verantwortlichen einen prominenten Spieler für diese Position im Visier. Der 32-Jährige, der einer von mehreren Kandidaten sein soll, spielte in der letzten Saison für die U23 des VfB Stuttgart (28 Regionalliga-Partien), hatte mit dem Ablauf der Serie aber keinen neuen Vertrag erhalten und ist seit Anfang des Monats offiziell vereinslos.

Im Hinblick auf die große Erfahrung des gebürtigen Memmingers wäre Badstuber wohl die Idealbesetzung für die Rolle des Abwehrchefs: 166 Mal kam er für Schalke 04, den VfB Stuttgart und vor allem für den FC Bayern München in der Bundesliga zum Einsatz, wurde sechsmal Meister und holte viermal den DFB-Pokal – jeweils im FCB-Trikot. 2013 wurde er mit den Bayern sogar Champions-League-Sieger, insgesamt absolvierte er 37 Partien in der Königsklasse. Auch der Gewinn des UEFA Supercups steht in seiner Vita, ebenso der Klub-Weltmeister-Titel (beides 2014). Für die Nationalmannschaft war Badstuber 31 Mal am Start und gehörte zum Kader der WM 2010 und EM 2012.

Ist Badstuber finanzierbar?

Angesichts der beeindruckenden Karriere Badstubers stellt sich allerdings die Frage: Ist er für den MSV überhaupt finanzierbar? In Geld schwimmen die Zebras bekanntlich nicht. Zwar ist der 32-Jährige, dessen Profikarriere in der Saison 2008/09 in der 3. Liga ihren Anfang genommen hatte (32 Spiele für Bayern II), ablösefrei zu haben. Doch gehaltstechnisch dürfte sich Badstuber in Regionen bewegen, mit denen die Duisburger zuletzt nichts zu tun hatten. Entsprechend müsste der frühere Bundesliga-Spieler zu deutlichen Einbußen gegenüber seinem Engagement beim VfB Stuttgart bereit sein. Sollte eine Verpflichtung aber gelingen, wäre das ein echter Coup – und eine Ansage an die Konkurrenz.

   
  • MrKeepCool

    @@dmvon1907:disqus Was ist denn das für ein merkwürdiges Weltbild? Ein Spieler, hier Badstuber, hat mit einem Verein, damals Stuttgart, einen Vertrag mit einer bestimmten Laufzeit geschlossen. Beide Seiten waren sich einig und haben den unterschrieben. Weder der Spieler noch der Verein können dann einseitig während der Vertrags-Laufzeit die Spielregeln ändern. Wenn dem Verein also in den Sinn kommt, dass Badstuber ab sofort nur noch für die 2. Mannschaft spielt, dann muss er das tun. Und er hat es getan. Dies dann aussitzen zu nennen ("weil er seinen Vertrag unbedingt "erfüllen", also aussitzen wollte"), verdreht die Rechtslage komplett, ist schäbig und zeugt von mangelnden Kenntnissen über Verträge und deren Einhaltung. Im Gegensatz dazu bin ich ganz bei Ihnen, was die Verletzungsanfälligkeit anbelangt. DAS ist der entscheidende Punkt, ihn eher nicht zu verpflichten, denn mit Verletzten bzw. dem Kauf von sehr verletzungsanfälligen Spielern haben wir in den letzten Jahren leider genug Erfahrung.

    • DM von 1907

      Meine Kenntnis von Verträgen und deren Einhaltung ist durchaus gegeben. Badstuber war hier definitiv im Recht und hat dieses auch wenig überraschend auf der ganzen Linie durchgesetzt. Trotzdem war es ein Aussitzen, denn ein ehrgeiziger Spieler hätte anders gehandelt und sich einen anderen Verein gesucht, der ihn mehr wertschätzt und wo er eine tragende Rolle hätte spielen können. Und wo er auf höherem Niveau hätte spielen können!!

      Badstuber ist also nicht nur verletzungsanfällig – worüber wir uns einig sind -, sondern auch ein Fußballrentner, der noch mal 3. Liga spielen will, um seinen Vertrag abzutrainieren. ich glaube, man muss das leider so sagen. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren!

  • DM von 1907

    Badstuber hatte in Stuttgart keine Perspektive mehr, wurde dort degradiert und in die zweite Mannschaft abgeschoben, weil er seinen Vertrag unbedingt "erfüllen", also aussitzen wollte. Dies ist ihm dann auch gelungen. – Gegen eine Verpflichtung spricht nicht nur das sicher hohe Gehalt, sondern vor allem seine enorme Verletzungsanfälligkeit, die sich wie ein roter Faden durch seine Karriere zieht.

Back to top button