Luginger: "… sonst haben wir keine Chance im Aufstiegsrennen"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Saarbrückens Sportdirektor Jürgen Luginger über die beeindruckende Saison im DFB-Pokal, Verbesserungspotenzial in der Liga, das aktuelle Winter-Trainingslager in Spanien sowie die Kaderplanung für die Rückserie und die kommende Saison.

"Neun Remis sind für unsere Ansprüche zu viel"

liga3-online.de: Der 1. FC Saarbrücken startet als Tabellensiebter in der 3. Liga und als Viertelfinalist im DFB-Pokal in die zweite Saisonhälfte. Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus, Herr Luginger?

Jürgen Luginger: Unsere Leistungen im DFB-Pokal waren sensationell. Den FC Bayern in die Knie zu zwingen und dann auch noch Eintracht Frankfurt verdient zu schlagen, ist beeindruckend. Leider konnten wir diese Leistungen nicht immer auf den Liga-Alltag transportieren. Neun Remis sind für unsere Ansprüche zu viel. Wir haben zu viele Punkte liegen lassen und müssen uns in der zweiten Saisonhälfte definitiv steigern.

Speziell der DFB-Pokal-Erfolg überstrahlt alles andere. Spürt man die Euphorie in der Stadt nach den Siegen gegen den FC Bayern und Eintracht Frankfurt und vor dem nächsten Kracher gegen Borussia Mönchengladbach am 7. Februar.

Klar. Die Stimmung im Stadion ist durchweg gigantisch – nicht bloß im Pokal. Aber nicht nur in Saarbrücken sind wir aktuell eine große Nummer. Man merkt bundesweit einen Image-Gewinn. Sogar aus aller Welt haben uns Gratulationen erreicht. Unser Klub wird anders wahrgenommen, und wir hoffen, dass sich ein langfristiger Effekt einstellt.

Sie sagten, dass Ihr Team in der 3. Liga zu viele Punkte liegen gelassen hat. Dennoch dürfte Sie Platz sieben derzeit durchaus zufriedenstellen, oder? Schließlich blieb der FCS in den letzten fünf Partien der ersten Saisonhälfte unbesiegt und kletterte dadurch einige Ränge nach oben.

Sicher hat die Formkurve zuletzt nach oben gezeigt. Das war sehr wichtig, um den Abstand nach oben nicht zu groß werden zu lassen. Dennoch ist festzuhalten, dass wir konstanter werden und häufiger dreifach punkten müssen. Sonst haben wir in der engen 3. Liga keine Chance im Aufstiegsrennen.

Wie sieht nun die Zielsetzung aus – sowohl in der Liga als auch im Pokal?

Wir wollen um den Aufstieg mitspielen. Mit Dresden und Regensburg sind die ersten zwei Teams zwar schon etwas weit weg. Aber die Saison in der 3. Liga ist lang und es ist noch viel möglich. Wenn wir regelmäßig Top-Leistungen zeigen, können wir es noch schaffen. Für den Pokal gilt: Wir werden wieder alles in die Waagschale werfen, um erneut für eine Sensation zu sorgen. Aber uns ist bewusst, dass uns gegen Gladbach wieder eine extrem schwierige Aufgabe erwartet.

Hand aufs Herz: Wenn man im DFB-Pokal schon einmal so weit kommt, wird doch insgeheim auch schon vom großen Coup geträumt!

Unsere Fans dürfen träumen. Wir als Team nicht. Unsere Gedanken richten sich im Pokal einzig und allein auf Gladbach.

 

"Möchten das Team definitiv zusammenhalten"

Tut sich am Kader noch etwas, bevor es am 20. Januar mit der Partie gegen Viktoria Köln wieder losgeht?

Möglicherweise. Fakt ist, dass wir mit Sebastian Jacob und Patrick Schmidt zwei langzeitverletzte Stürmer haben. Mittelfeldspieler Richard Neudecker fällt zumindest bis Februar aus. Es sieht personell sicher nicht perfekt aus und wir sondieren gerade den Markt.

 Den Blick bereits auf den Sommer gerichtet, laufen viele Verträge aus. Wie sieht die mittelfristige Kaderplanung aus?

Wir möchten das Team definitiv zusammenhalten. Mit häufigen großen Umbrüchen ist es schwer, seine Ziele zu erreichen. Daher ist es uns wichtig, die meisten Spieler an uns zu binden. Dass derzeit noch viele Verträge auslaufen zum Saisonende, ist nichts Ungewöhnliches. In der 3. Liga, die für viele Spieler nun einmal eine Übergangsliga ist, sind langfristige Verträge eine Seltenheit.

Jetzt steht erst einmal die Rückserie an, auf die sich das Team aktuell im Trainingslager an der südspanischen Atlantikküste vorbereitet. Wie sind die Bedingungen vor Ort und worauf liegt der Fokus?

Die Bedingungen sind sehr gut, wir haben 15 bis 20 Grad und die Plätze sowie das Hotel sind top. Nach einer sehr kurzen Winterpause ist nicht viel Konditionsarbeit notwendig – die Jungs sind fit zum Team zurückgekehrt. Es geht unter anderem um taktische Feinheiten und das Trainieren von Standards.

   
Back to top button