Löwen zerlegen Mannheim, Dresden dreht Ostduell, MSV lebt

Dynamo Dresden konnte am Samstag durch einen 3:1-Auswärtssieg in Halle die Tabellenführung ausbauen. Verfolger Verl kam nur zu einem 1:1 gegen Köln, während 1860 München den SV Waldhof Mannheim mit 5:0 deklassierte. Kellerkind Duisburg verschaffte sich beim 4:1 gegen Wiesbaden Luft im Tabellenkeller, während Uerdingen eine turbulente Woche durch einen 1:0-Heimsieg gegen Türkgücü etwas aufhübschte. Die Partie Lübeck gegen Magdeburg endete mit einem 1:1-Remis.

Halle 1:3 Dresden: Überzahl hilft Dresden zum Sieg

Im Ostduell legte der heimische HFC von Beginn an los wie die berühmte Feuerwehr. Schon nach zwei Minuten spielte Lindenhahn den Ball halbhoch auf Derstroff ab, der aber aus sieben Metern an Broll scheiterte (2.). Fünf Minuten später machte es der Offensivmann besser. Nachdem er sich gegen zwei Verteidiger durchsetzen konnte, blieb er zunächst noch mit seinem Abschluss hängen, verwandelte aber den Nachschuss ins lange Eck (7.). Halle blieb auch in der Folge das klar bessere Team, da bei der SGD im Spiel nach vorne wenig zusammen lief. Der Ausgleich der Dresdner Mitte der ersten Hälfte kam durchaus überraschend. Eine Flanke von Meier konnte Becker nicht an Derstroff vorbeibringen. Der Abpraller landete aber über Umwege bei Yannick Stark, der von der Strafraumkante platziert das 1:1 markierte (26.). Halle ließ sich davon nicht beirren und forderte nach einer halben Stunde Elfmeter, als Eberwein den Ball aus kurzer Distanz an den hoch abgestreckten Arm bekam. Der Pfeife des Unparteiischen blieb allerdings stumm (30.). Es wurde bis zur Pause ein ausgeglichenes und umkämpftes Spiel, dem gefährliche Szenen allerdings völlig abgingen. Ein Schuss von Nietfeld musste Broll kurz vor dem Pausentee aus dem Eck fischen, hatte dabei aber nur wenig Mühe (39.). Kurz vor der Halbzeit überschlugen sich nochmal die Ereignisse. Innerhalb von drei Minuten sah Dehl für ein Foul und die Verhinderung eines schnellen Einwurfs zweimal die gelbe Karte und musste vom Platz (44.). Direkt darauf wuchtete Becker eine abgewehrte Kopfballablage volley ins kurze Eck zum 2:1 (45.).

Auch in Unterzahl agierte Halle weiterhin aktiv und mit viel Ballbesitz. Dresden kam vor allem über schnelle Gegenzüge zu gefährlichen Aktionen. Landgraf scheiterte nach feinem Solo am kurzen Pfosten an Broll (51.). Nach gut einer Stunde übernahm Dresden mehr und mehr die Spielkontrolle und ließ für Halle wenig Raum zum eigenen Spiel. Erst nach 70 Minuten konnte die Heimelf mal wieder einen Akzent in der Offensive setzen. Papadopoulus wurde aber vor dem Tor noch geblockt (70.). Den anschließenden Eckball köpfte Eberwein über das Tor. Die Chance machte den Hallensern wieder Mut. Der gerade eingewechselte Guttau verfehlte mit einem Flachschuss das lange Eck nur knapp (73.). Zwei Minuten später zog der neue Mann knapp über das linke Toreck (75.). Trotz aller Bemühungen sollte der Ausgleich für die Schnorrenberg-Elf am Ende nicht mehr fallen. Dynamo konterte in der Schlussminute über Patrick Weihrauch sogar noch zum 3:1-Endstandd, sodass die SGD mit dem Sieg die Tabellenführung vorläufig auf vier Punkte ausbauen darf. Halle rutscht nach der zweiten Pleite in Folge auf Rang 9 ab.

