Lautstarke Fan-Proteste beim Grindel-Besuch in Meppen

Hoher Besuch am Mittwochabend beim Spiel zwischen dem SV Meppen und dem 1. FC Magdeburg: DFB-Präsident Reinhard Grindel war zu Gast – und sah sich dabei Protesten beider Fanlager ausgesetzt.

Spruchbänder und Gesänge

Während die Anhänger des SV Meppen den DFB-Präsidenten mit einem Banner "Nicht willkommen" hießen (Foto), kritisierten die mitgereisten FCM-Fans auf einem Spruchband: "Korruption, Gier und Strafen ohne Verstand – Grindel und seine Bande fahren den Fußball an die Wand." Zudem waren in der 13. Minute lautstarke Wechselgesänge ("Scheiß DFB") zwischen beiden Fanlagern zu hören. Grindel selbst zeigte sich von den Protesten aber unbeeindruckt und sprach im Halbzeit-Interview mit der "Telekom" von einer "tollen Kulisse" und lobte die rund 1.200 mitgereisten FCM-Anhänger für ihre Reisefreudigkeit an einem Mittwochabend.

Grindel wirbt für offenen Austausch 

Im Vorfeld der Partie hatte Grindel zudem einen offenen Brief eines Meppener Fanblogs beantwortet und deutlich gemacht: "Auf den DFB machen nicht beleidigende Wechselgesänge oder Spruchbände, sondern starke Argumente Eindruck. Zu einem offenen Austausch über solche Argumente rufe ich auf!" Zudem kritisierte Grindel, warum einzelne Ultragruppen nicht den Mut gehabt hätten, ihn im Vorfeld seines Besuchs zu einem Gespräch zu bitten. "Dieser Bitte wäre ich sicher nachgekommen und dann hätten wir einmal persönlich Argumente austauschen können", so der DFB-Präsident. Außerdem nahm Grindel Stellung zur Aufstiegsregelgung in der Regionalliga und den Freundschaftsspielen der chinesischen U20-Nationalmannschaft in der Regionalliga Südwest, die nichts anderes seien, "als eine sinnvolle Marketingvereinbarung zu Gunsten der Regionalliga Südwest, bei der es nur Gewinner gibt."

[box type="info"]Weiterlesen: Die Stellungnahme des DFB-Präsidenten[/box]

   
  • albatros

    Herr Grindel verkennt hier wohl ein paar Dinge. Seine Vorgänger waren es doch, die vor 3 oder 4 Jahren die Gespräche mit den Fanverbänden abgebrochen haben und den entsprechenden DFB-Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes in die Wüste (nach Katar) geschickt mit der Begründung, der würde dort benötigt als Berater in Sicherheitsfragen. Seine Vorgänger waren es durch diesen Abbruch der Gespräche, die Selbstverpflichtung der Fankurven, keine Pyro zu zünden, ad absurdum führten. Seine Vorgänger waren es doch – und unter seiner Ägide geht das weiter so – die dafür sorgten, das das DFB-Sportgericht Entscheidungen trifft, die vor keinem ordentlichen Gericht Bestand hätten (verschuldensunabhängige Haftung der Vereine für seine Anhänger) und dieses DFB-Sportgericht fernab von jeder rechtsstaatlichkeit Urteile spricht. Offnebar hat er noch nicht gemerkt, das das DFB-Sportgericht mittlererweile zu einer Instanz der Verurteilung von Fanverhalten verkommen ist und seine ureigenste Aufgabe kaum noch Gegenstand der Arbeit ist. Glaubt er wirklich, nach den Erfahrungen kommen die Fans auf ihn zu , um mit ihm zu reden? Dazu hatte der DFB vor Grindel jahrelang genug Zeit.

  • Bernd W.

    Naja wenn man schon als eine Art Messias unterwegs ist muß sich halt auch mal unters Volk mischen.Und gemessen an seinen Vorgängern, die die 3.Liga, nur vom Papier her kannten,ist das schon mal ein klitze kleiner Schritt in die richtige Richtung. Aber davon abgesehen die Funktionäre beim DFB sind genauso wie Politiker,man kann ihnen nicht weiter trauen als man sie werfen kann.Nach außen hin hofieren sie die 3.Liga und intern behandelt man sie wie das ungeliebte Kind.

  • Sterneneisen

    An den Aussagen Grindels sieht man, warum er zu Recht kritisiert wird. Und er merkt es nicht einmal.
    Wo ist der Unterschied zu seinem Vorgänger?

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