Siegtor in der Nachspielzeit! Lübeck schlägt den SC Verl

Der VfB Lübeck konnte das Aufsteigerduell am Montagabend gegen den SC Verl in letzter Sekunde mit 2:1 gewinnen. Den Westfalen ging nach drei Wochen coronabedingter Pause zum Ende etwas die Puste aus, während die Lübecker nach dem dritten Sieg in Folge auf Platz 13 springen.

Träger Start und torlose Halbzeit

Nach drei Wochen Pause aufgrund von fünf Corona-Infektionen im Team stand der SC Verl erst zum achten Mal in dieser Saison auf dem Rasen. Das letzte Spiel war ebenfalls ein Aufstiegsduell gegen den derzeitigen Tabellenführer Saarbrücken, das die Verler mit 2:1 gewinnen konnten. Nur ein Spiel mehr hatte der Gast aus Lübeck, der zuletzt nach sieben sieglosen Spielen zweimal in Folge gewinnen konnte, in den Beinen. Trotz der breiten Lübecker Brust startete das Spiel gemächlich. Vor allem den Hausherren war die lange Pause anzumerken, sodass die Anfangsphase von Fehler und Unsicherheiten geprägt war. Bis zum ersten Ballkontakt im gegnerischen Strafraum brauchte es neun Minuten. Verls Janjic konnte sich auf Links durchsetzen und flankte an den zweiten Pfosten, wo VfB-Innenverteidiger Riedel das Kopfballduell gegen Taz gewinnen und zur Ecke klären konnte. Diese verging ohne Gefahr (10.).

Es war der Auftakt zu etwas mehr Offensivdrang: Einen Freistoß von Janjic konnte Boland in der Mauer stehend mit dem Kopf und viel Glück an die eigene Latte des Lübecker Tores ablenken (12.). Die beste Chance der ersten Hälfte. In den Ansätzen gefährlich blieb der SCV – und zumeist über Routinier Zlatko Janjic. So auch, als ein Schuss des 34-Jährigen VfB-Schlussmann Raeder aus spitzem Winkel prüfte, der keine Mühe hatte, den Schuss per Flugparade zu entschärfen (23.). Aus ähnlicher Position versuchte es auch Schwermann kurz darauf für den Sportclub, doch auch er fand das Lübecker Netz nicht und verfehlte das Gehäuse um zwei Meter (27.). Bei einem weiteren Versuch aus 16 Metern zentraler Position machte Schwermann es besser, schloss aber zu zentral ab, sodass Raeder die Kugel im Nachfassen sichern konnte (29.).

Auffällig wurden die Lübecker vorerst nur in Defensivaktionen wie zum Beispiel Zehir, der mit einer guten Grätsche einen Querpass im eigenen Fünfer auf den einschussbereiten Schwermann verhindern konnte (34.). Doch Lübeck setzte kurz vor der Pause plötzlich zum Schlussspurt an, jedoch konnten weder Grupe mit einem geblockten Schuss nach einer Ecke noch Thiel, der kurz danach gelb-rot-gefährdet für Rieble den Platz verlassen musste, zwingende Gefahr erzeugen (40./42.). Entsprechend ging es nach durchwachsenen 45 Minuten gerechterweise torlos in die Kabinen.

Last-Minute-Knockout

Ohne weiteren Wechsel ging es in den zweiten Durchgang, der deutlich mehr Esprit versprühen sollte als der erste. Wieder legte der Sportclub vor: Nach guter Vorlage von Taz und wuchtigem Schuss von Lang musste erneut Raeder standhaft den Einschlag verhindern (47.). Auf der anderen Seite versuchte es VfB-Verteidiger Okungbowa, der in Lucio-Manier aufgerückt nach feinem Doppelpass mit Zehir plötzlich im Verler Fünfer auftauchte, aber dort etwas die Übersicht verlor und seinen Gegner foulte, anstatt abzuschließen (51.). Auch Stürmer Röser machte es nicht besser als sein defensiver Kollege und verzog aus fünf Metern nach gutem Anspiel von Deichmann deutlich (56.). Der VfB blieb dran und belohnte sich: Wieder setzte sich Deichmann auf der rechten Seite durch und spielte eine butterweiche Flanke an den Fünfer, an dem Steinwender sich gegen Lang durchsetzen und zur 1:0-Führung für die Norddeutschen einköpfen konnte (58.).

Wie es die vielbediente Phrase aussagt: das Tor tat dem Spiel gut. Auf der einen Seite versuchte Deichmann aus der zweiten Reihe zu erhöhen, doch scheiterte an Brüseke (61.) und auf der anderen Seite machten es die Hausherren besser. Nach langem Ball kam Keeper Raeder etwas zu stürmisch aus seinem Tor und gab Yildirim so die Möglichkeit, ihn zu umkurven. Der Verl-Angreifer tat dies und hatte anschließend keine Mühe, ins leere Tor einzuschieben – der Ausgleich (67.). Beide Teams rangen nun sichtbar um die Oberhand in der Begegnung. Eine erste Annäherung lieferten die Lübecker nach einem kraftvollen Distanzschuss von Deichmann, den Torwart Brüseke erst im Nachfassen sichern konnten (76.).

Aber auch die Verler ließen sich die lange Pause nicht anmerken: Der auffällige Schwermann versuchte es aus 18 Metern. Sein Schuss musste von VfB-Kapitän Grupe von der Linie geklärt werden und auch der Nachschuss von Torschütze Yildirim ging nur ins Außennetz (82.). Sowohl bei Verl mit Eilers als auch bei Lübeck mit Benyamina kamen für die Schlussphase nochmal offensive Kräfte. Als alle mit einer Punkteteilung rechneten, schlug der VfB dann gegen müder werdende Verler zu. Zehir zog zur Grundlinie und legte perfekt in den Rückraum auf Deichmann, der aus 15 Metern cool blieb und überlegt ins rechte Eck einschoss (90+1). Der Lucky-Punch. Verl lief nochmals an, doch zu Chancen kam sie nicht mehr. Die Norddeutschen klettern nach dem dritten Sieg in Folge auf Platz 13 in der Tabelle, während Verl mit zwei Spielen weniger als die Konkurrenz auf dem 11. Platz verweilt.

   
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