Lübecks Rekordpleite: "Gezeigt, dass wir zurecht da unten drinstehen"

Was für ein Debakel! Beim 2:7 in Dresden kassierte der VfB Lübeck am Samstag die höchste Niederlage seiner Drittliga-Historie. Während Marius Hauptmann eine schonungslose Analyse betrieb, schlug Trainer Florian Schnorrenberg Alarm.

"So werden wir keine Chance haben"

Zwei abgefälschte Gegentore, ein Eigentor, ein Elfmeter verschossen und ein Platzverweis: "Wir haben heute so ziemlich alles mitgenommen", war Trainer Florian Schnorrenberg im Interview mit "MagentaSport" nach Spielende sichtlich niedergeschlagen. "Es waren viele Sachen dabei, die ich uns gerne erspart hatte." Gerade in der Höhe "tut die Niederlage extrem weh". Es war die höchste Pleite, die der VfB in der 3. Liga bislang hinnehmen musste. Letztmals sieben Gegentore kassierten die Norddeutschen im Mai 2008 beim 3:7 gegen Union Berlin. Derart viele Treffer zu bekommen, mache was mit der Mannschaft, befürchtete Schnorrenberg weitreichende Folgen. Das Abwehrverhalten sei "desolat" gewesen, entsprechend schlug der 46-Jährige Alarm: "So können wir nicht bestehen und so werden wir im Abstiegskampf keine Chance haben."

So ein Ergebnis dürfe nicht noch einmal passieren. "Aber wenn das für den Rest der Saison alles war und wir in Zukunft zu Elft zu Ende spielen, kann ich damit leben, hinten raus so eine Rutsche zu kassieren." Dass die Lübecker die Partie nicht mit elf Spielern beendeten, lag an einem Platzverweis gegen Jannik Löhden für ein vermeintliches Nachtreten gegen Stefan Kutschke (40.). Die TV-Bilder lassen jedoch kein strafwürdiges Verhalten erkennen, auch Kutschke selbst gestand nach der Partie ein, dass die rote Karte "viel zu hart" gewesen sei. Löhden sah das ähnlich: "Aus meiner Sicht spiele ich klar den Ball, und Kutschke touchiert mich dann an der Wade. Meiner Meinung nach war es eine Riesenfehlentscheidung", sagte er den "Lübecker Nachrichten".

"Viel zu einfache Gegentore bekommen"

Der unrechtmäßige Platzverweis passte ins Bild eines völlig gebrauchten Nachmittags. Auch Marius Hauptmann sprach von einem "Tag zum Vergessen". Während Dynamo unter Beweis gestellt habe, dass sie über eine "super Mannschaft" verfügen würde, "haben wir gezeigt, dass wir zurecht da unten drinstehen", so die schonungslose Analyse des 24-Jährigen. "Auch mit einem Mann weniger haben wir viel zu einfache Gegentore bekommen", sagte Hauptmann und sprach von einer "verdienten Niederlage." Schon in der ersten Halbzeit schlug es viermal ein, zwischenzeitlich konnte Hauptmann auf 1:3 verkürzen. Im zweiten Durchgang traf Herzog vom Punkt (62.), nachdem Beleme zuvor einen Elfmeter an den Pfosten gesetzt hatte (53.). Doch auch Dynamo legte noch dreimal nach.

"Wir haben uns von der Kulisse runterdrücken lassen", befand Hauptmann. Gleichwohl hob er hervor, dass sich das Team nicht komplett aufgegeben habe und drangeblieben sei. "Lieber verliert man einmal 2:7 als siebenmal 0:1. Dennoch müssen wir schauen, dass wir wieder besser verteidigen." Dem konnte Schnorrenberg nur beipflichten: "Wir müssen uns schütteln und die Köpfe heben. Am Ende ist Dynamo nicht unser Kaliber gewesen." Eine Chance zur Wiedergutmachung gibt es am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Preußen Münster. Ein Sieg täte gut – vor allem dann, wenn Halle am Sonntag gegen Aue gewinnen sollte. Dann nämlich würde der Rückstand zum rettenden Ufer auf sechs Punkte anwachsen.

   
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