1860 München 5:0 Mannheim: Hattrick von Mölders

Einen wahren Blitzstart erwischte der TSV 1860 München gegen Waldhof Mannheim. Nach drei Minuten flankte Steinhart den Ball von Links an die Box, wo sie Mölders mit der Brust herunternahm. Der Stürmer ließ den Ball noch einmal auftropfen und wuchtete ihn aus zehn Metern ins lange Eck zum 1:0 (3.). Kurz darauf forderte die Heimelf einen Elfmeter, als Lex gegen Hofrath im Strafraum zu Fall ging, der Pfiff blieb jedoch aus (11.). Der TSV legte weiter offensiv nach. Nach einem Freistoß von Moll nickte wieder Mölders die Kugel sträflich frei in die Maschen zum 2:0 (24.). Nur zwei Zeigerumdrehungen später wurde der Stürmer von Neudecker bedient und lupfte aus zehn Metern schulbuchmäßig den Ball zum lupenreinen Hattrick in die Maschen (27.). Beim Waldhof ging weiterhin nichts zusammen. Nach einer Ablage von Greilinger feuerte Lex sofort mit links in Richtung Kreuzeck, wo Bartels mit einer Flugeinlage das 0:4 verhindern musste (34.). Mit dem 0:3 zur Halbzeit waren die Gäste somit noch gut bedient.

Es ging auch in den zweiten 45 Minuten nicht besser weiter für die Gäste. Costly bekam einen Schuss von Mölders im Strafraum an die Hand. Den fälligen Elfmeter verwandelte Steinhart zum 4:0 (54.). Nach dem vierten Tor schalteten die Löwen zwei Gänge zurück und verwalteten das Geschehen ohne Mühe. Sobald die Heimelf am Tempo schraubte, wurde es sofort gefährlich. Neudecker flankte einen Freistoß mit viel Schnitt vors Tor, wo Steinhart am zweiten Pfosten eingestartet war und aus spitzem Winkel zum 5:0 vollendete (71.) und den Endstand markierte. Sechzig war den Gästen an diesem Nachmittag in allen Belangen überlegen und feierte auch einen in der Höhe verdienten Dreier. Damit verbessern sich die Löwen auf Rang fünf, während Mannheim durch die zweite Pleite in Folge auf Rang 12 abrutscht.

Lübeck 1:1 Magdeburg: VfB vergibt gleich zwei Elfmeter

Völlig ohne Abtastphase startete die Partie an der Lohmühle. Steinwender zog aus 20 Metern am Tor des FCM vorbei (3.), Grupe nickt nach einer Ecke von Links das Spielgerät an den Pfosten (5.) und Beck traf aus fünf Metern den Ball nicht richtig und legte die Kugel für den FCM links am Tor vorbei (17.). Kurz darauf wurde Steinwender von Steiniger im Strafraum zu Fall gebracht. Den fälligen Elfmeter von Benyamina parierte Behrens mit den Knien, doch den Nachschuss versenkte Boland zum 1:0 (21.). Nur vier Minuten später kam der FCM allerdings durch Obermair gleich zum Ausgleich. Steiniger flankte vor das Tor von Raeder, sodass es zu einem Gewühl im Strafraum kam, an dessen Ende der Ball von Obermairs Kopf über die Linie sprang (26.). Beim VfB musste kurz darauf Torschütze Boland verletzt vom Feld, was einen Bruch im Spiel des Aufsteigers zur Folge hatte. Entsprechend ging es ohne weitere Chancen in die Kabine.

