Lösung gefunden: MSV-Kapitän Hahn wechselt nach Bocholt

Weil er unzufrieden mit seiner sportlichen Rolle war und zudem das Vertrauen in Trainer Dietmar Hirsch beschädigt sah, wollte Kapitän Alexander Hahn den MSV Duisburg unbedingt verlassen. Kurz vor Ende der Wechselperiode am Dienstagabend wurde eine Lösung gefunden. Den 33-Jähringen zieht es zu Viertligist 1. FC Bocholt, wo er einen Vertrag bis 2028 unterschrieben hat.

Transfer geht spät noch über die Bühne

Genau eine Woche ist es her, als Hirsch den Wechselwunsch des Innenverteidigers öffentlich gemacht hatte. Große Unruhe war die Folge, die sogar noch größer wurde, als sich Hahn einige Tage später selbst an die Öffentlichkeit wandte und von einem "beschädigten Vertrauensverhältnis" zu Trainer Dietmar Hirsch sprach. Spätestens damit war das Tischtusch endgültig zerschnitten, sodass alle Beteiligten nach einer Lösung für einen Last-Minute-Abgang suchten.

Nachdem sich sämtliche Optionen zunächst zerschlagen hatten, legte Regionalligist 1. FC Bocholt am Dienstagabend ein Angebot vor, das die Zebras schließlich annahmen. Parallel wurde der noch bis 2027 laufende Vertrag des 33-Jährigen gegen die Zahlung einer Abfindung aufgelöst. Kurz vor Transferschluss um 23:59 Uhr wurden alle Unterlagen beim Westdeutschen Fußballverband eingereicht, sodass der Transfer über die Bühne gehen konnte.

"Zwei tolle und intensive Jahre" beim MSV

"Ich bin sehr froh, dass der Wechsel nun endlich geklappt hat", wird Hahn in einer Mitteilung des Viertligisten zitiert und blickt darin auf "zwei tolle und intensive Jahre" beim MSV zurück. Für diese zeigt er sich "sehr dankbar" und werde gerne daran zurückdenken. Jetzt beginne ein neues Kapitel, sagt Hahn. "Ich habe richtig Bock auf den 1. FC Bocholt. Die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mir von Beginn an ein sehr gutes Gefühl gegeben. Ich möchte vom ersten Tag an Verantwortung übernehmen und meinen Teil dazu beitragen, dass wir gemeinsam erfolgreich sind."

FCB-Geschäftsführer Christopher Schorch freut sich derweil auf einen Spieler mit "großer Erfahrung und herausragender Führungsqualität" und betont: "Einen Spieler mit dieser Vita und Persönlichkeit für den 1. FC Bocholt zu gewinnen, ist für uns etwas Besonderes."

Nur noch auf der Tribüne

Mit dem Wechsel nach Bocholt geht die Zeit von Alexander Hahn nach zwei Jahren zu Ende. Der 33-Jährige war nach dem Drittliga-Abstieg der Zebras als erster Neuer nach Duisburg gekommen, hatte den Neuaufbau in der Regionalliga als Kapitän wesentlich mitgestaltet und großen Anteil an der direkten Rückkehr. Auch in der 3. Liga blieb Hahn der Spielführer, fand sich aber schon in der Rückrunde der vergangenen Saison häufiger nur noch auf der Bank wieder.

Entsprechend war schon vor Beginn der aktuellen Serie klar, dass Hahn auch künftig nicht zu den Stammspielern zählen wird, zumal die Zebras mit Martin Ens noch einen weiteren Innenverteidiger verpflichtet hatten. Dennoch bestätigte Hirsch den 33-Jährigen im Kapitänsamt. Zum Saisonauftakt reichte es für Hahn dann allerdings nicht mal zu einem Platz auf der Bank, stattdessen musste er auf die Tribüne, worauf er "bestürzt" reagierte – und seinen Wechselwunsch äußerte.

Bulic als neuer Kapitän?

Hirsch hatte am Donnerstag in einem längeren Statement betont, dass Hahn jederzeit offen in die Kaderplanung eingebunden gewesen sei und der Verein ihm nie einen Wechsel nahegelegt habe. Vielmehr habe man bereits im Frühjahr transparent kommuniziert, dass die Konkurrenzsituation in der Innenverteidigung durch einen weiteren Neuzugang verschärft werden solle. Insgesamt 66 Mal stand Hahn für die Zebras auf dem Platz, nun gehen beide Seiten im Unguten auseinander. Wer den 33-Jährigen als Kapitän ersetzen wird, ist noch offen. Vieles spricht für Rasim Bulic, der bislang als Vize-Kapitän fungierte und die Binde bereits in den bisherigen Ligaspielen getragen hat.

   

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