Marco Grüttner: "Wir müssen alles in die Waagschale werfen"

Wenn über die Stuttgarter Kickers spricht, kommt man früher oder später auf Marco Grüttner zurück. Der 27-jährige Stürmer ist nämlich die Lebensversicherung für den Aufsteiger in dieser Saison: Er stand bisher in allen 21 Spielen auf dem Platz und erzielte dabei elf Tore und damit knapp die Hälfte aller Treffer die Kickers in dieser Saison. Im Exklusiv-Interview mit liga3-online.de sprach Grüttner über die Vorbereitung auf die restliche Saison, über den bisherigen Verlauf der Spielzeit und über die Zukunftsperspektive der Stuttgarter.

Ihr seid gerade aus dem Trainingslager aus der Türkei zurückgekehrt. Wie verlief die dortige Vorbereitung auf die Rückrunde und was waren die Schwerpunkte der Trainingsarbeit?

Die Woche in unserem Trainingslager in der Türkei war insgesamt wieder sehr gut. Wir hatten Zeit, um in zahlreichen Trainingseinheiten und den zwei Testspielen miteinander am Defensivverhalten zu arbeiten und ebenso an unserem Angriffsspiel. Außerdem war die Zeit wichtig, damit die Mannschaft ihren neuen Cheftrainer Gerd Dais besser kennen lernen kann, und natürlich auch umgekehrt. Schade war für mich persönlich nur, dass ich mir dort eine Muskelverletzung zugezogen hatte.

Was macht der neue Trainer Gerd Dais anders als sein Vorgänger Dirk Schuster?

Ich finde es schwierig, zwei Trainer im direkten Vergleich beurteilen zu müssen.  Gerd Dais und Dirk Schuster legen beide sehr großen Wert auf ein diszipliniertes Defensivverhalten ihrer Mannschaft. Wir arbeiten aber jetzt mit Gerd Dais zusammen –  und wollen gemeinsam mit ihm erfolgreich Fußball spielen.

Mit 11 Toren hast du mehr als die Hälfte aller Kickers-Tore erzielt. Damit hast du nun schon so viele Treffer wie in der kompletten  vergangen Saison in der Regionalliga Süd. Hast du selber damit gerechnet, dass du so oft erfolgreich bist in der 3. Liga?

Ich will es so sagen: In der vorigen Saison kam ich gerade erst von einer sehr schweren und langwierigen Verletzung genesen zu den Stuttgarter Kickers und musste hier nach einer weiteren schweren  Verletzung in der Vorrunde wieder fast komplett neu angreifen.  Insgesamt gesehen bin ich daher sehr froh, zu unserem Aufstieg mit meinen elf Saisontoren beigetragen zu haben. Dass es auch in dieser Runde ganz gut läuft, freut mich natürlich, obwohl es durchaus noch das eine oder andere Tor mehr hätte sein können. Ich bin aber realistisch und weiß, dass ich nur ein Teil der Mannschaft bin und immer auf die Vorarbeit meiner Kollegen angewiesen bin. Nur gemeinsam können wir erfolgreich sein.

In der Hinrunde warst du oft alleinige Spitze und da die Gegner sich zuletzt gut auf euer System eingestellt haben, hingst du meist etwas in der Luft. Mit Daniel Engelbrecht hat der Verein einen weiteren Stürmer verpflichtet, der dich im Angriff unterstützen soll.  Erhoffst du dir, dass ihr in der Rückrunde öfters mit zwei Spitzen auflauft?

Wir spielen als Mannschaft so, wie unser Trainer die Taktik vorgibt. Ob das nun mit einem, zwei oder drei Stürmern ist, kann uns egal sein. Wichtig ist nur, was dabei am Ende heraus kommt. Und da ich möglichst immer in der Startformation stehen möchte, muss ich einfach auf dem Platz Gas geben – sowohl in den Trainingseinheiten als auch allen Spielen.

Mit 20 Punkten nach 21 Spielen steht ihr auf Platz 17 und befindet euch mitten im Abstiegskampf. Was stimmt dich zuversichtlich, dass ihr auch nach Ende der Rückrunde noch über dem Strich steht?

Bisher haben wir als Neuling unsere Zielsetzung erreicht. Wir dürfen und werden uns von dieser Platzierung aber nicht blenden lassen, sondern müssen in dieser sehr ausgeglichenen Liga bis zum letzten Spieltag alles in die Waagschale werfen. Angesichts dessen werden wir unsere Philosophie, uns immer nur auf die nächste Aufgabe zu fokussieren, auch weiterhin beherzigen. Damit sind wir in der Vergangenheit ganz gut gefahren und wollen das auch in Zukunft tun. Nach den ersten drei Auftritten im neuen Jahr, in Halle und Wiesbaden und dem Heimspiel im Derby gegen den VfB II wissen wir wohl ein wenig genauer, wohin für uns die Reise in der zweiten Saisonhälfte gehen wird.

Braucht die Mannschaft deiner Meinung nach noch weitere Verstärkungen, damit die „Mission Klassenerhalt“ gelingt?

Nun, neben Daniel Engelbrecht vom VfL Bochum ist in dieser Woche in Nicolai Groß vom 1. FC Heidenheim ja noch ein weiterer Angriffsspieler zu uns gestoßen.  Mit diesen Verstärkungen sind wir für unsere Liga-Kontrahenten noch schwieriger auszurechnen, Gerd Dais besitzt nun weitere personelle Alternativen.

Ihr startet mit zwei Auswärtsspielen in die Rückrunde. Eher ein Vor- oder Nachteil für die Mannschaft?

Ich sehe darin weder einen Vor- oder Nachteil. Unsere Fans unterstützen uns immer,  in den Heimspielen im GAZi-Stadion und ebenso, wenn wir auswärts spielen. Und mir persönlich ist es letztlich egal, ob wir die drei Punkte vor eigener oder fremder Kulisse holen. Wichtig ist nur, dass die Punkte auf unser Konto kommen, damit wir am Ende unser Saisonziel erreichen werden.

Mit deiner starken Hinrunde sind auch andere Vereine auf dich aufmerksam geworden und dein Vertrag bei den Kickers läuft im Sommer aus. Gab es schon Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung?

Die gab es bislang nicht. Mein Vertrag bei den Stuttgarter Kickers hatte sich im vergangenen Sommer um zwei weitere Jahre bis 30. Juni 2014 verlängert.

Was macht die Stuttgarter Kickers zu Deinem Verein?

Die Tradition und die Zukunftsperspektiven, das gesamte Umfeld, meine Mannschaft und auch die tollen Fans.  Die Stuttgarter Kickers sind einfach ein geiler Verein,  für den ich als Spieler aus der Stuttgarter Region auch in Zukunft mit viel Herzblut am Ball sein möchte.

 

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg in der Rückrunde!

FOTO: rwo-fanblock.de

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