Die erste Möglichkeit im zweiten Durchgang ging an die Gäste. Jacobsen fasste sich aus 22 Metern ein Herz und zwang Raeder im rechten Eck zu einer sehenswerten Flugeinlage (52.). Völlig ohne Not schwächte sich Lübeck kurz darauf selbst. Binnen weniger Minuten sah Deichmann gleich zweimal die gelbe Karte für Fouls im Mittelfeld und musste vorzeitig zum Duschen (63.), wenngleich die zweite gelbe Karte für vehemente Proteste bei den Gastgebern sorgte. Die Überzahl merkte man in der Folge nicht so eklatant, wie vermutet. Lübeck hielt weiterhin voll dagegen und machte die Unterzahl über hohen Einsatz und Laufbereitschaft wett. Beck hatte für den FCM nach 70 Minuten noch die beste Chance, aber Raeder konnte den schwachen Abschluss problemlos aufnehmen. Fünf Minuten vor dem Ende musste der Schlussmann schon deutlich aktiver eingreifen (85.). Eine Flanke von der linken Seite verlängerte Riedel in Richtung Torwinkel, doch der Schlussmann war mit einer Hand auf dem Posten. Kurz darauf bekam der Gast noch eine große Chance zum Siegtreffer. Beck brauchte am Elfmeterpunkt allerdings bei der Ballverarbeitung zu lange und konnte so gerade noch geblockt werden (88.). In der letzten Minute erhielt Lübeck in Unterzahl noch die Riesenchance auf den Sieg per Elfmeter, nachdem Grupe im Duell mit Brünker zu Fall gegangen war. Diesmal trat Florian Riedel an, doch wieder konnte Behrens das Leder parieren und auch einen Nachschuss gab es diesmal nicht (90.). Somit blieb es beim 1:1-Remis. Magdeburg springt damit vorerst über den Strich, Lübeck bleibt 13.

Duisburg 4:1 Wiesbaden: Vermeij bringt Hoffnung

Der krisengeschüttelte MSV Duisburg konnte gegen den SV Wehen Wiesbaden einen ordentlichen Start in die Partie früh in Zählbares umsetzen. Nachdem Stoppelkamp sich gegen zwei Gegenspieler durchsetzen konnte, brachte er die Kugel links vor das Tor zu Vermeij. Der Stürmer löste sich im rechten Moment von Mockenhaupt und drosch den Ball volley ins Tor (19.). Erst nach einer halben Stunde kamen auch die Gäste mal zu einem Abschluss. Niemeyers Versuch aus spitzem Winkel wurde aber von Weinkauf sicher pariert (29.). Die Zebras behielten die Spielkontrolle bis zur Pause in den eigenen Reihen, kamen jedoch auch nur zu gefährlichen Ansetzen und keinen Abschlüssen. Den besten Versuch hatte Stoppelkamp nach 41 Minuten, als er mit einem Schlenzer zwei Meter am langen Pfosten vorbei zog.

Direkt nach der Kabinenansprache legte Duisburg nach. Stoppelkamps Ecke landete perfekt auf dem Kopf von Vermeij, der platziert zum 2:0 einköpfte (47.). Wehen versuchte zu antworten, doch Niemeyers Schuss aus 16 Metern flog am langen Eck vorbei (53.). Wiesbaden tat sich weiter enorm schwer in der Offensive. Mehr als einen Drop-Kick von Tietz nach 56. Minuten brachten die Hessen vorerst nicht zustande (56.). Das Engagement der Rehm-Elf nahm zwar merklich zu, Gefahr konnte die Offensivabteilung aber nicht entfachen. Das machten die Meidericher deutlich besser. Wieder war es Vermeij, der in der 74. Minute mit dem 3:0 nach einem Konter die Entscheidung markierte. Mit gelöster Brust legte Duisburg sofort nach. Stoppelkamp setzte sich gleich gegen drei Gegner durch und flankte mit dem Außenrist auf Engin, der das 4:0 markieren durfte (77.). Die Gäste kamen kurz vor dem Ende noch zum Ehrentreffer durch Guthörl (84.), konnten aber an der deutlichen Niederlage nichts mehr ändern. Duisburg schöpft durch den Erfolg wieder Hoffnung im Abstiegskampf und gibt die Rote Laterne an Bayern II ab. Wiesbaden fällt auf Rang sieben zurück.

