Verl besiegt Würzburg spät und verlässt die Abstiegsplätze

Der SC Verl konnte sich im einzigen Sonntagsspiel des 21. Spieltags dank zweier Treffer in den letzten Minuten mit 2:0 gegen die Würzburger Kickers durchsetzen und verlässt damit die Abstiegsplätze. Während die Ostwestfalen nun Rang 15 belegen, sind die Kickers weiterhin Vorletzter und haben jetzt fünf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

Kraulich und Bonmann verhindern FWK-Rückstand

Beide Teams waren schon vor dem Anpfiff zum Siegen verdammt, um den Anschluss an das rettende Ufer im direkten Duell nicht zu verlieren. Im Sportpark am Lotter Kreuz, wo der SCV die Gäste aus Unterfranken empfing, schickte Verls Trainer Guerino Capretti exakt dieselbe Startelf ins Rennen, die auch vor dem Jahreswechsel beim 2:2 gegen Türkgücü München begann. Anders Kickers-Coach Schwarz, der nach dem 0:3 im bayrischen Duell gegen 1860 vierfach tauschte: Louis Breunig, Maximilian Breunig, Hägele und Strohdiek liefen nun für Lungwitz, Schneider, Hoffmann und Kopacz auf. Den besseren Start erwischten aber klar die Hausherren, die früh hätten in Führung gehen müssen. Nach einem Fehlpass von Kraulich landete die Kugel nach schneller Kombination bei Akono, der im direkten Duell an FWK-Schlussmann Bonmann scheiterte. So fiel Petkov die Kugel vor die Füße, der nur noch einzuschieben brauchte, aber zu unplatziert abschloss und damit Kraulich die Chance gab, seinen Fehler wiedergutzumachen und auf der Linie zu retten (8.).

Auch danach blieb der Sportclub bestimmend. Nach einer Hereingabe von Sapina verpasste Akono erneut knapp, irritierte Bonmann jedoch, sodass dieser blitzartig reagieren und abwehren musste (12.). Sechs Minuten später war der Keeper erneut gefordert, als er eine Flanke nur unzureichend klärte und einen anschließenden Kopfball von Corboz aus dem Eck fischen musste (18.). Eine knappe halbe Stunde dauerte es, bis auch die Kickers erstmals gefährlich wurden, doch ein Schuss von Perdedaj aus zweiter Reihe verfehlte den Kasten klar (27.). Gefährlicher blieben die Verler, die nach einer Flanke von Lannert butterweich auf den Kopf von Petkov zu einer erneuten Annäherung kamen, die der Mittelfeldmann aber liegen ließ und aus kurzer Distanz neben das Tor köpfte (30.). Bevor es in die Pause ging, folgte noch die zweite – und beste – Chance der Gäste: Nach einer kurz ausgeführten Ecke landete die Kugel bei Heinrich, der auf das lange Eck schlenzte und nur knapp verfehlte (36.). Kurz darauf ging es torlos in die Kabinen.

Last-Minute-Doppelschlag durch Rabihic und Akono

Ohne Wechsel auf beiden Seiten kamen beide Teams zurück auf den Platz. Das Bild änderte sich dabei zu Anfang gänzlich, und die Kickers kamen klar besser in die zweite Halbzeit. Eine erste Annäherung erfolgte durch einen Freistoß von Herrmann aus 20 Metern, der durch die Mauer rutschte, aber von Brüseke pariert werden konnte (55.). Verl brauchte zwar länger, um wieder in die Partie zu finden, kam nach 58 Minuten aber dann auch zur ersten Chance in Durchgang zwei. Wieder einmal wurde nach dem bewehrten Muster Lannert bis an die Grundlinie geschickt, der von dort aus flankte und Petkov fand, welcher jedoch weit am Kasten vorbei köpfte (58.). Das Spiel wurde nun ausgeglichener, wobei Torchancen auf beiden Seiten langsam Mangelware wurden. Die einzige Chance dieser Phase gehörte erneut dem Sportclub. So nahm Corboz eine Hereingabe technisch stark volley, bekam aber nicht genug Druck hinter die Kugel, wodurch Bonmann ohne Probleme parierte (69.).

Direkt in der Folge nahm Capretti seinen ersten Tausch vor und brachte Ezekwem für Schäfer in der Innenverteidigung (70.), das Muster im Spielaufbau änderte sich jedoch nicht. Wieder flankte Lannert von rechts in die Mitte und fand dort Petkov, der jedoch aus spitzem Winkel an Bonmann scheiterte (74.). Vier Minuten später sollte es allerdings noch knapper werden: Diesmal setzte Petkov sich technisch durch und kam am Fünfer zum Abschluss, von wo aus der 21-Jährige den Innenpfosten traf, sodass die Kugel an den Rücken von Bonmann prallte und auf der Linie tanzte, aber diese nicht überquerte, ehe wieder Kraulich rettete (78.). Es war die letzte Szene von Petkov, der danach Putaro wich (81.). Als alles auf eine Punkteteilung hindeutete, sollte dann aber doch noch der Treffer des SCV fallen: Nach einer weiteren Flanke von Lannert landete die Kugel über Umwege bei Rabihic, der aus spitzem Winkel wuchtig abzog und zum 1:0 einschoss (90.) – der Befreiungsschlag. Damit noch nicht genug: Nach einem dicken Bock von Bonmann, der 30 Meter vor seinem Kasten per Kopf klären wollte, aber unter dem Ball hersprang, konnte der heraneilende Akono sogar noch auf 2:0 stellen und das Spiel entscheiden (90+2.). Durch den Last-Minute-Sieg verlassen die Verler die Abstiegsplätze und schieben sich auf Platz 15, während die Kickers Vorletzter bleiben und nun fünf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer haben.

   
  • Karlheinz Stummer

    Bin seit über einen halben Jahrhundert bei den Rothosen. Es ist nur noch peinlich (seit 1,5 Jahren) was unsere Mannschaft Woche für Woche abliefert.

  • Betze97

    Das Spielgeschehen war genau so katastrophal wie die Platzbedingungen. Am Ende hat Verl verdient gewonnen und beide deutlich gemacht weshalb sie im Tabellenkeller stehen.

    • Gnampfer

      Das stimmt, bei dem Spiel war wenig drittligawürdiges dabei

      • Betze97

        Man muss sich nur mal das Abwehrverhalten der Würzburger anschauen, das ist weit weg von Drittliga Niveau. Bei dem Pfostenschuss von Verl wo der Ball nur nicht rein geht, weil der Platz so schlecht ist, stehen 7! Würzburger im Strafraum und nicht einer geht vernünftig in den Zweikampf. Selbiges beim 1:0. Stellwagen kann völlig unbedrängt den Pass durch drei Abwehrspieler durch spielen, wohlgemerkt war der Pass nicht einmal besonders gut. Rabihic hatte dann leichtes Spiel, weil der IV lieber in der Kette bleibt als in den Zweikampf zu gehen.

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