RB empfängt Hansa: Ostduell, Zuschauermagnet, Risikospiel

Am Samstag steigt in der Red Bull Arena ein alles andere als alltägliches Ligaspiel. Der Gastauftritt des FC Hansa Rostock bei RB Leipzig sorgte bereits im Vorfeld für einige Schlagzeilen. 20.000 Zuschauer werden erwartet, darunter bis zu 7.000 Rostock-Fans. Da der DFB die Partie als „Hochsicherheitsspiel“ eingestuft hat, wird ein Großaufgebot an Polizisten und Sicherheitspersonal am und im Stadion im Einsatz sein. Rein sportlich geht der Tabellenzweite aus Sachsen, der zu Hause noch unbesiegt ist, als Favorit in das Duell mit den auf Platz elf liegenden Hanseaten.

Sebastian: „Es wird gigantisch“

RB-Trainer Alexander Zorniger nutzte die Länderspielpause, um im sächsischen Landespokal einigen Reservisten Spielpraxis zu verschaffen. Die Spieler dankten es ihrem Coach mit einem klaren 11:0-Sieg gegen den Achtligisten Gelenau und dem Einzug ins Viertelfinale. Trotzdem dürfte Zorniger gegen Rostock wieder auf die Startelf setzen, die vor der Ligapause zwei Siege in Folge einfahren konnte und das Spitzenspiel in Darmstadt für sich entschied. Auch dem ehemaligen Rostocker Tim Sebastian, der insgesamt zehn Jahre für Hansa die Fußballschuhe schnürte, droht deshalb nur die Bank.  Die Vorfreude auf den Ex-Klub mindert das aber nicht: „Für mich ist das ein besonders emotionales Spiel. Es wird gigantisch werden.“ Neben Sebastian dürfen sich die Hansa-Fans auch auf ein Wiedersehen mit ihrer Torhüter-Ikone Perry Bräutigam freuen, der mittlerweile als Torwarttrainer in Leipzig sein Geld verdient. Stürmer Matthias Morys wird das Ostduell als einziger RB-Spieler aufgrund eines Faserrisses verpassen, der ihn bis zur Winterpause außer Gefecht setzt. Wichtiger als die nominelle Besetzung ist Alex Zorniger allerdings, „dass sich mein Team auf den Kernpunkt Elf gegen Elf konzentriert und nicht auf das Geschehen neben dem Spielfeld.“

Die Leipziger beim Abschlusstraining – Foto: GEPA

 

Bergmann: „Wir fahren dorthin, um zu gewinnen“

 

Wie sein Gegenüber kann auch Hansa-Coach Andreas Bergmann personell nahezu aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Ken Leemans und Fabian Künnemann stehen alle Spieler zu Verfügung. Auch die beiden Stürmer Mustafa Kucukovic (Magen-Darm-Infekt) und Halil Savran (Gesichtsoperation) sind einsatzbereit. Savran könnte mit einer Spezialmaske sogar von Beginn an auflaufen. Entsprechend hat Bergmann die Qual der Wahl für die „spannende sportliche Herausforderung“ RB Leipzig. Die hanseatische Brust ist nach dem zwischenzeitlichen Durchhänger mittlerweile wieder deutlich breiter. Aus den letzten drei Spielen vor der Länderspielpause holte die Bergmann-Elf sieben Punkte. Als Tabellenelfter beträgt der Rückstand auf Unterhaching und Platz drei nur fünf Zähler. Ein Sieg beim Aufstiegsfavoriten könnte den Norddeutschen noch mal einen Schub für die restlichen Spiele bis zur Winterpause geben. Entsprechend stellte Bergmann im Vorfeld der Partie klar: „Wir fahren dorthin, um zu gewinnen.“

Fangnetze und Fanprotest

Auch abseits des sportlichen Bereichs birgt die Partie einiges an Brisanz. Die Rostocker Ultra-Gruppierung „Suptras“ kündigte an, den Gästeblock aus Protest gegen den Verein RB Leipzig erst sieben Minuten nach Spielbeginn zu betreten.  Vor dem Gästebereich wurden erstmals Fangnetze angebracht, die dort ab Samstag dauerhaft zum Einsatz kommen werden.  Für die Sicherheit im und am Stadion werden 500 Sicherheitsleute und angeblich bis zu 2.000 Polizisten sorgen.

 

Voraussichtliche Aufstellungen:

RB Leipzig: Coltorti – Müller, Willers, Franke, Heidinger – Kaiser, Ernst, Kimmich – Thomalla – Poulsen, Frahn

Hansa Rostock: Brinkies – Mendy, Weidlich, Ruprecht, Radjabali-Fardi – Haas, Pekovic – Jakobs, Blacha – Savran, Plat

 

FOTO: Sebastian Ahrens / rostock-fotos.de 

 

   
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