Uerdingen 1:0 Türkgücü: KFC beendet turbulente Woche mit Heimsieg

Nach den turbulenten Ereignissen unter der Woche stand für den KFC Uerdingen die Partie gegen Aufsteiger Türkgücü auf dem Programm. Die Gäste aus der bayrischen Landeshauptstadt erwischten auch den besseren Start ins Spiel und hatten über Fischer (7.) und Sararer (13.) erste Halbchancen. Ziemlich aus dem Nichts ging der heimische KFC nach 26 Minuten in Führung. Mörschel bekam das Spielgerät 30 Meter vor dem Tor und zieht einfach mal ab. Abgefälscht von einem Abwehrspieler schlug die Kugel unhaltbar für Vollath im Tor ein (26.). Der Aufsteiger brauchte einige Minuten, um sich von dem Rückstand zu erholen. Einen Freistoß von der linken Seite köpfte Sorge reichlich ungedeckt knapp am Tor vorbei und markierte damit die erste Offensivaktion der Münchner nach dem Rückstand (36.). Es blieb daher beim einen Tor vor der Pause.

Das hätte sich kurz nach dem Pausentee fast geändert. Fechner steckte den Ball zu Feigenspan durch, der frei vor Vollath zum Abschluss kam. Mit der linken Fuß machte der Schlussmann die Großchance aber zunichte (48.). Mehr und mehr verdienten sich die Uerdingen die Führung, da von den Gästen nach der Pause überraschenderweise nichts mehr in der Offensiv zu sehen war. Erst eine Viertelstunde vor dem Ende kam der Gast zu einer Chance. Eine Flanke von der linken Seite landete auf dem Kopf von Sliskovic, der aber keinen Druck mehr hinter den Ball bekam (76.). Da Uerdingen über Kiprit und Feigenspan den entscheidenden Konter zum 2:0 liegen ließ (83.) blieb es bis zum Ende eine knappe Partie. Dennoch konnten die Krefelder den knappen Dreier mit über die Zeit nehmen und in der Tabelle damit an Türkgücü vorbeiziehen.

Verl 1:1 Köln: Brüseke rettet Verl das Remis

Im NRW-Duell holten sich die Gäste aus dem Rheinland schon nach 180 Sekunden die Führung. Nachdem sich Verl in der eigenen Hälfte nicht befreien konnte, hatte Risse das Auge für Lucas Cueto, der am zweiten Pfosten im Fallen das 1:0 markierte (3.). Verl versuchte sich in der Folge ins Spiel zu arbeiten, doch die besseren Chancen gingen klar an die Kölner. Brüseke musste mit einer starken Parade gegen Lorch parieren (12.) und Thiele scheiterte ebenfalls frei vor dem starken Schlussmann der Ostwestfalen (18.). Zwei Minuten später forderte Verl einen Handelfmeter, nach einem Handspiel von Kyere-Mensa, doch der Pfiff blieb strittigerweise aus (20.). Zehn Minuten vor der Pause kam der SCV etwas glücklich zum Ausgleich. Yildirim suchte in der Mitte einen Mitspieler, fand aber nur den Kopf des Kölners Koronkiewicz, der allerdings unglücklich aus wenigen Metern ins eigene Tor traf – 1:1 (36.). Köln suchte sofort weiter den Weg in der Offensive und hatte gleich doppelt Pech. Zuerst scheiterte Cueto nach einer Flanke von Koronkiewicz am Pfosten (42.) und nur 60 Sekunden später lenkte Thiele das Spielgerät an die Latte (43.). Somit blieb es beim 1:1 zur Pause.

Nach dieser wurde das Spiel mehr und mehr zu einer kämpferischen Angelegenheit im Mittelfeld, bei dem es vor allem in den Zweikämpfen teils wild zur Sache ging. Erst 20 Minuten vor dem Ende erinnerten sich beide Teams auch wieder an ihre Offensivreihen. Rabihic dribbelte sich gegen zwei Mann in den Strafraum und zog aus spitzem Winkel ab. Mielitz reagiert schnell und konnte den Ball gerade an den Pfosten lenken (68.). Kurz vor dem Ende bekam Köln die große Chance zum Sieg. Koronkiewicz brachte den Ball scharf vor das Tor, wo Seaton aus fünf Metern am bärenstarken Brüseke scheiterte (83.). Mit der Parade hielt der Schlussmann das Remis am Ende fest. Verl rückt damit vorerst auf Rang drei vier, Köln belegt nun den achten Rang.

 
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