Markus Müller: "Es wird viel gelacht in der Kabine"

Markus Müller spielt seit Juni 2011 für den SV Babelsberg 03. Mit sieben Treffern in 15 Ligaspielen ist er der beste Torschütze im Team von Dietmar Demuth. Der schuss- und kopfballstarke Stoßstürmer fühlt sich bereits rundum wohl. "Mannschaft und Umfeld passen – Babelsberg sehe ich als neue Chance", sagt der 23-Jährige, der beim Halleschen FC nach langer Verletzung nicht wie gewünscht zum Zuge kam. Beim Sieg gegen Aalen am Samstag war Müller wegen der fünften Gelben Karte nicht dabei. Wie er das Spiel erlebt hat und warum er französisch, englisch und russisch sprechen kann erzählte er uns an seinem freien Montag.
Markus Müller, seit dieser Saison bist du beim SV Babelsberg 03. Fühlst du dich schon wohl?
Ich fühl mich rundum wohl. Es ist das Beste, was mir passieren konnte und ich habe den Wechsel noch in keiner Minute bereut. In der vergangenen Saison hab ich in Halle in der Regionalliga kaum gespielt – auch wegen meiner Verletzung. Hier habe ich in der höheren Liga mehr Spielzeit, mehr Einsätze und eine super Mannschaft – es wird viel gelacht in der Kabine.

Du hast am 20. Juni dieses Jahres deine erste Trainingseinheit in Babelsberg absolviert. Hast du die verrückten Tage im Mai auch schon mitbekommen. Und wenn ja, wie hast du sie erlebt?
Klar, habe ich die mitbekommen. Mein Wechsel stand ja schon vorher fest. Ich hatte zwar noch nichts unterschrieben, aber eigentlich war alles schon abgemacht. Dann hat mich mein Berater über die Situation hier informiert und daraufhin habe ich mich natürlich tagtäglich drüber informiert. Ich habe auch überlegt wie ich helfen kann, was man machen könnte. Und die eine oder andere SMS hab ich dann auch gesendet. Am Ende war ich sehr erleichtert, als die Nachricht kam, dass wir gerettet sind und ich beruhigt in den Urlaub fahren konnte.

Du hast zuvor bei Erzgebirge Aue gespielt, dort sogar einige Zweitligaeinsätze bekommen, bist dann zum Halleschen FC in die Regionalliga gewechselt. Nun spielst du in der 3.Liga. Was sind deine Erfahrungen in den verschiedenen Ligen?
Als ich in der Zweiten Liga gespielt habe, war ich gerade mal 18/ 19 Jahre alt. Das war ein Erlebnis, was man gerne noch mal wiederholen will. In Aachen –noch im alten Tivolistadion- haben wir vor ausverkauftem Haus gespielt, das war schon ein Highlight. Die Zeit möchte ich nicht missen und hoffe, dass ich das auch noch mal erreichen kann. Ich denke, wir als junge Spieler sollten als Drittligaspieler auch alle das Ziel haben noch mal in der Zweiten Liga spielen zu können.
Der Unterschied von den Spitzenteams der Regionalliga zu den Teams in der Dritten Liga ist auch kein Großer, was den Trainingsbetrieb angeht. Im Spiel ist das Tempo dann in der Dritten Liga schneller und das Spiel auch intensiver. Aber vom Trainingsumfang ist das ähnlich.

Du musstest nun nach deiner fünften Gelben Karte im Spiel gegen Aalen aussetzen. Warst auch nicht mit in Baden Württemberg. Was hast du an deinem „freien Wochenende“ gemacht? Und wie hast du den 3:1-Sieg verfolgt?
Ich bin zu meiner Freundin nach Halle gefahren und habe mit ihr die Zeit verbracht. Wir waren einkaufen, haben relaxt und einfach mal nichts gemacht – die Zeit zusammen genossen. Das Spiel haben wir natürlich im Radio und dann im Fernsehen verfolgt. Ich stand auch in regem Kontakt mit Ronny Surma. Schon auf der Busfahrt nach Aalen sind so einige SMS hin- und hergeflogen. Und nach dem Sieg hab ich eine lustige MMS bekommen, wo Surma, Unger und Rudi auf den Sieg angestoßen haben. Ich habe mich auch wahnsinnig gefreut. Klar, dass ich dann auch allen Spielern gratuliert habe, das gehört dazu.

