Lizenz: Alle Sorgenkinder reichen Unterlagen fristgerecht sein

Am Ende war es bei vielen Vereinen zwar ein Kraftakt, dennoch ist den Drittligisten, die zuletzt um die Lizenz zittern mussten, gelungen, ihre vollständigen Lizenz-Unterlagen bis Dienstag, um 15.30 Uhr beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) in Frankfurt abzugeben. Nun liegt der Ball beim Verband, der die Unterlagen in den kommenden Tagen sichten und in Kürze erste Rückmeldungen an die jeweiligen Vereine schicken wird. liga3-online.de hat den Tag im Ticker begleitet und fasst im Folgenden noch ein Mal die wichtigsten Ereignisse zusammen.

Hansa Rostock

Die Ostseestädter nutzen ein sogenanntes “Sale-and-Lease-Back-Geschäft” (Rückmietkauf) mit einer Leasinggesellschaft. Der Klub erhält dabei eine Million Euro für seine Geschäftsstelle und mietet diese gleichzeitig wieder. Nach dem Ablauf von zehn Jahren endet der Vertrag und der Verein erhält die Geschäftsstelle zurück. Die noch fehlenden 200.000 Euro hat der Verein gemeinsam mit seinen Partnern aufbringen können und kann somit die Bedingungen des DFB erfüllen. Angesichts des Schuldenschnittes gestaltete sich das Ganze allerdings als sehr schwierig, denn weder die Partnerbanken Ospa und DKB, noch Stadt oder Land konnten oder wollten dem Verein die Summe zur Verfügung stellen. Insgesamt musste die Kogge eine Lücke von 1,2 Millionen Euro stopfen.

VfL Osnabrück

Die Niedersachsen sammelten 487.868 Euro über das sogennante Crowdfunding ein. Bereits am Wochenende wurde die Summe von 400.000 Euro gezeichnet, doch das Geld war noch nicht von allen Investoren überwiesen. Dies geschah nun am Dienstag zwei Stunden vor der vom Verein gesetzten Frist um 12 Uhr.  “Auch wenn die finale Entscheidung natürlich beim DFB liegt – wir gehen fest davon aus, dass wir die Lizenz für die kommende Drittliga-Saison erhalten!“, so Geschäftsführer Jürgen Wehlend. Dazu absolut entscheidend sei das Engagement der Fans in den vergangenen Tagen gewesen.

SpVgg Unterhaching

Die SpVgg Unterhaching teilt via Twitter mit, alle Hausaufgaben gemacht zu haben. Daher gehe man von einer positiven Rückmeldung seitens des DFB aus. Zuletzt hing der Liga-Verbleib der Hachinger in der Schwebe, da der Etat nochmals auf nun deutlich unter eine Million Euro gekürzt werden musste, um Schulden abzubauen. Wie Präsident Manfred Schwabl dem “Bayrischen Rundfunk” sagte, könne er sich auch Spielergehälter von 250 Euro vorstellen. Dieses Konzept nahm der DFB nun offenbar an.

Dynamo Dresden

Der Zweitliga-Absteiger gab am Nachmittag in einer Pressemitteilung bekannt,  die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gestellte Bedingung zur Lizenzerteilung erfüllt und die diesbezüglichen Unterlagen am Dienstag fristgerecht eingereicht zu haben. Der Grundstein wurde am Montag durch die vom Finanzausschuss der Landeshauptstadt Dresden beschlossene Freigabe des Zuschusses zur Stadionmiete gelegt. Am 17. April hatte der Dresdner Stadtrat über alle Fraktionen hinweg eine Entlastung der SG Dynamo Dresden bei der Stadionmiete für den Fall beschlossen, dass eine Einigung mit Herrn Dr. Michael Kölmel erzielt wird.

MSV Duisburg

“Wir sind optimistisch, mit den jetzt eingereichten Daten alle Auflagen und Bedingungen zur Zulassung für die neue Saison erfüllt zu haben“, erklärte MSV-Geschäftsführer Bernd Maas. Allerdings muss der MSV die Prüfung durch den DFB abwarten. Diese wird in den kommenden Tagen erwartet. Insgesamt musste der MSV eine Etat-Lücke von rund 2,4 Millionen Euro schließen. Dies gelang durch die Mithilfe der Fans sowie einiger Sponsoren. Innerhalb weniger Tage wurden zwei Millionen Euro aufgetrieben – der Restbetrag konnte kurzfristig eingesammelt werden. "Dass so viele Geldgeber ihre Bereitschaft gezeigt haben, verdanken wir aber nicht zuletzt auch unseren Anhängern, die mit ihren zahlreichen, leidenschaftlichen Aktionen auch in den vergangenen Tagen wieder gezeigt haben, wie wichtig dieser Verein nicht nur für sie, sondern vor allem auch für die Stadt und Region ist“, verdeutlichte Bernd Maas.

Arminia Bielefeld

Acht Tage nach dem Zweitliga-Abstieg hat Arminia Bielefeld am Mittwoch die Lizenz-Unterlagen für die kommende Drittliga-Saison beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingereicht. “Nach einer intensiven Begutachtung der getroffenen Maßnahmen durch die Wirtschaftsprüfer blickt der DSC dem Zulassungsbescheid des DFB nun optimistisch entgegen. Grundlage dafür war ein enormer Kraftakt bis zur letzten Minute, den Clubverantwortliche, Gremienvertreter, Mitarbeiter, Ehrenamtliche, Sponsoren und Unterstützer in den vergangenen acht Tagen vollbracht haben”, teilte der Verein mit. Auch bei den Fans bedankte sich der DSC, denn der Zuspruch “ in einer derart schwierigen Phase” sei nicht selbstverständlich.

Rot-Weiß Erfurt

Auch der FC Rot-Weiß Erfurt musste in den vergangenen Tagen viele Hebel in Bewegung setzen, um die Auflagen vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu erfüllen und somit die Lizenz für die kommende Drittliga-Spielzeit zu erhalten. Am Dienstag informierte der Verein darüber, die nachgebesserten Lizenzunterlagen fristgerecht dem DFB zugestellt zu haben. “Es ist in den vergangenen Jahren nie einfach für uns gewesen die Lizenz zu erhalten. Diesmal jedoch war es ein regelrechter Kraftakt, so wie ich es noch nie in meiner bisherigen Amtszeit erlebt habe. Man kann es vielleicht noch am ehesten mit der Situation in der damaligen Abstiegssaison vergleichen", so Präsident Ralf Rombach.

FOTO:  FU Sportfotografie

 
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