Menig im Interview: "Das macht uns unberechenbar"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Fabian Menig vom SC Preußen Münster über die bisher starke Saison des SC Preußen, seine plötzliche Torgefahr, das Aus im Westfalenpokal und das anstehende Top-Spiel gegen die Würzburger Kickers.

"Eine so gute Quote hatte ich noch nie"

liga3-online.de: Mit dem SC Preußen Münster mischen Sie oben mit, aktuell steht Platz drei zu Buche. Was ist für den SCP in dieser Saison drin, Herr Menig?

Fabian Menig: In der engen 3. Liga ist es immer schwer zu prognostizieren, wo man am Ende landet. Es kann ganz schnell viele Plätze nach oben oder nach unten gehen. Wir möchten aber auch gar nicht zu weit in die Zukunft schauen, sondern einfach an unsere zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen und uns oben festbeißen.

Beeindruckend ist vor allem die Torausbeute. Mit 20 Treffern stellt der SC Preußen den besten Angriff der Liga. Was ist in der Offensive das Erfolgsgeheimnis?

Unser Offensivspiel ist nicht nur auf einen oder zwei Stürmer ausgelegt. Wir haben viele Spieler, die immer gut für ein Tor sind. Das macht uns ein Stück weit unberechenbar. Hinzu kommt, dass wir insgesamt sehr torhungrig sind und auch bei einer Führung weiter Dampf machen.

Auch Sie als Defensivspieler schalten sich immer wieder in die Offensive ein, waren bereits an fünf Toren direkt beteiligt (zwei Tore, drei Vorlagen). Vor Saisonbeginn hatten in insgesamt 105 Drittliga-Partien drei Tore und vier Assists zu Buche gestanden. Woher kommt die plötzliche Torgefahr?

(lacht) Es stimmt, eine so gute Quote hatte ich noch nie. Dazu muss ich aber sagen, dass mir unsere Spielweise sehr entgegen kommt. Wir spielen mit einer Dreierkette und ich agiere als rechter Mittelfeldspieler offensiver als sonst. So gelange ich öfter in gefährliche Räume und kann häufiger den Abschluss suchen. Hinzu kommt, dass ich in Münster den nächsten Schritt gemacht habe. Seitdem ich im Sommer 2017 vom SC Freiburg zum SCP gewechselt bin, habe ich mich weiterentwickelt und nutze meine sich bietenden Möglichkeiten in der Offensive effektiver aus.

 

"Mit Würzburg kommt ein schwerer Brocken"

Nach den starken Leistungen in der Liga gab es für Münster zuletzt einen herben Dämpfer. Im Westfalenpokal mussten Sie sich 1:2 beim SV Rödinghausen geschlagen geben. Wie groß war danach die Enttäuschung?

Die war natürlich riesig. Wir waren gut drauf und hatten uns fest vorgenommen, im Pokal eine Runde weiterzukommen. Dass wir das nicht geschafft und uns damit die Chance verbaut haben, uns über den Westfalenpokal für den DFB-Pokal zu qualifizieren, ist brutal ärgerlich.

Was waren die Gründe für die Niederlage?

Grundsätzlich haben wir kein schlechtes Spiel gezeigt. In den ersten 30 Minuten haben wir die Partie dominiert und verdient das 1:0 gemacht. Danach haben wir es leider verpasst, den zweiten Treffer nachzulegen. Wir haben Rödinghausen dann zu viele Möglichkeiten geboten, ohne große Bedrängnis lange Bälle zu schlagen. Damit hatte der Gegner dann Erfolg.

Rödinghausen entwickelt sich immer mehr zum Pokalschreck, im DFB-Pokal schaltete der SVR den Zweitligisten Dynamo Dresden aus (3:2 nach Verlängerung) und trifft Ende Oktober nun auf den deutschen Rekordmeister FC Bayern München. Trauen Sie dem SVR dabei die nächste Sensation zu?

Das ist schwer vorstellbar. Rödinghausen hat zwar gegen Dresden verdient gewonnen und auch gegen uns eine starke Leistung gezeigt. Der FC Bayern ist aber noch einmal eine andere Hausnummer. Auch, wenn sich Bayern derzeit nicht in der besten Verfassung befindet, gehe ich davon aus, dass sich der Klassenunterschied bemerkbar machen wird.

In der Länderspielpause hatten Sie jetzt genug Zeit, um die Niederlage in Rödinghausen zu verarbeiten. Am Samstag geht es in der 3. Liga mit dem Top-Spiel gegen die Würzburger Kickers weiter. Was erwarten Sie für ein Spiel?

Es wird ein absolutes Top-Spiel gegen eine der stärksten Mannschaften der Liga. Mit Würzburg kommt ein schwerer Brocken, der nicht umsonst seit acht Begegnungen unbesiegt ist. Wir freuen uns auf die Herausforderung und wollen den dritten Heimsieg in Folge einfahren.

Wo sehen Sie die Stärken bei den Kickers?

Würzburg hat eine eingespielte Mannschaft, die fußballerisch einiges drauf hat. Eine Qualität der Kickers ist auf jeden Fall, dass sie es in den engen Spielen so gut wie immer schaffen, zumindest einen Punkt zu holen. Aufpassen müssen wir vor allem auf die gefährlichen Standards. Mit Simon Skarlatidis und Patrick Göbel hat Würzburg zwei extrem gute Freistoßschützen im Team.

   

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