In welchem Stadion würdest du gerne mal spielen? Und warum?
Ich habe die Veltins-Arena in Schalke, als eines der ersten neumodischen Stadien, immer bewundert. Das wäre schon ein Highlight dort mal zu spielen.

Hast du schon einen Lieblingsplatz/ Lieblingsort in Potsdam?
Meine Frau findet die Brandenburger Straße toll. Aber ich muss zugeben, dass ich noch gar nicht so viel in Potsdam gesehen habe. Meine freie Zeit nutze ich eher um nach Halle oder zu meiner Familie zu fahren.  Aber wenn man was Gutes essen will, kann ich nur das Steakhouse/Italiener „Giardino“ in Alt-Nowawes empfehlen. Oder unseren guten alten Freund Aslan – den darf man nicht vergessen (Anm. d. Redaktion Aslan ist der Besitzer eines Dönerladens in Babelsberg, wo sich die Nulldrei-Spieler gerne mal treffen). Das ein oder andere Mal kann man sich das als Sportler auch mal gönnen.

Wie kam es, dass du Profifußballer geworden bist?
In der Jugend waren andere immer besser als ich. Doch durch harte Arbeit und das Ziel, das ich nie aus den Augen verloren habe, mit Fußball mal mein Geld zu verdienen, hat es dann geklappt. Ich habe ein gutes Jahr in der A-Jugend bei Aue gespielt und daraufhin einen Anschlusskadervertrag bekommen. Das hieß, dass ich einmal in der Woche bei der 1. Mannschaft mit trainieren konnte und ansonsten in der 2. Mannschaft gespielt habe. Da habe ich dann viele Tore geschossen und so meine Spieleinsätze in der 1. Mannschaft bekommen. Dann kam der Vertrag in Halle. Ich kann sagen, dass mein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen ist. Schon als kleiner Junge wollte ich nie Lego oder Autos haben, sondern immer nur einen Ball.

Wenn du nicht Profifußballer geworden wärst, was würdest du dann wahrscheinlich jetzt machen?
Ich hab ja eine Ausbildung zum Fremdsprachenassistenten gemacht. Naja, wenn man meine damaligen Lehrer fragt, sagen die nicht „oh ha“, sondern eher „oh je“. Besonders meine Französischlehrerin war nicht so begeistert von mir. Kochen hat mich auch immer interessiert. Ganz früher wollte ich Bäcker werden, aber das hätte sich nicht mit dem Fußball vereinbaren lassen können. Koch auch nicht. Journalistik hätte ich auch gerne gemacht, aber da ich kein Abitur habe, hat sich das auch gleich erledigt. Also bin ich ganz froh, dass es mit dem Fußball geklappt hat.

Nach zwei Siegen in Folge steht der SV Babelsberg nun auf Tabellenplatz 13. Wie schätzt du die momentane Situation ein?
Super! Perfekt! Nein perfekt wäre, wenn wir auf Rang eins stehen würden, aber ich denke mit der Vorgeschichte und dieser zusammen gewürfelten Truppe stehen wir richtig gut da. Ich denke wir haben einiges richtig gemacht. Und wir als Mannschaft haben viel Spaß zusammen. Da werden auch mal die einen oder anderen Scherze in der Kabine gemacht. Solange wir unsere Leistung auf dem Platz zeigen, ist das ja auch ok.
Beim Spiel in Aalen hat Nicolas Hebisch dann auf deiner Position gespielt, ein Tor vorbereitet und sogar das 3:1 selbst geschossen. Wie sieht dein Ausblick für die kommenden Spiele aus?
Ich hoffe, dass der Trainer mich wieder aufstellt, meine Position möchte ich nicht hergeben. Aber bis zum nächsten Ligaspiel sind es ja noch zwei Wochen. Und wir sind schließlich alles Fußballer, die spielen wollen.

FOTO: SV Babelsberg

 

   
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