Mockenhaupt: "Keinen Moment der Schwäche erlauben"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Wiesbadens Abwehrchef Sascha Mockenhaupt über das Aufstiegsrennen, die starken Ergebnisse des SVWW in der Rückrunde und die anstehenden Top-Spiele beim Halleschen FC und gegen den Karlsruher SC.

"Belohnen uns nun mehr für unseren Aufwand"

liga3-online.de: Nach den letzten beiden Siegen bei der SG Sonnenhof Großaspach (3:2) und gegen den SC Preußen Münster (2:0) beträgt der Vorsprung des SV Wehen Wiesbaden auf Platz fünf bereits acht Zähler. Jetzt geht es nur noch um den Aufstieg, oder Herr Mockenhaupt?

Sascha Mockenhaupt: Es wäre ein wenig naiv, die vielen Teams hinter uns bereits abzuschreiben. Acht Punkte sind in einer Liga, die extrem ausgeglichen und spannend ist, schnell aufgeholt. Nach zwei Spielen ohne Sieg in Folge könnten die Konkurrenten einem schon wieder im Nacken sitzen. Das heißt für uns: Nicht nachlassen, weitermachen.

Vor allem in der Rückserie überzeugt der SVWW, mit 22 Punkten ist Wiesbaden Spitzenreiter der Rückrundentabelle. Wie ist der Leistungsschub nach der Winterpause zu erklären?

Ich würde nicht unbedingt von einem Leistungsschub sprechen. Wir spielen nicht besser, sondern belohnen uns nun mehr für unseren Aufwand. Auch in der Hinserie haben die Leistungen meist gestimmt. An der Chancenverwertung haben wir beispielsweise gearbeitet.

Mit 53 Toren stellt Wiesbaden den besten Angriff der Liga, unter dem hohen Offensivdrang leidet hin und wieder die Defensive (39 Gegentreffer). Stört Sie das als Innenverteidiger manchmal?

Nein, überhaupt nicht. Wenn ich unterschreiben könnte, dass wir ab sofort jedes Spiel 4:3 gewinnen, würde ich das sofort tun. (lacht) Ob wir deutlich mehr Gegentore kassieren als andere Mannschaften in der Spitzengruppe, ist nicht relevant, solange wir am Ende trotzdem als Sieger vom Platz gehen.

In der letzten Saison wurde Wehen Wiesbaden Vierter, mit nur einem Punkt Rückstand auf den drittplatzierten Karlsruher SC. Warum glauben Sie, dass es diesmal mindestens für Relegationsplatz drei reicht?

Wir sind in dieser Saison breiter aufgestellt und können Ausfälle dadurch besser kompensieren. In der letzten Spielzeit hatten wir damit noch ein wenig Probleme. Hinzu kommt, dass der Kern der Mannschaft im letzten Sommer zusammen geblieben ist. Wir mussten uns nicht neu finden, sind als Team gereift und konnten uns weiterentwickeln.

 

"Fühlen uns aber gewappnet"

Am Samstag geht es nun zum punktgleichen Halleschen FC, danach steht das Halbfinale im Hessenpokal beim Südwest-Regionalligisten SC Hessen Dreieich auf dem Programm und dann empfangen Sie den Tabellenzweiten Karlsruher SC. Richtungsweisende zwei Wochen, oder?

Klar, die kommenden Partien sind sehr wichtig für uns. Bestreiten wir die beiden Ligaspiele gegen zwei direkte Aufstiegskonkurrenten erfolgreich, erarbeiten wir uns eine Top-Ausgangslage für den Endspurt. Entschieden ist dann aber noch nichts, egal wie die Begegnungen ausgehen. Dafür passiert in dieser Liga einfach zu viel Unberechenbares. Im Hessenpokal wollen wir natürlich unbedingt ins Endspiel einziehen. Auch, wenn wir hoffen, dass wir den Pokalsieg nicht für die DFB-Pokal-Qualifikation benötigen, ist der Sieg in diesem Wettbewerb definitiv unser Ziel – allein schon aus Prestigegründen.

Zunächst gastiert Wiesbaden jetzt beim HFC, der zuletzt zweimal hintereinander nicht gewinnen konnte (2:3 gegen Cottbus, 1:1 in Rostock). Wie schätzen Sie Halle ein?

Halle spielt wohl den intensivsten Fußball der 3. Liga, was Laufbereitschaft, Kampf- und Teamgeist angeht. Uns erwartet ein heißer Tanz. Wir fühlen uns aber gewappnet für die Aufgabe und haben schon häufiger bewiesen, dass wir auswärts in Spitzenspielen zu Höchstleistungen auflaufen können.

Worauf gilt es, besonders aufzupassen?

Der HFC spult wie gesagt regelmäßig ein wahnsinniges Laufpensum ab und lässt dem Gegner kaum Lauft zum Atmen. Wir dürfen uns also keinen Moment der Schwäche erlauben. Das bestraft Halle extrem. Wenn wir aber so konzentriert zu Werke gehen, wie zuletzt auch beim 2:0-Erfolg gegen Preußen Münster, mache ich mir absolut keine Sorgen.

   

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