Max Christiansen: Ein Rostocker Rohdiamant

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Sein Umfeld beschreibt ihn als zurückhaltenden und ruhigen Typen. Auf dem Platz, vor 10.000 Fans, ist davon nichts zu sehen. Rostocks "Sechser" mit der Nummer 14 geht robust in die Zweikämpfe und fällt vor allem durch seine gute Technik und Spielübersicht auf.  Max Christiansen, 1.87 groß und 17 Jahre jung, ist das derzeit wohl größte Talent in den Reihen des FC Hansa Rostock. Wenn am Wochenende in der 3.Liga um Punkte gekämpft wird und der Hallesche FC in der DKB-Arena gastiert, dann wird Max Christiansen das Spiel seiner Mannschaft aber nur vor dem Fernseher verfolgen können. Denn dem Nordlicht steht ein weiteres Highlight in seiner bisher kurzen Karriere bevor. Er wurde von Cheftrainer Marcus Sorg in das Aufgebot der U19-Nationalmannschaft berufen und gehört damit zum Länderspiel-Kader gegen die Niederlande (Freitag) und gegen England (Montag). Zuvor debütierte er bereits als 16-jähriger unter Stefan Böger im Dress der deutschen U17-Auswahl, für die er vier Mal auflief.

Mit den A-Junioren deutscher Vizemeister

Angefangen hat aber damals alles für ihn in seiner Flensburger Heimat. Beim SV Adelby erlernte er das Fußballspielen. Sein Talent blieb dort aber nicht lange unentdeckt. Mit 14 Jahren zog es ihn in das Fußballinternat  von Hansa Rostock. Da wo auch eins Toni Kroos das Fußball-ABC erlernte und viele weitere Talente ihren Weg in das Profigeschäft ebneten, verfolgte auch er seinen Traum vom Fußballprofi. Unter der Obhut von Nachwuchstrainer Roland Kroos entwickelte er sich prächtig weiter und wurde mit den A-Junioren vom FC Hansa Rostock sensationell deutscher Vizemeister. Im Finale mussten sich die Hanseaten zwar den Junioren des VfL Wolfsburg nach Verlängerung geschlagen geben, jedoch schaltete man zuvor sogar das Nachwuchsteam vom Rekordmeister FC Bayern München aus. Im Anschluss an das erfolgreiche Jahr wurde Max Christiansen von Andreas Bergmann zu den Profis des FC Hansa Rostock befördert und behutsam an das Team heran geführt. Bis am 32.Spieltag der große Traum des 17-jährigen gegen die Stuttgarter Kickers wahr wurde und er das erste Mal im Dress der Kogge in einem Punktspiel auflief.

Bereits für den nächsten Schritt?

In diesem Jahr, in dem er auch noch für die A-Jugend spielberechtig ist, hat sich Christiansen sich längst im Kader von Peter Vollmann etabliert. Er ist ein wichtiger Spieler in der Mannschaft, sodass er gegen Halle schmerzlich vermisst wird. Hatte er doch zuletzt beim Auswärtssieg in Mainz erstmals in die Startelf gestanden und gemeinsam mit seinen Teamkollegen Robin Krauße und Denis Danso-Weidlich im Mittelfeld für Ordnung gesorgt.  Mit der Nominierung für U19 erhält er aber nun die Möglichkeit weitere internationale Erfahrungen zu sammeln. Für den FC Hansa Rostock aber nicht nur ein Grund, sich über die tolle Nachwuchsarbeit zu freuen. Schließlich ist es für finanzschwache Clubs bittere Realität, dass diese ihre größten Talente an andere Vereine verlieren. Trauert man in Rostock immer noch Talenten wie Felix Kroos, Tom Trybull oder Tom Weilandt nach, die allesamt die gute Fußballausbildung in Rostock genossen, jedoch vom Verein nicht gehalten werden konnten und zumeist ablösefrei von Bord der Kogge gingen. Christiansen, Fan von Borussia Dortmund, könnte nun bald der nächste bittere Abgang sein. Der Kontrakt des Defensivspezialisten läuft im Sommer 2016 aus, aber bereits jetzt interessieren sich zahlreiche Erst- und Zweitligisten für den gebürtigen Flensburger. Max Christiansen, ein großes Talent bereit für den nächsten Schritt?

FOTO: Sebastian Ahrens / rostock-fotos.de

 

   

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