MSV Duisburg: Jubel und Enttäuschung sind enge Verwandte

Heimstärke bleibt weiterhin ein Fremdwort für den MSV, der es nach zweimaliger Führung in der torreichsten Partie des Spieltages schaffte, nur einen Punkt gegen Saarbrücken mitzunehmen. Mit 18 Zählern bleibt Duisburg somit auf Tabellenplatz 10, wohingegen die Saarländer trotz Unentschieden auf den letzten Rang abgerutscht sind. 12764 Zuschauer verfolgten eine sehr kurzweilige Partie, in der die Meidericher zunächst mit 2:0 in Führung gingen. Nach dem sicheren Sieger sah Duisburg jedoch selten aus, da die Mannschaft von Milan Sasic während des anfänglichen Offensivdrangs der Zebras zu gefährlichen Kontern ansetzen konnte. Saarbrücken bewies über die gesamte Partie Moral und gab sich zu keinem Zeitpunkt auf. Es war ein Remis mit „gefühlten“ Siegern und Verlierern.

Eine Halbzeitpause, die alles veränderte

Die Marschroute war eindeutig vorgegeben – es sollten keine Geschenke an den ehemaligen MSV-Coach Sasic überreicht werden. Die Duisburger Abwehr entschied sich aber für eine Bescherung und zeigte sich ein weiteres Mal instabil, obwohl es nach starkem Beginn und Doppelpack durch Onuegbu keinen Grund zur Nervosität gab. Der „King“ des MSV vollendete in der ersten Halbzeit konsequent nach glänzenden Vorarbeiten seiner Kollegen Gardawski und Dum. Hinten zeigte Duisburg ein anderes Gesicht und ließ gefährliche Chancen nach Tempogegenstößen zu. Nach Tormöglichkeiten wäre bereits in der ersten Halbzeit ein 3:3 möglich gewesen, wodurch der eigentliche Halbzeitstand von 2:0 wackelig wirkte. Ziemer sowie Knipping testeten die Abwehrreihen der Hausherren und deckten gnadenlos Unachtsamkeiten auf. Duisburg schaffte es insgesamt nicht, klare Vorteile beizubehalten und geschlossen eine vielversprechende Ausgangslage zu verwalten. Dabei wirkten die Saarländer anfangs überfordert und konnten der Kavallerie kaum Paroli bieten. Zu Beginn der zweiten Halbzeit war der Duisburger Angriffssturm abrupt verflogen und so mussten die unerwartet passiven Meidericher früh den Anschlusstreffer durch Ziemer hinnehmen.

Ein Sieg war in greifbarer Nähe

Saarbrücken brachte den MSV weiter in Bedrängnis, da man sich mit dessen kreativem Offensivspiel fortan deutlich weniger befassen musste. R. Korte belohnte die Bemühungen seiner Mannschaft mit dem Ausgleichstreffer, als er nur sechs Minuten später aus knapp 25 Metern den Ball beherzt in den linken Winkel beförderte. Nervosität machte sich breit – von Kantersieg bis Unentschieden schien in dieser Partie von Anfang an alles möglich. Kevin Wolze ließ die MSV-Anhänger durch seinen Führungstreffer knapp 15 Minuten auf drei Punkte hoffen, ehe Hoffmann zehn Minuten vor Abpfiff zum 3:3 Endstand traf. Symbolisch für die Achterbahnfahrt eines Vereins, bei welchem weiterhin unklar ist, ob die Zweitlizenzierung gelingt. Jubel und Enttäuschung sind an der Wedau enge Verwandte – das Attribut „unnötig“ war nach dem Spiel in aller Munde. Punkteteilung lautete schließlich die Devise, da Duisburg über eine gesamte Spiellänge keine Sicherheit ausstrahlen kann. Ein Sieg war zwar in greifbarer Nähe, jedoch stellt sich der MSV gerne vor selbst erschaffene Probleme und lässt den jeweiligen Gegner davon profitieren. Saarbrücken hielt tapfer durch, versteckte sich nicht und war sich der mangelnden Konsequenz seines Gegenübers bewusst.

Zebras treten weiterhin auf der Stelle

So richtig scheint man nicht oben angreifen zu wollen. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, äußerte sich MSV-Coach Karsten Baumann in seinem Fazit zum Spiel. „Die zweite Hälfte war für mich absolut unverständlich. Jeder lange Ball der Saarbrücker war plötzlich torgefährlich, das kann nicht sein. Die Mannschaft muss langsam wissen, was sie will. Momentan treten wir nur noch auf der Stelle.“ Für Milan Sasic war es deutlich einfacher, Worte zu finden. Schließlich schoss seine Mannschaft drei Tore auf auswärtigem Boden und holte einen zweifachen Rückstand auf: „Der MSV hat eine gute erste Halbzeit gespielt, Respekt an meinen Kollegen Karsten Baumann! Trotzdem waren auch wir nicht chancenlos, auch wenn das bei einem 0:2-Rückstand vielleicht untergeht. Ich habe vier Torchancen gezählt, der Punkt ist also keinesfalls unverdient.“ Am kommenden Samstag reisen die Zebras zum VfB Stuttgart II, während Saarbrücken die Stuttgarter Kickers empfängt.

FOTO: Dieter Schmoll 

 

 

 

 

 

 

   

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