Lauterns erster Heimsieg: "Müssen uns nicht entschuldigen“

Im sechsten Anlauf ist beim 1. FC Kaiserslautern der Knoten geplatzt. Nach dem ersten Heimsieg durch ein am Ende glückliches 1:0 gegen Aufsteiger VfB Lübeck arbeiteten sich die Pfälzer wieder ein Stück weiter aus dem Tabellenkeller heraus – und sind nun seit fünf Spielen ohne Niederlage.

"Sieg schon seit Wochen verdient“

Spürbar waren durch den herbeigesehnten Erfolg Zentnerlasten von FCK-Trainer Jeff Saibene abgefallen. "Der Sieg tut extrem gut. Die Freude und Erleichterung sind riesig. Die Jungs in der Kabine sind total glücklich und happy“, beschrieb der Luxemburger auf der Pressekonferenz die Gemütsverfassung im Lager der Pfälzer. Ganz offenbar hatten seine Spieler besonders den bisherigen Heimfluch wie einen Mühlstein mit sich herumgeschleppt. Der späte Siegtreffer von Marlon Ritter (88.) nur neun Minuten nach seiner Einwechslung wirkte daher wie eine Erlösung. "Wir haben den Sieg schon seit Wochen verdient“, meinte Saibene zu den letztlich recht glücklichen Umständen des erst zweiten Saisonerfolgs.

Wie sehr Zweifel im Umfeld an der Qualität seines Teams und zuletzt auch an seiner Arbeit sein Nervenkostüm angefressen haben müssen, ließ der Kommentar des FCK-Coaches bei "MagentaSport" auf Fragen nach dem "dreckigen Sieg" erkennen: "Wir hatten schon genug Spiele, die wir eigentlich gewinnen mussten. Wir müssen uns bei niemandem entschuldigen." Zumindest eine Erklärung für die eher mäßige Vorstellung seines Teams hielt Saibene gleichwohl für angebracht. "Lübeck kam mit dem Selbstbewusstsein von schon vier Siegen. Obwohl wir aber auch schon vier Spiele ungeschlagen waren, war bei uns das Gegenteil der Fall. Die Jungs waren unsicher. Dadurch hatten wir viele Ballverluste und sind auch nicht zu vielen Chancen gekommen“, analysierte der 52-Jährige die Probleme der Roten Teufel gegen den Neuling.

Ritter: "Wissen, dass wir gut sind“

Matchwinner Ritter war es einerlei. "Leider sind wir nicht immer so erfolgreich. Aber wir wissen, dass wir gut sind", wertete der 26-Jährige den Erfolg als verdienten Lohn für beharrliche Arbeit. Gerade der entscheidende Treffer durch einen "Joker“ war auch für Saibene ein Beleg für das Potenzial bei den Lautrern: "Das zeigt, dass wir Moral haben, physisch fit sind und auch hinten raus noch Tore machen können." Indirekt schätzte der Coach den Siegtreffer nach der im Spielverlauf vollzogenen Abkehr vom eigens veränderten System mit zwei Angreifern auch als Bestätigung für seine vorherigen Matchpläne: "Das Tor fiel, als wir nur noch eine Spitze hatten. Zwei Spitzen bedeuten eben nicht automatisch mehr Tore."

Saibene wollte sich vom Erfolg jedoch nicht allzu sehr blenden lassen und forderte für das Derby am Sonntag bei Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken eine erkennbare Leistungssteigerung: "Der Sieg gibt uns Moral, aber wenn wir aus Saarbrücken etwas mitnehmen wollen, müssen wir besser spielen."

   
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