"Mit mir nicht ganz so beschissen": Koschinat reagiert auf Kritik
Rot-Weiss Essen hält Anschluss im Aufstiegskampf. Trotzdem ist die Stimmung im Umfeld der Hafenstraße angespannt. Cheftrainer Uwe Koschinat betonte bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag jedoch in aller Deutlichkeit, dass der Revierklub unter seiner Regie "nicht ganz so beschissen" fährt. Seit acht Spielen ist RWE ungeschlagen. Am Samstag (16:30 Uhr) kommt der SSV Jahn Regensburg ins Ruhrgebiet.
"Glaube, dass wir das Publikum zurückgewinnen"
Nur drei Niederlagen in der laufenden Saison? Das ist ein Spitzenwert für Rot-Weiss Essen in der 3. Liga. Aber trotzdem bleibt RWE seit Wochen und Monaten in der Verfolgerrolle hängen, weil die Mannschaft von Uwe Koschinat gleichzeitig schon zehn Unentschieden sammelte. Und manches Mal auch aus der Not heraus, wie zuletzt beim 3:3-Remis gegen Alemannia Aachen, als Dickson Abiama die Essener mit einem Doppelpack in den Schlussminuten rettete. Unruhen im Umfeld sind beim Traditionsklubs daher fast schon vorprogrammiert.
"Man kommt in Essen natürlich nicht umhin, diese Schwingung ein Stück weit wahrzunehmen", resümierte der Cheftrainer. "Deswegen beschäftige ich mich mit diesen Dingen im Sinne von Rot-Weiss Essen und im Sinne meinen eigenen Entscheidungen. Und ich glaube, dass Rot-Weiss Essen mit mir nicht ganz so beschissen gefahren ist." 89 Zähler aus 49 Spielen bedeuten einen Punkteschnitt von 1,82. Kritik wolle Koschinat daher weiter vor und nach Spielen annehmen, aber am Ende wird immer dem Cheftrainer die Entscheidung obliegen. "Und ich glaube, dass wir auf einem sehr, sehr guten Weg sind, und, dass wir ganz, ganz schnell das Publikum zurückgewinnen." Das besagte Spiel gegen Aachen sei schlecht gewesen, aber gerade das machte Koschinat weiter zuversichtlich.
Koschinat kommentiert den Arslan-Abgang
"Wir wissen, dass wir ein schlechtes Spiel gemacht haben, das am Ende aber mit einem Punkt gekrönt wurde. Insofern haben wir aus dem schlechten Spiel noch das Beste gemacht, was wir herausholen konnte. Und wenn es uns gelingt, in einem schlechten Spiel zu punkten, dann bin ich sehr, sehr optimistisch, dass die guten Spiele auch wieder zu Dreiern führen", erläuterte Koschinat seine Gedanken in aller Ausführlichkeit. Beginnen wollen die Essener bereits im Topspiel am Samstag, wenn der SSV Jahn Regensburg zu Gast an der Hafenstraße sein wird. Allerdings ohne die gesperrten Michael Schultz und Kaito Mizuta. Und auch Ahmet Arslan wird fehlen, denn der Vizekapitän wechselte nach Australien.
Schon gegen Aachen saß der 31-Jährige nach Angaben des Cheftrainers auf eigenen Wunsch über die volle Distanz auf der Bank. Der Abgang des Offensivspielers spaltete die Geister zusätzlich. Schon im Trainingslager habe Koschinat mit Arslan über die veränderte Rolle gesprochen. "Ich habe die Dinge immer ganz klar und total offen mit ihm analysiert. Dass das nicht zur Freude des Spielers ist, ist auch klar. Am Ende ist es so, dass er sich dann verändern wollte, weil er einfach eine persönlich höhere sportliche Wertigkeit benötigt", so der Cheftrainer. An Führungsspielern soll es RWE trotzdem nicht mangeln, denn mit Klaus Gjasula kehrt ein Ankerpunkt ins Team zurück. "Wir werden es wieder besser machen", versprach Koschinat zusammenfassend für die Partie gegen Regensburg.