Lübecks Tommy Grupe im Interview: "Noch acht Endspiele"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Lübecks Kapitän Tommy Grupe über den Abstiegskampf, die kommende Partie gegen den direkten Konkurrenten 1. FC Kaiserslautern und seinen Ex-Klub Hansa Rostock, der heißer Anwärter auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga ist.

"Wir sind auf jeden Fall gut drauf"

liga3-online.de: Trotz zweimaligen Rückstands gewann der VfB Lübeck zuletzt 3:2 beim direkten Abstiegskonkurrenten FC Bayern München II. Ein wichtiger Sieg für Ihr Team, oder Herr Grupe?

Tommy Grupe: Absolut. Der Sieg war enorm wichtig und gibt uns Selbstvertrauen. Genau solche Spiele musst du gewinnen, wenn du nach dem letzten Spieltag über dem Strich stehen möchtest. Jetzt gilt es, daran anzuknüpfen. Uns stehen noch acht Endspiele bevor.

Durch den Dreier beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer bei noch acht ausstehenden Partien noch vier Zähler. Wie bewerten Sie die Tabellensituation?

Es geht weiterhin sehr eng zu. Viele Vereine kämpfen um den Klassenverbleib und ich bin mir sicher, dass sich daran bis zum Schluss nichts ändern wird. Wir müssen in den kommenden Wochen unbedingt weitere Siege folgen lassen. Die vielen Unentschieden, die wir vor dem Sieg bei Bayern Münchens U23 geholt haben, helfen uns nicht entscheidend weiter.

An 17 der bisherigen 30 Spieltage rangierte der VfB auf einem Abstiegsplatz. Hatten Sie mit einer so schweren Saison gerechnet?

Durchaus. Die Liga ist schließlich gespickt mit zahlreichen ambitionierten Top-Mannschaften. Einige davon stehen mit uns unten drin.

Zuletzt blieb Lübeck aber vier Partien unbesiegt. Kommt das Team zur richtigen Zeit in Fahrt?

Wir sind auf jeden Fall gut drauf. In München haben wir jetzt erstmals in dieser Saison nach Rückstand noch gewonnen. Damit haben wir einmal mehr bewiesen, dass wir uns nie aufgeben und immer bis zur letzten Sekunde alles geben. Endlich konnten wir uns dafür auch mal belohnen.

 

"Uns erwartet Abstiegskampf pur"

Am Samstag ist der 1. FC Kaiserslautern zu einem weiteren Abstiegsduell zu Gast. In der Hinserie stoppte der FCK Ihre Erfolgsserie von vier Siegen. Worauf wird es ankommen, um diesmal Ihre Positivserie fortzusetzen?

Wir wollen diesmal unsere Chancen besser nutzen. Im Hinspiel waren wir beim Stand von 0:0 lange am Drücker, später kassierten wir dann unglücklich das Gegentor. Uns erwartet am Samstag Abstiegskampf pur. Unser Ziel lautet definitiv, drei Punkte einzufahren und den Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze weiter zu verkürzen.

Neben dem FCK befinden sich unter anderem mit dem 1. FC Magdeburg und dem MSV Duisburg zwei weitere große Traditionsvereine in Abstiegsgefahr. Was sagt das Ihrer Meinung nach über die 3. Liga aus?

Es zeigt, wie hoch die Qualität in der 3. Liga ist. Gefühlt steigt sie jedes Jahr immer noch ein bisschen mehr. Egal, um welchen Verein es sich handelt: Keiner kann sich sicher sein, nicht unten reinzurutschen. Das macht die Liga unberechenbar und spannend. Wir sind froh, dass wir durch den Aufstieg die Möglichkeit bekommen haben, uns mit so vielen großen Klubs zu messen. Unsere Reise in der 3. Liga soll in der kommenden Saison natürlich noch weitergehen.

Ihr Ex-Klub Hansa Rostock hat dagegen beste Chancen auf den Aufstieg, rangiert auf Platz zwei. Wie sehr drücken Sie Rostock die Daumen?

Als gebürtiger Rostocker schiele ich sicher hin und wieder zum F.C. Hansa. Es ist schön, dass es bei meinem Ex-Klub so gut läuft. Es wäre fantastisch, wenn Rostock diese Saison nach mehreren Anläufen den Sprung in die 2. Bundesliga schaffen würde.

Falls Rostock aufsteigt und Lübeck die Klasse hält: Wird dann beim direkten Vergleich am letzten Spieltag auch ein Bier gemeinsam mit Ihren Ex-Kollegen getrunken?

Bestimmt. (lacht) Das wäre natürlich das Beste, was passieren könnte. Auch meine Familie, die größtenteils aus Rostock stammt, würde sich über ein solches Szenario extrem freuen. Aber wenn es am letzten Spieltag im direkten Duell für beide noch um alles gehen sollte, steht für mich natürlich der Klassenverbleib mit Lübeck an erster Stelle.

   
  • Friedrich Herschel

    Ja, wär schon geil, wenn’s am letzten Spieltag nur noch ein Freundschaftsspiel wäre ;-)
    Und man wieder Bier zusammen trinken dürfte.

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