Wegweisendes Derby zwischen Magdeburg und Halle

Der 1. FC Magdeburg scheint bereit für das erste Punktspielderby gegen den Halleschen FC seit drei Jahren (ab 14 Uhr live im MDR oder im Ticker auf liga3-online.de).

Mit einem Sieg und einem Unentschieden gelang den Blau-Weißen der Start in die Drittklassigkeit. Im Landespokal stapfte der FCM seinen Gegner aus der Landesliga zwar nicht in Grund und Boden, kam aber dennoch zu einem standesgemäßen 4:1-Sieg. Deutlich dicker fiel das  Ausrufezeichen aus, dass der Aufsteiger am vergangenen Mittwoch setzte: 4:3 gegen den Bundesligisten VfL Wolfsburg, Beck, Brandt, Chahed und Bankert netzten je einmal für Magdeburg ein.

Butzen läuft als Maskenmann auf

Von einer Favoritenrolle für sein Team will FCM-Trainer Jens Härtel dennoch nichts wissen. "Wir sehen uns als Außenseiter, wissen aber, dass wir zuhause mit dem Publikum im Rücken jedem Team Probleme bereiten können“, so der Aufstiegscoach auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Härtel wird in der abschließenden Begegnung des dritten Spieltags auf einen Großteil seines Personals zurückgreifen können: Hinter Marius Sowislo stand lange ein Fragezeichen, aber der Mittelfeldspieler wird wohl auflaufen können. Auch Nils Butzen sollte in der Viererkette zu finden sein. Im Spiel gegen Wolfsburg kam der Verteidiger mit einer eingesetzten Spezialmaske, die er aufgrund eines Nasenbeinbruchs tragen muss, gut zurecht.

Die Vorfreude in Magdeburg auf das Spiel ist riesig, die Tickets im Heimbereich waren nach zwei Tagen ausverkauft. Dennoch warnt Härtel vor dem Gegner, schließlich hätte der HFC im Pokal gegen Braunschweig gezeigt, welches Leistungsvermögen in den Spielern schlummert. "Bei Halle muss es nur Klick machen – aber das soll bitte nach Sonntag passieren“, sagt der 46-jährige Trainer lächelnd.

„Echter Hallenser“ Lindenhahn fehlt verletzt

Lob vom Gegner ist in dieser Saison keine Besonderheit für den HFC, dennoch setzte es in der Dritten Liga und im Pokal drei Niederlagen, ohne ein einziges erzieltes eigenes Tor. "Mir ist es völlig wurscht, wer das erste Tor erzielt. Hauptsache, es kommt zeitnah“, so HFC-Trainer Sven Köhler. Der langjährige Übungsleiter der Rot-Weißen weiß natürlich um die besondere Brisanz des Derbys, und bedauert in dieser Hinsicht, dass ein Akteur fehlen wird, der dieses Fieber wie kaum ein anderer in sich getragen hätte: "Toni Lindenhahn, ein echter Hallenser, hat eine Kapselverletzung im Sprunggelenk und wird verletzt ausfallen.“ Bis auf den langzeitverletzten Mouaya kann Köhler aber ansonsten aus dem Vollen schöpfen. Tatsächlich erfuhr sein Kader in dieser Woche durch die Verpflichtung von Jonas Acquistapace noch eine Erweiterung. In der Startelf wird der Innenverteidiger aber eher nicht erwartet. Sven Köhler wollte sich auf der Pressekonferenz vor dem Spiel nicht über konkrete Aufstellungsfragen äußern, stellte aber fest: "Die Spieler, die gegen Braunschweig aufliefen, haben ihre Sache ordentlich gemacht, das fließt natürlich in meine Überlegungen mit ein.“

Wegweisendes Derby für beide Teams

Ost-Derbys sind in der diesjährigen Saison der Dritten Liga wahrhaftig keine Besonderheit. 56 solcher Partien stehen auf dem Spielplan. Doch wenn am heutigen Nachmittag Magdeburg auf Halle trifft, kann dieses Spiel ausgehend von seiner Bedeutung für die betreffenden Fans und die Region definitiv zu den Höhepunkten der Spielzeit gezählt werden. Für beide Mannschaften ist die Begegnung ein typisches Fallbeispiel einer derjenigen, die allgemeinhin als „wegweisend“ deklariert werden. Zurecht, denn: Auf Magdeburger Seite wäre alle Aufstiegseuphorie mit einer Niederlage gegen den Erzrivalen vorübergehend weggeblasen. Beim HFC andererseits möchte man der Sumpfwirkung eines Abstiegsplatzes natürlich so schnell wie möglich entziehen. Die Strahlkraft dieses Derbys beschränkt sich nicht nur auf den Spieltag selbst, sondern dürfte die sportliche Stimmung sowohl des Siegers, als auch des Verlierers noch für einige Wochen bestimmen.

   

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