Last-Minute-Drama: SVWW siegt spät, FC05 verschießt Elfmeter

Das zweite Samstagsspiel zwischen dem 1. FC Schweinfurt und dem SV Wehen Wiesbaden endete dramatisch: Während die Gäste in der Nachspielzeit den Lucky Punch setzten, verpassten die Schnüdel ein glücklicheres Ende vom Elfmeterpunkt. Somit geht es punkt- und torlos für den Aufsteiger in die Länderspielpause.
Schweinfurt kontrolliert das Spiel
Die Schnüdel aus Schweinfurt warteten vor der Partie noch auf das erste Tor und den ersten Punkt. Cheftrainer Victor Kleinhenz brachte nach dem 0:3 in Regensburg Latteier, Endres und Geis für Piwernetz, Fery und Müller, um die Chance auf den Erfolg zu erhöhen. Auf der anderen Seite sorgte SVWW-Coach Nils Döring für neue Frische, indem er im Vergleich zum DFB-Pokalspiel gegen Bayern München mit Wohlers, Fechner und Flotho für Mockenhaupt, Schleimer und Agrafiotis startete.
Schon früh in der Partie wurde es dann auf beiden Seiten gefährlich. Kaya legte sich den Ball in zentraler Position auf den starken Fuß und zwang Stahl mit einem mittigen Schuss zur Parade (4.). Im Gegenzug erhielt Shuranov die Kugel an der Strafraumkante, aber auch Stritzel konnte das Spielgerät noch aus der Ecke kratzen (5.). Es war ein munterer Beginn in der Riedel Bau Arena, der aber auch schnell wieder abflachte – beide Teams gingen trotz mehrerer Halbchancen auf Nummer sicher. Aus der Distanz probierte es Bausenwein noch einmal, aber der Versuch ging links am Tor von Wiesbaden vorbei (19.). Kurz danach dribbelte sich Kaya an zwei Verteidigern vorbei, doch im Strafraum rutschte ihm der Ball beim Schussversuch über den Schlappen (29.).
Infolge des intensiven Pokalspiels unter der Woche wirkte der SVWW dennoch wenig spritzig. Stattdessen kontrollierte Schweinfurt das Spielgeschehen in Form von Ballbesitz. Auffällig wurde immer wieder Bausenwein: An der Grundlinie kam der Außenverteidiger etwas glücklich an Janitzek vorbei, aber Stritzel machte sich bei einem Abschluss aus kurzer Distanz ganz groß und parierte mit der Brust (36.). Die wenigen Nadelstiche von Wiesbaden blieben dennoch gefährlich. Über zwei unglückliche Klärungsversuche landete der Ball bei Schleimer, der in den Lauf von Bogicevic chippte – aber den Dropkick entschärfte Stahl (44.). Aus Sicht der Wiesbadener wäre ein Tor vor der Pause auch nicht zwingend verdient gewesen.
Agrafiotis trifft, Wintzheimer nicht
Mit dem Wiederanpfiff bekam der FC05 eine Chance, die nicht daneben gehen darf: Stritzel ließ einen scharf geschossenen Ball nach vorne abprallen, wo Shuranov völlig frei zum Abschluss kam – aber aus elf Metern ging die Kugel noch knapp am Kasten vorbei (46.). Auf der anderen Seite parierte Stahl gegen Bogicevic, nachdem auch der Keeper der Schnüdel die Kugel nach vorne klatschen ließ (50.). Insgesamt wurden die Wiesbadener im zweiten Abschnitt griffiger, woraufhin auch die Defensive der Hausherren wackeliger wurde – Kaya profitierte von einem Abwehrfehler, feuerte das Spielgerät aber rechts am Pfosten vorbei (63.). Obwohl sich vor den Toren zunehmend Räume boten, blieben Top-Chancen eher Mangelware.
Auch bei Standards setzte sich das Bild fort, sodass der eingewechselte Agrafiotis bei einem Freistoß völlig frei zum Kopfball kam, aber den Ball nicht richtig traf (73.) – und auch bei einer scharfen Hereingabe von Mockenhaupt zielte Agrafiotis knapp vorbei (74.). Aber der SVWW drängte nun weiter nach vorne: Gözüsirin schlug eine Ecke auf den Kopf von Gillekens, der wuchtig abschloss, aber an der Faustparade von Stahl scheiterte (81.). Im Wiesbadener Strafraum hätte es dann gefährlich werden können, weil Stritzel nicht entschlossen genug herauskam – Obiogumu schickte den Ball nach einem Zuspiel in den Rückraum allerdings ins Leere statt selber abzuschließen (86.).
Und dann? Dann bekam Schweinfurt die Chance aus 17 Metern in zentraler Position, aber Stritzel riss bei einem Freistoß-Hammer von Böhnlein rechtzeitig die Hände hoch (87.). Das Spiel trudelte bereits seinem Ende entgegen, da setzte Wiesbaden zum Knock-out an: Kaya chippte den Ball auf Außen, danach rutschte Agrafiotis zielgenau in die Hereingabe ein und traf Schweinfurt ins Mark (90.+4). Sollte es nun wieder punkt- und torlos für die Schnüdel ausgehen? Ja! Und das trotz eines Last-Minute-Elfmeters: Nejad foulte Bausenwein im Strafraum, woraufhin sich Wintzheimer den Ball auf den Punkt legte – aber Stritzel sprang seine linke Ecke und parierte (90.+6)! Für die Schnüdel geht es daher vor der Länderspielpause tatsächlich tor- und punktlos auf Platz 20 weiter. Wiesbaden konnte mit dem Last-Minute-Sieg dank Stritzel zu Platz 4 aufschließen. Für Schweinfurt geht es am 9. September zunächst im Landespokal bei Viktoria Aschaffenburg weiter, ehe es nach Ingolstadt geht. Wiesbaden reist in zwei Wochen zu Tabellenführer Duisburg.