Lilien unterliegen auch Wehen Wiesbaden

Gino Lettieri strahlte über das ganze Gesicht, als er durch die Katakomben des Böllenfalltorstadions schritt. Kurz zuvor hatte sein Team, der SV Wehen-Wiesbaden, beim hessischen Konkurrenten SV Darmstadt 98 mit 1:0 triumphiert und dem Aufsteiger damit die vierte Niederlage im fünften Spiel der Rückrunde beigebracht. „Mir ist es doch völlig egal wie die Partie war, Fußballspielen war letztlich ohnehin nicht möglich“, fasste der Wiesbadener Übungsleiter die vorangegangenen, frostigen 90 Minuten zusammen, in der sich sein Team für die 0:1-Pleite aus dem Hinspiel revanchieren konnte.

Steffen Wohlfahrt mit Saisontreffer Nummer acht

Möglich machte den Wiesbadener Erfolg, im Übrigen erst der zweite Auswärtssieg der vor der Saison als Aufstiegsfavorit Nummer eins gehandelten Landeshauptstädter, zum einen der eisige Platz, zum anderen Lilienverteidiger Cem Islamoglu. Bei einem Klärungsversuch produzierte der sonst so routinierte Innenverteidiger eine Bogenlampe und machte damit ungewollt den Weg für Wiesbadens Torjäger Steffen Wohlfarth frei. Der nahm die Einladung dankend an und überwand SV 98-Torhüter Jan Zimmermann mit seinem achten Saisontor zur zu diesem Zeitpunkt eher schmeichelhaften Führung (34.) für die Gäste.

Platzverweis gegen Nicolas Ledgerwood

Bei teilweise irregulären Platzbedingungen boten beide Teams über weite Strecken der Partie Fußball zum Abgewöhnen. Kaum ein Pass fand auf dem hartgefrorenen Boden einen Abnehmer, kaum eine Kombination wollte gelingen. Einziger Aufreger neben dem Wohlfahrt-Treffer im ersten Abschnitt: die rote Karte gegen SVWW-Mittelfeldmann Nicolas Ledgerwood. Der kanadische Nationalspieler trat gegen Darmstadts Benjamin Baier nach und wurde von Schiedsrichter Hartmann sieben Minuten vor der Pause zum Duschen geschickt. Eine harte, aber letztlich doch vertretbare Entscheidung.

"Lilien" fehlt die Konsequenz

Nach der Pause erhöhten die „Lilien“ noch einmal den Druck, aber auch im zweiten Abschnitt ließ der Aufsteiger über weite Strecken der Partie die nötige Konsequenz vermissen. Die einzige echte Torgelegenheit der Lilien vereitelte SVWW-Verteidiger Landzaat. Einen Schuss von Marcus Steegmann köpfte der Niederländer im letzten Moment von der Torlinie (54.). Vom starken Kombinationsspiel, das der Aufsteiger nach der Winterpause in den Partien gegen den SV Sandhausen und Arminia Bielefeld gezeigt hatte, war an diesem Samstag wenig zu sehen. Im Gegenteil. Die Gäste brachten mit Glück und Geschick die knappe Führung über die Zeit und bringen damit weiter Luft zwischen sich und die Abstiegsränge.

"Es müssen jetzt deutliche Worte gesprochen werden"

Für die „Lilien“ dagegen werden die kommenden Wochen weiter frostig. Denn am nächsten Samstag tritt man beim Tabellendritten in Regensburg an, danach empfängt der Aufsteiger zu Hause den FC Rot-Weiß Erfurt. „Die nächsten Spiele werden alle knackig. Es müssen jetzt deutliche Worte gesprochen werden, denn letztlich ist Fußball nun einmal ein Ergebnissport“, war anschließend auch Kosta Runjaic die Wichtigkeit der kommenden Wochen bewusst. Womit Darmstadts Trainer durchaus recht behalten könnte. Denn vier Niederlagen aus den letzten fünf Partien sprechen bereits eine deutliche Sprache.

FOTO: www.o-m-d.org

   
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