Leipzig-Trainer Zorniger: Uns fehlte der richtige Wille

Wie schon in der Woche zuvor verließ Leipzigs Trainer Alexander Zorniger auch am Samstag reichlich desillusioniert den Rasen. Doch während beim 2:0-Heimsieg gegen Regensburg immerhin noch das Ergebnis gestimmt hatte, musste der 46-Jährige diesmal eine Auswärtspleite seiner Mannschaft verdauen. Die Rasenballsportler kassierten im Sachsenderby in Chemnitz eine völlig verdiente 1:3-Niederlage. Es war aus Leipziger Sicht schlichtweg ein Tag zum Vergessen. Zorniger verzichte "aus disziplinarischen Gründen", so der offizielle Wortlaut, auf seinen wichtigen Außenstürmer Yussuf Poulsen, der angeblich die Mannschaftsabfahrt in Richtung Chemnitz verpasst hatte. Ein Vorfall, der symptomatisch für einen Samstag stehen sollte, an dem aus RB-Sicht so gut wie nichts funktionierte.

Mangelnder Wille und fehlende spielerische Linie

Den Chemnitzer Doppelschlag durch Mauersberger (17.) und Garbuschewski (19.) provozierte die Leipziger Defensive geradezu durch Passivität und individuelle Fehler. Zorniger reagierte bereits nach 20 Minuten und nahm den überforderten Linksverteidiger Anthony Jung vom Feld, der an beiden Gegentoren seine Aktien hatte. Viel besser sollte es im Anschluss aber selbst nach dem schnellen 1:2 durch Dennis Thomalla (23.)  nicht werden. RB fand defensiv wie offensiv zu keinem Zeitpunkt wirklich ins Spiel. Stattdessen mussten die knapp 2.000 mitgereisten Leipziger Fans mit ansehen, wie sich der CFC zahlreiche Großchancen herausspielte und kurz vor Schluss durch Semmer für die endgültige Entscheidung sorgte. "Uns haben heute die Mittel gefehlt. Wir hatten keine spielerische Linie", konstatierte Mittelfeld-Bulle Dominik Kaiser ernüchtert nach dem Spiel. Und sein Trainer musste anerkennen, dass "Chemnitz im Gegensatz zu uns den richtigen Willen hatte."

Der Heidenheim-Sieg und seine Folgen

Wie schon im Heimspiel gegen Regensburg kam die Zorniger-Elf auch in Chemnitz nie auch nur im Ansatz an ihre Leistungsgrenze heran. Eine durchaus überraschende Erkenntnis, nachdem die Leipziger vor der Länderspielpause beim 2:0-Sieg in Heidenheim noch den vielleicht besten Saisonauftritt hingelegt hatten. Zum zweiten Mal in Folge bemängelte der RB-Coach nun neben der spielerischen Leistung seiner Mannschaft auch die fehlende Bereitschaft und Einstellung. Das wirft Fragen auf und dürfte Zorniger selbst mehr als alle anderen beschäftigen. Der 46-Jährige wird nun rasch versuchen, an den richtigen Stellschrauben zu drehen, bevor er mit seiner Mannschaft durch weitere blutleere Auftritte die tolle Ausgangslage verspielt, die man sich im Laufe der Hinrunde hart erarbeitet hat. Noch belegen die Leipziger mit nur sechs Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Heidenheim den Aufstiegsrelegationsplatz und haben lediglich eines von zwei schlechten Spielen gegen ein Team verloren, dass vom Potential her ebenfalls um den Aufstieg mitspielen müsste. Erst die kommenden Spielen gegen Dortmund II, Darmstadt und Rostock werden echte Rückschlüsse darüber zulassen, wohin die Leipziger Reise bis zur Winterpause geht.

FOTOS: GEPA Pictures

   
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