Mast im Interview: "In Würzburg geht es unaufgeregter zu"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Dennis Mast von den Würzburger Kickers über die Gründe für seinen Wechsel nach Würzburg, das Fernziel 2. Bundesliga und die Favoritenrolle in der kommenden Saison.

[box type="info" size="large"]"Die Stadt kannte ich nur vom Durchfahren"[/box]

liga3-online.de: Hallo Herr Mast.  Wie kam Ihr Wechsel zu den Kickers zustande?

Dennis Mast: Das ging im Endeffekt alles ganz schnell. Der Trainer hatte mich vor ein paar Wochen persönlich kontaktiert. Es waren sehr gute Gespräche, in denen er mir auch die Perspektive aufgezeigt hat, was hier in Würzburg mittelfristig entstehen kann, wie die Mannschaft aussehen soll und welche Rolle er mir zugedacht hat. Stephan Schmidt selbst kannte ich auch noch aus meiner Jugendzeit, als er damals die U19 des VfL Wolfsburg trainiert hat.

Aber es war auch zu hören, dass die Arminia Sie gerne zurückgehabt hätte.

Ja, das hieß es anfangs auch, änderte sich aber wenige Wochen später wieder. So läuft das Geschäft. Fakt ist: Ich hatte eine schöne Zeit in Bielefeld. Der Wechsel zu den Kickers ging dann innerhalb einer Woche über die Bühne. So richtigen Urlaub hatte ich diesen Sommer zwar nicht, aber ich bin froh, jetzt in Würzburg zu sein.

Was hat Sie an den Kickers, außer den Gesprächen mit Trainer Stephan Schmidt, noch überzeugt?

Über den Verein wusste ich zugegebenermaßen noch nicht sehr viel. Die Stadt kannte ich nur vom Durchfahren. Zu meiner Zeit beim Karlsruher SC nahm ich gerne die Abkürzung über den Stadtring. Da habe ich zwar mal gelesen, dass da irgendwo rechts ein Fußballstadion sein soll. Aber zu der Zeit war Würzburg noch nicht wirklich auf der Fußballlandkarte vertreten. Als ich mich vor dem Wechsel etwas umgehört habe, bekam ich nur Gutes über die Kickers zu hören. Mir persönlich gefällt auch, dass hier alles etwas unaufgeregter und vor allem familiärer zugeht.

Sie haben eine starke Saison in der 3. Liga beim Chemnitzer FC gespielt, an dem Sie von Arminia Bielefeld ausgeliehen wurden. War da nicht der Wunsch in dieser Saison wieder eine Klasse höher anzugreifen?

Erst einmal war es schon mein Ziel, wieder in die 2. Bundesliga zu kommen. Sei es bei der Arminia oder bei einem anderen Verein. Wichtig war mir aber auch, dass ich zu einem Klub wechsle, bei dem ich auch spielen darf. Alles andere macht keinen Sinn. Es kam im Sommer jetzt auch kein Zweitligist um die Ecke, der sagte "Du bist unsere Nummer eins. Wir wollen dich unbedingt“. Das Paket hier bei den Kickers war dann für mich letztlich so interessant, dass ich es für mich und meine Entwicklung als den Schritt in die richtige Richtung sehe.

Der Spielstil von Stephan Schmidt scheint Ihnen zu dem auch sehr entgegen zu kommen…

Das stimmt. Da waren wir uns in den Gesprächen auch schnell einig. Der Trainer hat für den vorderen Bereich ebenso variable wie flexibel einsetzbare Leute gesucht, die nicht nur starr auf einer Position spielen können. Das passt perfekt zu mir. Das war für mich ein wichtiger Grund für den Wechsel.

[box type="info" size="large"]"Bin einer, der immer viel unterwegs ist, Räume aufreißt"[/box]

Wie würden Sie denn Ihren Spielstil beschreiben?

Ich bin auf den Außen zuhause, egal, ob über rechts oder über links. Zuletzt in Chemnitz spielte ich meist auf dem rechten Flügel, zuvor in Bielefeld meist auf dem linken. Ich bin einer, der immer viel unterwegs ist, Räume aufreißt, in offene Lücken reinstößt und auch selber gerne den Torabschluss sucht.

Und Sie zählen mit 25 Jahren schon zu den erfahreneren im neuen Rothosen-Kader.

Ja, das ist schon verrückt, dass ich der sechst- oder siebtälteste in der Mannschaft bin. Das ist eine neue Situation, in der ich mich auch erst einfinden muss. Ich bin ganz sicher nicht der Typ, der auf dem Platz pausenlos Ansagen macht und dirigiert. Trotzdem will ich der Mannschaft mit meiner Art auf dem Rasen weiterhelfen.

Viele letztjährige Drittliga-Gegenspieler sind plötzlich ihre Mitspieler. Wie findet sich die neuformierte Truppe zusammen?

Es ist alles sehr interessant. Maxi Ahlschwede beispielsweise war am letzten Spieltag noch mein direkter Gegenspieler. Ich finde der Verein hat sich sehr gut verstärkt. Stephan Schmidt konnte sich quasi nach seinen Vorstellungen einen Kader zusammenstellen. Die Mischung stimmt. Wir haben gute Persönlichkeiten mit viel Erfahrung wie Ahlschwede und Schuppan hinzugewonnen, mit "Wolle" einen super Drittliga-Keeper und dazu viele junge Leute, die zwar noch nicht ganz so viel Erfahrung in der 3. Liga haben, dafür aber diesen jungen Spielwitz mit ins Team bringen.

Also kein Wunder, dass die Trainer der Drittligisten Euch die Favoritenrolle zuschieben?

Naja, das machen die Trainer auch schon clever, wenn sie den anderen die Rolle unterschieben. Letzte Saison gehörten wir, dem Voting nach, mit dem Chemnitzer FC auch zu den Top-Favoriten. Wir sollten einfach auf uns schauen, dass wir einen guten Start erwischen, uns als Mannschaft komplett finden und – so platt es klingt – von Spiel zu Spiel denken. Dann werden wir sehen, was am Ende dabei herumkommt. Das, was die anderen sagen, interessiert mich nicht.

Abschließend bleibt noch die Frage offen. Wie gefällt es Ihnen in Würzburg links und rechts vom Stadtring?

Was ich bis jetzt von der Innenstadt und auch vom drumherum gesehen habe, finde ich es sehr schön in Würzburg. Ich lebe zwar noch im Hotel, aber ich freue mich schon auf die Zeit, die ich hier in den eigenen vier Wänden verbringen darf. So viel steht fest: Es gibt noch viel zu erkunden.

 
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